Stadtansicht von Addis Abeba, der Hauptstadt von Äthiopien

Äthiopien Aufstrebendes Land mit großen Herausforderungen

Äthiopien ist auf einem guten Weg, die Lebensverhältnisse seiner Bevölkerung nachhaltig zu verbessern. Möglich wird das durch die großen Entwicklungsanstrengungen der äthiopischen Regierung, die Unterstützung der Geberländer sowie durch das in den vergangenen Jahren erreichte Wirtschaftswachstum. Aktuell gehört Äthiopien noch zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Erde . Die weiterhin andauernden Spannungen und Konflikte im Land geben Anlass zu großer Sorge.

Die Regierung unter Premierminister Abiy Ahmed hat 2018 einen umfassenden und tiefgreifenden Reformprozess in Gang gesetzt, um das Land zu demokratisieren und die Wirtschaft weiter anzukurbeln. Die Politik ist sehr entwicklungsorientiert und zeugt von einer großen Entschlossenheit, die ehrgeizige nationale Entwicklungsstrategie umzusetzen.

Deutschland unterstützt diesen Kurs und hat im November 2019 eine Reformpartnerschaft mit Äthiopien vereinbart – eine vertiefte Form der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit reformorientierten afrikanischen Partnerländern im Rahmen der G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiative "Compact with Africa".

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland fördert in Äthiopien Programme in den Kernthemen Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs, „Eine Welt ohne Hunger“ sowie Schutz unserer Lebensgrundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen.

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unterstützt Äthiopien bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie. Darüber hinaus unterstützt das BMZ Äthiopien bei der Versorgung von Geflüchteten. Ende Januar 2021 waren rund 800.000 Flüchtlinge in dem ostafrikanischen Land registriert – hauptsächlich Menschen aus den Nachbarstaaten Südsudan, Somalia und Eritrea.

Aktuelle Situation

Mädchen aus Äthiopien

Reformkurs und innenpolitische Herausforderungen Interner Link

Die Ernennung des reformorientierten Premierministers Abiy Ahmed im April 2018 hat zu einer Aufbruchstimmung im Land geführt. Mit beeindruckender Geschwindigkeit vollzog Abiy einen grundlegenden Wandel in der Innen-, Wirtschafts- und Außenpolitik des Landes.

Arbeiterinnen in einer Fabrik für Textilien in Äthiopien

Entwicklungsorientierung zeigt Erfolge Interner Link

Die äthiopische Regierung verfolgt äußerst ehrgeizige Reformpläne, um den Staat zu modernisieren und die Armut zu reduzieren. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI) nimmt Äthiopien Rang 173 der 189 gelisteten Staaten ein.

Windenergie-Labor Danotek in Addis Abeba. Hier werden Hochleistungs-Generatoren für Windräder entwickelt, die später in den USA und in Europa produziert werden.

Industrie und Landwirtschaft im Blick Interner Link

Äthiopiens Wirtschaft erreichte in den Jahren 2007 bis 2017 Wachstumsraten zwischen 8,6 und 12,6 Prozent. Im Jahr 2018 fiel das Plus mit 6,8 Prozent etwas geringer aus, für die folgenden Jahre rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF) ebenfalls mit Werten zwischen sieben und acht Prozent (Stand: Oktober 2019).

Standbild aus dem Video: Kaffee und Honig aus den Wäldern Äthiopiens
Video: Kaffee und Honig aus den Wäldern Äthiopiens

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Äthiopien

Äthiopien gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. 2019, im Zuge des Abschlusses der deutsch-äthiopischen Reformpartnerschaft, sagte das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) Äthiopien insgesamt 352,5 Millionen Euro neu zu. Darin enthalten sind Mittel aus der Übergangshilfe, der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ und der Sonderinitiative Flucht.

Die Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf drei Kernthemen:

  • Ausbildung und nachhaltiges Wachstum für gute Jobs
  • Eine Welt ohne Hunger
  • Schutz unserer Lebensgrundlagen – Umwelt und natürliche Ressourcen

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie unterstützt das BMZ Äthiopien bei der Umsetzung des äthiopischen Corona-Reaktionsplans, fördert Maßnahmen in Kooperation mit der Weltgesundheitsorganisation und zur Linderung der wirtschaftlichen Folgen (Unterstützung des Textilsektors).

Darüber hinaus engagiert sich die Bundesrepublik für die in Äthiopien lebenden Geflüchteten und die einheimische Bevölkerung in den aufnehmenden Gemeinden. Um die Lebensbedingungen und wirtschaftlichen Perspektiven beider Gruppen zu verbessern, werden insbesondere Maßnahmen zur Ernährungssicherung, Gesundheitsvorsorge und zur Wasser- und Sanitärversorgung sowie Angebote der beruflichen Bildung gefördert.

Reformpartnerschaft

Um den äthiopischen Reformkurs zu unterstützen, hat die Bundesregierung im November 2019 eine Reformpartnerschaft mit Äthiopien vereinbart. Mit den Reformpartnerschaften leistet Deutschland einen Beitrag zur G20-Initiative "Compact with Africa". Diese zielt darauf ab, in den teilnehmenden afrikanischen Ländern Privatinvestitionen zu steigern und Arbeitsplätze zu schaffen.

In enger Abstimmung mit anderen Bundesministerien konzentriert sich das BMZ auf folgende Bereiche der Zusammenarbeit mit Äthiopien:

Berufsschule in Mekele (Äthiopien)

Fachkräfte für die äthiopische Wirtschaft Interner Link

Ziel der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Äthiopien ist es, die Reformpolitik der Regierung zu unterstützen, die private Wirtschaft und insbesondere den äthiopischen Mittelstand zu stärken und die Perspektiven für die Jugend im Land zu verbessern. Besonders in den technischen und ingenieurwissenschaftlichen Berufen werden Fachkräfte dringend gesucht. Bislang mangelt es den Bewerberinnen und Bewerbern häufig an der notwendigen Qualifikation. Deutschland trägt dazu bei, die berufsbezogene Ausbildung qualitativ zu verbessern und praxisorientierter zu gestalten

Tröpfchenbewässerung auf einem Feld in Äthiopien

Böden schützen, Ernten steigern Interner Link

Die äthiopische Regierung hat sich das Ziel gesetzt, die Ernährung der Bevölkerung langfristig zu sichern. Voraussetzung dafür ist ein verbessertes Landmanagement. Durch den Erhalt und die nachhaltige Nutzung der Ressourcen Boden, Wald und Wasser, verbesserte Ackerbaumethoden und effektiven Erosionsschutz wird die weit verbreitete Bodendegradation – also die Verschlechterung der Leistungsfähigkeit der Böden – verringert. Dadurch können die Erntemengen deutlich gesteigert werden. Die Bauern werden dabei unterstützt, ihre Produktion vielseitiger zu gestalten und die Wasserressourcen verantwortungsvoll zu nutzen.

Papaya-Baum in Äthiopien

Verantwortungsvoller Umgang mit der Natur Interner Link

Äthiopien beheimatet eine Vielzahl von Tier-und Pflanzenarten und ist Teil zweier "Biodiversitäts-Hotspots" von globaler Bedeutung (Horn von Afrika und östliche afromontane Zone). Doch die biologische Vielfalt hat dramatisch abgenommen: Da die Bevölkerung schnell wächst, werden natürliche Ressourcen zu stark ausgebeutet, Naturschutzgebiete als Weideland genutzt und Wälder gerodet, um Brennholz zu gewinnen. Um die verbliebene Biodiversität zu schützen, hat die Regierung 14 Prozent des Landes als Schutzgebiete ausgewiesen. Die Verantwortung für die Verwaltung dieser Gebiete war bislang jedoch ineffizient auf verschiedene Behörden verteilt. Deutschland unterstützt Äthiopien dabei, die Zuständigkeiten neu und transparent zu regeln und den Schutz der natürlichen Ressourcen mit ihrer nachhaltigen Nutzung in Einklang zu bringen.

Straßenbahn in Addis Abeba, Äthiopien

Straßenbahn in Addis Abeba, Äthiopien

Straßenbahn in Addis Abeba, Äthiopien