Einkaufsstraße in Hanoi bei Nacht

Wirtschaftliche Situation Dynamische Wirtschaftsentwicklung

Das vietnamesische Wirtschaftswachstum lag in den vergangenen Jahren stetig über sechs Prozent. Das ehrgeizige Ziel der Regierung lautet, Vietnam bis 2020 zu einem Industrieland zu machen. Dazu muss sie privatwirtschaftliches Engagement noch stärker fördern, die staatlichen Institutionen modernisieren und noch mehr Mittel in den Bildungssektor investieren.

Um die Attraktivität des Landes für Investoren zu steigern, müssen rechtsstaatliche Strukturen ausgebaut sowie Korruption und Vetternwirtschaft stärker bekämpft werden. Da Vietnam nicht über eine ausreichende Zulieferindustrie verfügt, müssen bisher viele Bauteile und Vorprodukte eingeführt werden.

2017 unterzeichnete der vietnamesische Ministerpräsident einen "National Action Plan (NAP) for the Implementation of the 2030 Sustainable Development Agenda". Vietnam verpflichtet sich darin zur Umsetzung von 17 "vietnamesischen Zielen der nachhaltigen Entwicklung" (VSDGs) im Sinne der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Vietnam verfügt über zahlreiche Bodenschätze, wie etwa Erdöl, Gas, Bauxit, Kohle und Eisenerz. Zu den wichtigsten Exportgütern des Landes zählen Mobiltelefone und Ersatzteile, Textilien, Elektronikartikel, Schuhe, Möbel, Holzprodukte sowie Fisch und Meeresfrüchte. Außerdem ist Vietnam zum zweitgrößten Kaffeeproduzenten nach Brasilien aufgestiegen und exportiert landwirtschaftliche Produkte wie Reis, Sojabohnen, Tee, Pfeffer und Cashewnüsse.

Infrastruktur

Das starke Wirtschaftswachstum hat in Vietnam zu Energieengpässen geführt. Die Netze der Stromversorger sind veraltet, dadurch geht viel Energie ungenutzt verloren. Über 40 Prozent des Stroms werden derzeit noch aus Wasserkraft gewonnen. Daher kommt es vor allem in der Trockenzeit von Januar bis Mai zu Stromausfällen, die die Industrieproduktion und das tägliche Leben beeinträchtigen. Die Regierung will die Engpässe durch den Einsatz von Kohle und Gas und die Nutzung erneuerbare Energien beheben. Darüber hinaus unternimmt das Land große Anstrengungen zum Ausbau seiner Energieinfrastruktur. So sollen etwa die Transportkapazitäten erhöht sowie die die Übertragungsnetze erweitert und modernisiert werden.

Ein weiteres Problem des Landes sind die unzureichenden Verkehrswege. Zahlreiche Straßen sind noch nicht asphaltiert, viele Gemeinden daher mit dem Auto nur schlecht zu erreichen. Die Eisenbahn transportiert zwar immer mehr Passagiere und Waren, doch ein Großteil der Waggons ist überaltert und zum Teil gar nicht mehr einsatzfähig. Um die Verkehrsinfrastruktur zu verbessern, sucht die Regierung verstärkt nach privaten Investoren für größere Straßenbauprojekte sowie den Ausbau des öffentlichen Personenverkehrs.