Arbeiter in einer Baumwollentkernungsanlage in Ouagadougou

Wirtschaftliche Situation Starke Abhängigkeit von Gold und Baumwolle

Die Wirtschaftsleistung von Burkina Faso ist im regionalen Vergleich gut. Trotz Herausforderungen wie der internationalen Finanzkrise und der Ernährungskrise in der Sahelzone konnte Burkina Faso auf makroökonomischer Ebene Fortschritte machen.

Die Inflation ist seit mehreren Jahren relativ niedrig (2018: 1,9 Prozent), das Wirtschaftswachstum erreichte 2018 6,8 Prozent und soll laut Weltbank in den nächsten Jahren in etwa auf diesem Niveau bleiben. Doch durch die wenig diversifizierte Wirtschaft – Hauptexportprodukte sind Gold und Baumwolle – ist das Land sehr stark von Weltmarktpreisen und klimatischen Bedingungen abhängig. Ernteausfälle und fallende Goldpreise haben zu einem drastischen Einbruch der Einnahmen geführt.

Der geringe Bildungsstand, das ungenügende Gesundheitswesen, die qualitativ und quantitativ nicht ausreichende Wasserversorgung und die unzureichende Nutzung der vorhandenen Potenziale in der Landwirtschaft hemmen die wirtschaftliche Entwicklung des Landes. Hinzu kommen ungünstige Produktionsfaktoren. So entstehen durch die Binnenlage Burkina Fasos sehr hohe Kosten für Transport und Energie. Außerdem ist das Ausbildungs- und Produktivitätsniveau gering. Mehr als 60 Prozent der Bevölkerung können nicht lesen und schreiben.

Das starke Bevölkerungswachstum erschwert die ohnehin schwierige Situation zusätzlich: Obwohl gutes Ackerland sehr knapp ist, müssen immer mehr Menschen ernährt werden. Die Bevölkerung weicht darum in Gebiete aus, die noch fruchtbar sind. Viele neu erschlossene Flächen werden so intensiv genutzt, dass die Böden auf Dauer unbrauchbar werden. Wenn die Bevölkerung weiter so stark wächst, wird Burkina Faso schon in wenigen Jahrzehnten an die Grenzen seiner eigenen Ernährungsmöglichkeiten stoßen. Voraussichtlich wird das zu einer zunehmenden Verstädterung führen. Derzeit liegt der Anteil der Stadtbewohner an der Gesamtbevölkerung bei knapp 30 Prozent.