Bajajs, motorisierte Rikschas, im Straßenverkehr von Mogadischu, der Hauptstadt Somalias

Somalia Staatsbildung unter schwierigsten Bedingungen

Jahrzehnte der Militärdiktatur und des Bürgerkriegs haben die staatlichen Strukturen in Somalia zusammenbrechen lassen. Mit einer neuen, vorläufigen Verfassung wurde 2012 die Staatsordnung formal wiederhergestellt und Somalia in eine Bundesrepublik umgewandelt. Bislang ist es jedoch nicht gelungen, das Land nachhaltig zu befrieden und zu stabilisieren.

Direkt zu
Ein Soldat der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) auf Patrouille in Mogadischu

Der Staatsbildungsprozess wird durch anhaltende Konflikte zwischen der Zentralregierung und den Bundesstaaten, Clanrivalitäten und terroristische Bedrohungen behindert. Die islamistische Terrorgruppe Al-Shabaab kontrolliert weite Teile des südlichen Somalias. Im Nordwesten des Landes hat sich die Region Somaliland 1991 zur eigenständigen Republik erklärt, sie wird allerdings international nicht anerkannt.

Verschärft wird die Krise durch wiederholte Naturkatastrophen und die Folgen des Klimawandels. Das Land leidet unter der schwersten Dürre seit 40 Jahren. Nach Angaben der Vereinten Nationen war im Juni 2022 die Ernährung von mehr als sieben Millionen Menschen nicht gesichert – das ist fast die Hälfte der etwa 16 Millionen Einwohnerinnen und Einwohner. Rund 330.000 Kinder waren akut vom Hungertod bedroht. Mehr als eine halbe Million Menschen sind allein im ersten Quartal 2022 durch die Dürre aus ihren Heimatorten vertrieben worden.

Die schlechte Sicherheitslage sowie infolge des Ukrainekriegs stark gestiegene Nahrungsmittel- und Treibstoffpreise erschweren die humanitäre Versorgung der Betroffenen.


Deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Somalia

Somalia gehört zu den sogenannten Nexus- und Friedenspartnern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit. Mit ihnen arbeitet das BMZ an strukturellen Ursachen von Konflikten, Flucht und Gewalt. Ziel der Zusammenarbeit mit Somalia ist es, durch gezielte Unterstützung somalischer Institutionen das Land zu stabilisieren, den Frieden zu fördern und Lebensperspektiven für die Bevölkerung zu schaffen. Kernthemen sind dabei:

  • Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt
  • Leben ohne Hunger
  • Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung

2020 hat das BMZ Somalia 114 Millionen Euro zur Verfügung gestellt, 2021 beliefen sich die Zusagen auf 54,6 Millionen Euro. Als Reaktion auf die aktuelle Dürrekatastrophe hat das BMZ die Mittel für die strukturbildende Übergangshilfe sowie für die Sonderinitiativen „Flucht“ und „Eine Welt ohne Hunger“ aufgestockt.

Eine junge Frau mit einer somalischen Fahne während einer Demonstration in Marka, Somalia

Kernthema “Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt” Konflikten vorbeugen, Stabilität zurückgewinnen Interner Link

Um die politische Stabilität zu erhöhen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt in Somalia zu stärken, nimmt die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die strukturellen Ursachen von Konflikten in den Blick.

Junge Maispflanzen in Somalia

Kernthema “Leben ohne Hunger” Landwirtschaft an den Klimawandel anpassen Interner Link

Um die Ernährungssituation zu verbessern, die landwirtschaftliche Produktion anzukurbeln und der krisenbedingten Landflucht entgegenzuwirken, fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit eine klimaangepasste Agrarwirtschaft in Somalia.

Schüler mit Büchern in Jowhar, Somalia

Kernthema “Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung” Moderne Berufsausbildung soll Perspektiven schaffen Interner Link

Berufliche Bildung und Beschäftigung sind wichtige Ansatzpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Somalia, um die Armut im Land zu verringern und vor allem den jungen Menschen Perspektiven zu bieten.

Aktuelle Situation

Politische Situation
Ansicht der somalischen Hauptstadt Mogadischu
Sicherheitslage
Ein Soldat der Mission der Afrikanischen Union in Somalia (AMISOM) auf Patrouille in Mogadischu
Soziale Situation
Eine Mutter sitzt mit ihrem Kleinkind vor einem Zelt im Flüchtlingslager Hilac in Baidoa, Somalia.
Wirtschaftliche Situation
Vieh wird im Hafen von Mogadischu für den Export verladen.

Stand: 16.08.2022