Arbeiter in einer Baumwollentkernungsanlage in Ouagadougou

Wirtschaftliche Situation Starke Abhängig­keit von Gold und Baum­wolle

Vor Ausbruch der Corona-Pandemie zählte Burkina Faso zu den am schnellsten wachsenden Volks­wirtschaften Afrikas. In den vergang­enen Jahren lag das Wirtschafts­wachstum zwischen 5,7 und 6,7 Prozent. 2020 ging es pandemie­bedingt auf zwei Prozent zurück. 

Ab 2021 rechnet der Inter­nationale Währungs­fonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) mit einer Erholung der Wirtschaft und Wachstums­raten von über fünf Prozent in den kommenden Jahren.

Die Corona-Pandemie hat deutlich aufgezeigt, dass die burkinische Volks­wirtschaft nicht in der Lage ist, auftretende Krisen abzufedern. Die Wirtschafts­struktur ist zu wenig diversifiziert. Hauptexport­produkte sind Gold und Baum­wolle, dadurch ist das Land sehr stark von äußeren Faktoren wie Welt­markt­preisen, Liefer­ketten und klimatischen Beding­ungen abhängig.

Die kritische Sicherheits­lage, der geringe Bildungs­stand und die schlechte ausgebaute Infra­struktur hemmen die wirtschaft­liche Entwick­lung des Landes. Hinzu kommen geografische Stand­ort­nachteile: Da Burkina Faso keinen Zugang zum Meer hat, sind die Transport­kosten für die Export­wirtschaft hoch.

Das Bevölkerungs­wachstum erschwert die Situation zusätzlich. Obwohl gutes Acker­land knapp ist, müssen immer mehr Menschen ernährt werden. Viele neu erschlos­sene Flächen werden nicht nach­haltig genutzt, sodass die Böden auf Dauer unbrauchbar werden. Bereits jetzt ist nach Schätz­ungen etwa ein Drittel der Landes­fläche degradiert (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Gleichzeitig schöpft das Land vorhandene Potenziale zur Produktivitäts­steigerung nicht aus. Den Landwirten fehlt der Zugang zu modernen Produktions­methoden und angepassten Finanz­dienst­­leistungen. Hier setzt die deutsche Ent­wicklungs­zusammen­arbeit an (siehe auch: Kernthema "Eine Welt ohne Hunger").