Jugendliche und ihre Fahrräder auf einem Platz in Burkina Faso

Burkina Faso "Land der Aufrechten"

Seit Anfang der 1990er Jahre bemüht sich Burkina Faso schrittweise um mehr Demokratie. Große ethnische und religiöse Toleranz prägen das Land. Mehr als 60 Volksgruppen leben hier friedlich zusammen. Auch der Landesname bringt das zum Ausdruck: Die Begriffe "Burkina" und "Faso" stammen aus den zwei größten Landessprachen, gemeinsam bedeuten sie "Land der Aufrechten".

Wenn die Bevölkerung, so wie in den vergangenen Jahren, weiterhin jährlich um fast drei Prozent wächst, wird sich die Einwohnerzahl von Burkina Faso innerhalb der kommenden 25 Jahre verdoppeln. Das stellt das Land vor große Probleme bei der Ernährungssicherung, der Versorgung der Bevölkerung mit Gesundheitsdiensten und Bildungseinrichtungen und bei der Wasser- und Energieversorgung. Das Wirtschaftswachstum kann mit dem Bevölkerungswachstum kaum Schritt halten.

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber und ein wichtiger Partner des Landes. Im Mittelpunkt der burkinisch-deutschen Zusammenarbeit stehen die Bereiche Landwirtschaft und Ernährungssicherung, Dezentralisierung und Kommunalentwicklung sowie Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Hinzu kommen Maßnahmen zum Schutz der Kinderrechte.

Straßenverkehr in Ouagadougou

Demokratischer Neuanfang und regionale Integration Interner Link

Im Oktober 2014 sollte das burkinische Parlament über eine Änderung der Verfassung abstimmen, die dem seit 27 Jahren amtierenden Staatspräsidenten Blaise Compaoré eine weitere Amtszeit ermöglichen sollte.

Schulmädchen in Burkina Faso

Bedeutende Fortschritte in den Bereichen Gesundheit und Bildung Interner Link

Burkina Faso hat seit den 1990er Jahren bedeutende Entwicklungsfortschritte erzielt. Die Müttersterblichkeit wurde fast halbiert, der Anteil der Kinder, die eine Grundschule besuchen, hat sich deutlich erhöht – von 32,5 Prozent (1990) auf 78,6 Prozent (2018).

Arbeiter in einer Baumwollentkernungsanlage in Ouagadougou

Starke Abhängigkeit von Gold und Baumwolle Interner Link

Die Wirtschaftsleistung von Burkina Faso ist im regionalen Vergleich gut. Trotz Herausforderungen wie der internationalen Finanzkrise und der Ernährungskrise in der Sahelzone konnte Burkina Faso auf makroökonomischer Ebene Fortschritte machen.

Eine Frau mit Kindern an einer Wasserstelle in Burkina Faso

Grundrechte müssen noch besser respektiert werden Interner Link

Die Lage der Menschenrechte hat sich verbessert. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Maßnahmen zu ihrem Schutz ergriffen. Dazu gehören unter anderem die Gründung eines Fonds für die Opfer politischer Gewalt und der Einstieg in Reformen des Justizwesens.

Ent­wick­lungs­po­ten­zia­le

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft und die ihr nachgelagerten Wirtschaftszweige bergen das größte Entwicklungspotenzial für die Wirtschaft des Landes. Viele Menschen arbeiten im Agrarsektor, mehr als ein Viertel der volkswirtschaftlichen Leistung wird hier erbracht.

Infrastruktur

Das Land hat erhebliche Standortnachteile: Weil Burkina Faso keinen Zugang zum Meer hat, sind die Transportkosten für die Exportwirtschaft hoch.

Auch die wachsenden Kosten für Energie, die bisher schlecht ausgebaute Infrastruktur und ein geringes Ausbildungsniveau behindern die Entwicklung.

Durch die Verbesserung des Bildungssystems und einen Ausbau der Infrastruktur ist eine weitere positive Entwicklung des Landes möglich. Zudem müssen die Rechtssicherheit für Investitionen im Privatsektor verbessert, die Steuereinnahmen erhöht sowie leistungsfähige Banken und vor allem Mikrofinanzinstitute aufgebaut werden.

Frau auf einem Motorroller in Ouagadougou

Frau auf einem Motorroller in Ouagadougou

Frau auf einem Motorroller in Ouagadougou

Handel

Die Deviseneinnahmen des Landes stammten bislang zum größten Teil aus dem Export von wenigen Produkten: Gold, Baumwolle, Lebendvieh und Cashewnüsse. Das Sinken der Weltmarktpreise für Gold und Baumwolle hat somit beachtliche Folgen für das Wirtschaftswachstum.

Durch eine Abschaffung der Subventionen für Baumwollproduzenten in wohlhabenden Ländern könnte Baumwolle aus Burkina Faso wettbewerbsfähig werden. Dadurch könnte die Wirtschaft entscheidende Impulse bekommen. Im Rahmen der Baumwollinitiative kämpft Burkina Faso deshalb gemeinsam mit Mali, Tschad und Benin gegen die Subventionspolitik der USA, der EU und der Volksrepublik China.

Bergbausektor

In den vergangenen Jahren hat der Bergbausektor zunehmend an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen, der Abbau von Gold hat sich im Zeitraum von 2008 bis 2011 versechsfacht. Inzwischen erzielt Burkina Faso mit Gold sogar zehnmal höhere Exporteinnahmen als durch die Baumwollproduktion.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Burkina Faso

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Treffen mit Roch Marc Christian Kaboré, dem Präsidenten von Burkina Faso, Berlin, 21. Februar 2019

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Treffen mit Roch Marc Christian Kaboré, dem Präsidenten von Burkina Faso, Berlin, 21. Februar 2019

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei einem Treffen mit Roch Marc Christian Kaboré, dem Präsidenten von Burkina Faso, Berlin, 21. Februar 2019

Burkina Faso gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber und ein wichtiger Partner des Landes.

Die aus der internationalen Zusammenarbeit stammenden Gelder sind für Burkina Faso lebensnotwendig. Zuschüsse und Auslandskredite machen rund 70 Prozent des Staatshaushaltes aus.

Im Juli 2017 sagte Deutschland für die bilaterale Entwicklungszusammenarbeit Mittel in Höhe von 102,2 Millionen Euro zu. 2018 erfolgte eine Zwischenzusage von 38 Millionen Euro. Die nächsten Regierungsverhandlungen sind für 2020 geplant.

Mit der Regierung von Burkina Faso wurden drei Schwerpunkte der Zusammenarbeit vereinbart. Sie ergänzen das Engagement anderer Geber in Burkina Faso:

  • Landwirtschaft und Ernährungssicherung
  • Dezentralisierung und Kommunalentwicklung
  • Trinkwasser- und Sanitärversorgung 

Außerdem engagiert sich Deutschland für den Schutz von Kinderrechten. Diese Schwerpunkte fügen sich in die nationale Armutsbekämpfungs- und Wachstumsstrategie (Plan national de développement économique et social, PNDES) für die Jahre 2016 bis 2020 ein.

Marktszene in Burkina Faso: Verkauf von Tomaten

Marktorientierte Produktion und Verarbeitung Interner Link

Für die Ernährung der Menschen in Burkina Faso und für die Bekämpfung der Armut spielt die Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Die Regierung hat darum mit deutscher Unterstützung eine Strategie für die ländliche Entwicklung erarbeitet. Sie bildet den Rahmen für die deutsche Entwicklungszusammenarbeit.

Eine Frau in Burkina Faso arbeitet an einem Laptop.

Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen fördern Interner Link

Die Förderung der Demokratie und der Teilhabe aller gesellschaftlichen Gruppen an der Entwicklung von Burkina Faso ist das wichtigste Ziel des Schwerpunktbereichs "Dezentralisierung und Kommunalentwicklung" der burkinisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Ausbildung zum Klempner im Berufsbildungszentrum der nationalen Wasserbehörde in Burkina Faso

Bessere Infrastruktur für den Wassersektor Interner Link

Die Wasserversorgungssysteme Burkina Fasos reichen nicht aus, um die Bevölkerung mit sauberem Trinkwasser zu versorgen. In Zukunft wird diese Situation noch durch schwindende Grund- und Oberflächenwasservorräte verschärft.

Grundschülerin in einer Schule in Dano, Burkina Faso

Zugang zu Bildung verbessern Interner Link

Dem Schutz gefährdeter Bevölkerungsgruppen, zu denen Kinder und sozial benachteiligte Jugendliche gehören, kommt in Burkina Faso besondere Bedeutung zu. Trotz eines insgesamt guten rechtlichen Rahmens werden Kinderrechte häufig missachtet und verletzt.