Politische Situation Demokratischer Neuanfang und regionale Integration

Im Oktober 2014 sollte das burkinische Parlament über eine Änderung der Verfassung abstimmen, die dem seit 27 Jahren amtierenden Staatspräsidenten Blaise Compaoré eine weitere Amtszeit ermöglichen sollte.

Straßenverkehr in Ouagadougou

Straßenverkehr in Ouagadougou

Straßenverkehr in Ouagadougou

Massenproteste in der Hauptstadt Ouagadougou und der zweitgrößten Stadt Bobo-Dioulasso führten jedoch dazu, dass Compaoré am 31. Oktober 2014 seinen Rücktritt bekannt gab. Das Militär übernahm kurzzeitig die Macht und übergab sie dann an eine zivile Übergangsregierung. Im Februar 2015 versuchte die Präsidialgarde des früheren Präsidenten Compaoré einen Putsch gegen diese Übergangsregierung. Der Putsch konnte jedoch abgewendet werden und die Präsidialgarde wurde aufgelöst.

Bei den frei und fair verlaufenen Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im November 2015 wurde Roch Kaboré zum neuen Präsidenten gewählt. Er ist Parteichef des Mouvement du Peuple pour le Progrès (MPP, deutsch: Volksbewegung für den Fortschritt). Bei den Präsidentschaftswahlen im November 2020 wurde Roch Kaboré im ersten Wahlgang wiedergewählt.

Im Januar 2016 wurde die Hauptstadt Ouagadougou Ziel eines terroristischen Anschlags der Gruppe AQIM (Al Quaida im islamischen Maghreb), bei dem 30 Menschen getötet und über 50 Personen schwer verletzt wurden. Der demokratische Neuanfang wurde durch diesen Angriff und weitere schwere Anschläge deutlich überschattet.

Engagement für regionale Integration

Burkina Faso engagiert sich für die politische und wirtschaftliche Integration Afrikas. Das Land ist Mitglied in verschiedenen Regionalorganisationen, unter anderem in der Westafrikanischen Wirtschafts- und Währungsgemeinschaft (UEMOA) sowie der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (ECOWAS). Der Ausbau der Beziehungen zu den Nachbarländern sowie die Vertiefung der Beziehungen zu den wichtigsten Geberländern (EU-Mitgliedsstaaten, Schweiz, Kanada, Taiwan sowie die USA) haben für die Regierung Priorität.

Burkina Faso ist Gründungsmitglied des Regionalbündnisses "G5 du Sahel", dem auch Mali, Mauretanien, Niger und Tschad angehören. 2017 wurde die Sahel-Allianz von Deutschland, Frankreich und der Europäischen Union gegründet, um die G5 zu unterstützen.

Burkina Faso war und ist an verschiedenen Friedensmissionen der Afrikanischen Union und der Vereinten Nationen beteiligt, unter anderem in Côte d’Ivoire, Haiti, der Demokratischen Republik Kongo, der Zentralafrikanischen Republik, Mali und dem Sudan. Burkina Faso spielt dank seiner relativen politischen Stabilität eine positive Rolle in der Region. So hat sich der damalige Präsident Compaoré 2010 als Mediator in Guinea und Côte d’Ivoire für die Sicherung eines stabilen Friedens und die Durchführung von freien Wahlen eingesetzt.