Jugendliche und ihre Fahrräder auf einem Platz in Burkina Faso

Burkina Faso "Land der Aufrechten"

Am 24. Januar 2022 kam es zu einem Militär­putsch in Burkina Faso, bei dem die gewählte Regierung unter Staats­präsident Roch Marc Christian Kaboré abgesetzt wurde. Die deutsche Ent­wicklungs­zusammen­arbeit mit Burkina Faso steht derzeit auf dem Prüf­stand und ist von den weiteren politischen Ent­wick­lungen abhängig. Maßnahmen zur Unter­stützung der Bevölkerung werden vorerst fortgeführt. Eine Aktuali­sierung der Internet­seite wird zeitnah erfolgen.

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Eine Frau mit Kindern an einer Wasserstelle in Burkina Faso

Das westafrikanische Burkina Faso ist von großer ethnischer und religiöser Toleranz geprägt, mehr als 60 Volks­gruppen leben hier weitest­gehend friedlich  zusammen. Auch der Landes­name bringt das zum Ausdruck: Die Begriffe "Burkina" und "Faso" stammen aus den zwei größten Landes­sprachen, gemein­sam bedeuten sie "Land der Aufrechten". 

Seit Anfang der 1990er Jahre bemüht sich Burkina Faso schritt­weise um mehr Demokratie. Doch eine deutliche Ver­schlecht­erung der Sicher­heitslage hemmt seit einiger Zeit die politische, wirtschaftliche und gesell­schaftliche Entwick­lung. In großen Teilen des Landes, insbesondere im Norden und Osten, verüben islamis­tische Gruppen immer wieder terroris­tische Anschläge, die die politische Stabi­lität und den gesellschaft­lichen Frieden gefährden.

Eine andere große Heraus­forderung für Burkina ist das starke Wachs­tum der Bevöl­kerung. Es erschwert die politischen Bemüh­ungen, die Armut zu verringern, genügend Arbeits­plätze zu schaffen, die Ernähr­ung zu sichern und alle Einwohner­innen und Einwohner mit Wasser und Energie, Gesundheits­diensten und Bildungs­­einrich­tungen zu versorgen.


Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Burkina Faso

Deutschland ist nach Frankreich der zweit­größte bilaterale Geber Burkina Fasos und ein wichtiger Partner des Landes.

Bei Regierungs­verhand­lungen im September 2020 sagte Deutschland Mittel in Höhe von insgesamt 71,45 Millionen Euro zu. Davon entfallen 21,7 Millionen Euro auf Projekte der Sonder­initiative "Eine Welt ohne Hunger". 

Die Entwicklungs­zusammen­arbeit zwischen Deutschland und Burkina Faso konzentriert sich auf folgende Kern­themen: 

  • Eine Welt ohne Hunger
    Aktionsfelder: Land­wirtschaft, ländliche Entwick­lung
  • Frieden und gesellschaft­licher Zusammen­halt
    Aktionsfelder: gute Regierungs­führung, Krisen­prävention
  • Schutz unserer Lebens­grundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen
    Aktionsfeld: Wasser
Kinder in Burkina Faso
Kinder in Burkina Faso

Darüber hinaus engagiert sich das Bundes­ministerium für wirtschaft­liche Zusammen­arbeit und Entwick­lung (BMZ) in Burkina Faso für die Kinder- und Jugend­rechte. Ziel ist, sozial be­nach­teiligte Kinder und Jugend­liche vor den schlimmsten Formen von Kinder­arbeit, vor Kinder­handel und vor geschlechts­spezifischer Gewalt zu schützen. Durch den Auf- und Aus­bau von Schutz­netz­werken, kommunalen Sozial­diensten und Aus­bildungs­an­geboten sollen ihre Zu­kunfts­per­spek­tiven ver­bessert werden. Durch Auf­klärung soll auch die Zahl an un­ge­wollten frühen Schwanger­schaften gesenkt werden.

Außerdem wird das burkinische Finanz­ministerium im Bereich Good Financial Governance  beraten. Ziel ist es dazu beizu­tragen, die Haushalts­prozesse sowie die öffentliche Kontrolle des Haus­halts professioneller und transparenter zu gestalten.

Strukturbildenden Übergangshilfe

Burkina Faso ist ein Fokusland der struktur­bildenden Über­gangs­hilfe. Das BMZ hat ge­mein­sam mit dem Welt­er­nährungs­programm der Vereinten Nationen (WFP) den Ansatz der Sahel-Resilienz-Initiative entwickelt, um die Er­nähr­ungs- und Lebens­grund­lagen der Be­völ­ke­rung in Burkina Faso, Niger, Mali, Maure­tanien und Tschad nach­haltig zu verbessern. Die Unter­stützung reicht von der Gewähr­leistung der Lebens­mittel­ver­sorgung an Schulen bis hin zur Instand­setzung landwirtschaft­licher Flächen.

Marktszene in Burkina Faso: Verkauf von Tomaten

Kernthema "Eine Welt ohne Hunger" Landwirtschaft markt­orientiert ge­stalten, Ein­kom­men im länd­lichen Raum steigern Interner Link

Für die Sicherung der Ernähr­ung und die Bekämpf­ung der Armut spielt die Land­wirtschaft eine zentrale Rolle. Burkina Faso ist daher ein wichtiges Ziel­land der BMZ-Sonder­initiative "Eine Welt ohne Hunger".

Eine Frau in Burkina Faso arbeitet an einem Laptop.

Kernthema "Frieden und gesellschaft­licher Zusammen­halt" Politische Teil­habe und bürger­nahe Verwal­tung Interner Link

In Burkina Faso leisten die Kommunen – auch an­ge­sichts der Konflikte im Land – einen wichtigen Bei­trag zum sozialen Zu­sam­men­halt. Sie er­mög­lichen politische Teil­habe, schaffen günstige wirt­schaft­liche Rahmen­be­din­gungen und bieten be­darfs­orientierte Dienst­leis­tungen für die ver­schie­denen Be­völ­ke­rungs­gruppen an.

Ausbildung zum Klempner im Berufsbildungszentrum der nationalen Wasserbehörde in Burkina Faso

Kernthema "Schutz unserer Lebensgrundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen" Bessere Infra­struktur für die Wasser- und Sanitär­versorgung Interner Link

Obwohl die Wasser- und Sanitär­versorgung in Burkina Faso in den vergangenen Jahren stark ausgebaut wurde, haben weiter­hin Millionen Menschen keinen Zugang zu sauberem Trink­wasser oder angemessenen Sanitär­anlagen. 

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