Menschenrechte Grundrechte müssen noch besser respektiert werden

Die Lage der Menschenrechte hat sich verbessert. In den vergangenen Jahren wurden verschiedene Maßnahmen zu ihrem Schutz ergriffen. Dazu gehören unter anderem die Gründung eines Fonds für die Opfer politischer Gewalt und der Einstieg in Reformen des Justizwesens.

Eine Frau mit Kindern an einer Wasserstelle in Burkina Faso

Eine Frau mit Kindern an einer Wasserstelle in Burkina Faso

Eine Frau mit Kindern an einer Wasserstelle in Burkina Faso

Auf dem Land werden die Grundrechte – und besonders die Frauenrechte – noch wenig respektiert; Frauen sind kaum an politischen Entscheidungsprozessen beteiligt. Seit 2009 ist deshalb bei allgemeinen Wahlen eine Frauenquote von 30 Prozent vorgeschrieben. Die burkinische Armutsbekämpfungsstrategie baut auf der Gleichberechtigung von Männern und Frauen auf. 2009 wurde erstmals eine nationale Genderstrategie verabschiedet.

Überwindung der weiblichen Genitalverstümmelung

Die weibliche Genitalverstümmelung (FGM) ist gesetzlich verboten. Studien zufolge ist die Zahl der Verstümmelungen insbesondere bei Mädchen unter 14 Jahren deutlich rückläufig (Rate für die Altersgruppe 0 bis 14 Jahre 2010: 13,3 Prozent, 1996 waren es noch rund 66 Prozent). In der erwachsenen Bevölkerung sind immer noch die meisten Frauen betroffen.

Im regionalen Vergleich hat das politische Engagement Burkina Fasos zur Überwindung von FGM Modellcharakter. Burkina Faso war eines der ersten afrikanischen Länder, das 1996 ein Gesetz gegen FGM erlassen hat. Der Einsatz für die Überwindung von FGM begann bereits Mitte der 1970er Jahre mit einem breiten zivilgesellschaftlichen Engagement. 1990 wurde das Nationale Komitee zur Überwindung von FGM (CNLPE) gegründet, dessen Vorsitzende die Frau des damaligen Staatspräsidenten Compaoré war. 2011 wurde das Komitee durch die Regierung in einen Nationalrat umgewandelt, um der Überwindung von FGM zusätzliche Dynamik zu verleihen. Der Tatbestand von FGM wird mit Gefängnisstrafen zwischen sechs Monaten und drei Jahren geahndet. Bei FGM mit Todesfolge wird eine Gefängnisstrafe von fünf bis zehn Jahren verhängt.

Kinderarbeit und Kinderhandel weit verbreitet

Trotz gesetzlich festgeschriebener Kinder- und Jugendrechte sind die Lebensbedingungen dieser Bevölkerungsgruppe schwierig: Kinderarbeit und Kinderhandel sind nach wie vor verbreitet; über 40 Prozent der Kinder arbeiten, davon der überwiegende Teil in sogenannten "schädlichen und gefährlichen Beschäftigungen" (zum Beispiel in Goldminen). Der Anteil der Kinder, die aus Arbeitsgründen von ihren Eltern getrennt leben (zum Beispiel als illegale Migranten in Nachbarstaaten), wird auf fünf Prozent geschätzt. 52 Prozent aller Mädchen sind vor Erreichen des 18. Lebensjahres verheiratet.

Eine Gesundheitshelferin spricht über Mütter- und Kindergesundheit und Hygiene in Djomga, Burkina Faso

Eine Gesundheitshelferin spricht über Mütter- und Kindergesundheit und Hygiene in Djomga, Burkina Faso

Eine Gesundheitshelferin spricht über Mütter- und Kindergesundheit und Hygiene in Djomga, Burkina Faso