Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen UNICEF

Logo des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF)
Logo des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen (UNICEF)

Das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Externer Link) (United Nations Children’s Fund, UNICEF) arbeitet seit 1946 für das Wohl der Kinder. Es handelt auf der Grundlage der UN-Kinderrechtskonvention (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von 1989. Diese verpflichtet die Mitgliedstaaten, das Überleben der Kinder zu schützen, ihre Entwicklung zu fördern, sie vor Missbrauch und Gewalt zu schützen und sie an wichtigen Entscheidungen zu beteiligen. 

UNICEF wird derzeit von der Exekutivdirektorin Henrietta H. Fore geleitet. Schwerpunkte der Arbeit von UNICEF sind Kinderrechte , Nothilfe- und Entwicklungs­maß­nahmen.

UNICEF orientiert sich dabei stark an den beschlossenen Nachhaltigkeits­zielen der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und ist eine der wenigen UN-Organisationen, die ein duales Mandat sowohl für humanitäre Hilfe als auch für Entwicklungs­zusammen­arbeit besitzen.

UNICEF arbeitet stark operativ und ist  in über 190 Ländern und Territorien vertreten, mit fast 13.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. UNICEF kooperiert mit einer Vielzahl an Partnern, darunter UN-Organisationen (zum Beispiel UNFPA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), UN Women (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), UNAIDS (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), UNESCO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), WHO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), WFP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).

Das BMZ hat seit 2012 innerhalb der Bundesregierung die Federführung für UNICEF und vertritt die deutschen Interessen in dessen Exekutivrat (Externer Link)

UNICEF sorgt für die Einschulung von syrischen Flüchtlingskindern in libanesischen öffentlichen Schulen.

UNICEF sorgt für die Einschulung von syrischen Flüchtlingskindern in libanesischen öffentlichen Schulen.

Kinder essen ein Nahrungsergänzungsmittel in einer Regierungsklinik in der Demokratischen Republik Kongo. Durch die Versorgung von Kindern mit Vitamin-A-Zusätzen konnte die Kindersterblichkeit in der Demokratischen Republik Kongo gesenkt werden.

Kinder essen ein Nahrungsergänzungsmittel in einer Regierungsklinik in der Demokratischen Republik Kongo. Durch die Versorgung von Kindern mit Vitamin-A-Zusätzen konnte die Kindersterblichkeit in der Demokratischen Republik Kongo gesenkt werden.

Ein Kind erhält eine Impfung in einer von UNICEF unterstützten Klinik in Dayr Hafir, im Osten des ländlichen Aleppo in Syrien.

Ein Kind erhält eine Impfung in einer von UNICEF unterstützten Klinik in Dayr Hafir, im Osten des ländlichen Aleppo in Syrien.

UNICEF verteilt Hygieneprodukte an Binnenvertriebene in der Shire-Sekundarschule in der Region Tigray in Äthiopien.

UNICEF verteilt Hygieneprodukte an Binnenvertriebene in der Shire-Sekundarschule in der Region Tigray in Äthiopien.

UNICEF Äthiopien verteilt lebenswichtige Hilfsgüter für Gesundheit, Ernährung, sanitäre Einrichtungen und Hygiene in der Region Tigray.

UNICEF Äthiopien verteilt lebenswichtige Hilfsgüter für Gesundheit, Ernährung, sanitäre Einrichtungen und Hygiene in der Region Tigray.

Programmarbeit von UNICEF

Die Programmarbeit von UNICEF konzentriert sich auf fünf Zielbereiche:

  • Verbesserung der Überlebenschancen und einer gesunden Entwicklung von Kindern
  • Bereitstellung von Bildungsmöglichkeiten in ausreichender Qualität für alle Kinder und Jugendliche
  • Stärkung von Kinderschutz und Kinderrechten, um Gewalt gegen Kinder und Ausbeutung zu verhindern
  • Schaffung einer sicheren und sauberen Umwelt für jedes Kind
  • Förderung der Chancengleichheit und Stellung von Kindern in der Gesellschaft 

Diese Zielbereiche sind im Strategischen Plan 2018 bis 2021 (Externer Link) der Organisation festgehalten. UNICEF erarbeitet in Konsultation mit den Mitgliedsstaaten derzeit seinen Strategischen Plan 2022 bis 2025, der sich voraussichtlich ebenfalls im Kern an diesen fünf Zielbereichen orientieren wird. 

BMZ-Kooperation mit UNICEF

Schülerinnen und Schüler einer Schule in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik

UNICEF ist für das BMZ ein zentraler Partner bei der Unter­stützung von Kindern und Jugendlichen und der Stärkung ihrer Rechte weltweit. Seit Beginn der Feder­führung durch das BMZ und der heraus­ge­hobenen Ko­opera­tion im Jahr 2013 hat das BMZ die Zu­sam­men­ar­beit mit UNICEF deut­lich aus­ge­baut.

Schülerin in einem Flüchtlingslager in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik

Deutschland ist mittlerweile zweit­größter Beitrags­partner von UNICEF und unterstützte das Kinderhilfswerk im Jahr 2020 mit einem un­ge­bundenen frei­willigen Kern­bei­trag von 90 Millionen Euro zur flexiblen Fi­nan­zie­rung der Kern­auf­gaben der Or­ga­ni­sa­tion. Dieser Kern­bei­trag ist in den letzten Jahren stark gestiegen: Im Jahr 2016 betrug er noch zehn Millionen Euro. Zudem sagte das BMZ UNICEF im Jahr 2020 pro­jekt­be­zo­gene Mittel in Höhe von über 500 Millionen Euro zu.

Flüchtlingslager in Nigeria

Das BMZ setzt in seiner Förderung einen Fokus auf UNICEF-Pro­gramme in Krisen-, Konflikt- und Flucht­si­tu­a­tionen. Die re­gio­nalen Schwer­punkte liegen im Nahen Osten, der Sahel-Region (West­afrika) sowie Ost- und Zentral­afrika. Darüber hinaus gibt es auch Ko­opera­tio­nen in Ländern wie Bangladesch und der Ukraine. Ein Groß­teil der BMZ-Mittel stammt aus der struktur­bildenden Übergangshilfe und der Sonderinitiative Flucht.

Insbesondere in Fluchtsituationen wie in Syrien und vor allem seinen Nachbarländern, aber auch in der Rohingya-Krise in Bangladesch setzt das BMZ einen Fokus auf Bildungsförderung für Kinder und Jugendliche. Dies wird oft ergänzt durch Maßnahmen im Bereich Wasser, Sa­ni­tär, Hygiene (WASH) und Maßnahmen zur psy­cho­so­zia­len Unter­stützung.

In den Kooperationsländern in Subsahara-Afrika fördert das BMZ meist multisektorale Programmansätze zur umfassenden Stärkung der Wider­stands­fäh­ig­keit (Resilienz) der Menschen und Gemeinden. Diese Pro­gramme kombinieren Maßnahmen aus den Bereichen Ernährungssicherung, WASH, Gesundheit, Bildung soziale Sicherung und friedliches Zusammenleben.

Eine verknotete Pistole: Das Werk "Non Violence" des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd steht als Friedenssymbol seit 1988 vor dem Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York.

Insbesondere in Subsahara-Afrika setzt das BMZ seit 2017 verstärkt auf gemeinsam konzipierte und umgesetzte, integrierte Programme von UNICEF mit anderen zentralen UN-Partnern. Dies umfasst das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (WFP), aber auch die Ernährungs- und Land­wirt­schafts­or­ga­nisation der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (FAO) und das UN-Flüchtlingshilfswerk (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (UNHCR).

Zudem zielen die Programme auf eine bestmögliche Verbindung von kurz- bis mittelfristiger Krisen­be­wäl­ti­gung mit längerfristiger Entwicklungs­zusammen­arbeit und werden zunehmend mit friedensfördernden Maßnahmen verknüpft. Dies entspricht den Anforderungen, die sich aus den Wechselwirkungen im sogenannten Humanitarian-Development-Peace-Nexus ergeben.

Corona-Krise

Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO)

UNICEF spielt als Organisation mit Mandat für hu­ma­ni­täre Hilfe und Ent­wick­lungs­auf­gaben eine zentrale Rolle bei der Ein­dämmung der Corona-Pandemie und der Be­wäl­ti­gung ihrer Folgen.

Der humanitäre Hilfsaufruf von UNICEF für 2021 liegt mit 6,39 Milliarden Euro auf Rekordniveau.

Neben der Gesundheits­versorgung und Infektions­prä­vent­ion ist UNICEF wichtiger Akteur für die Ab­federung der sozio-öko­no­mischen Folgen für Kinder und Familien – unter anderem im Bildungs­bereich, der Er­nährungs­situation und der sozialen Siche­rung – und einer der zentralen Akteure im Bereich der Wasser­ver­sorgung und Hygiene (WASH). 

In der Gesundheitsvorsorge  spielt UNICEF in Allianzen wie GAVI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) eine wichtige Rolle: UNICEF ist der weltweit größte Einkäufer von Impfstoffen. Das BMZ arbeitet mit UNICEF eng bei der Eindämmung der Pandemie sowie der Bekämpfung ihrer mittel- und länger­fristigen Folgen zusammen.

Beispiele für die Zusammenarbeit von UNICEF und BMZ

Deutsches Komitee für UNICEF

UNICEF Deutschland (Externer Link) (genauer: Deutsches Komitee für UNICEF e.V.)  ist eine deutsche Nichtregierungsorganisation , die in Deutschland in enger Kooperation mit UNICEF für Kinderrechte wirbt und Spenden für UNICEF sammelt.

Spenden sind eine wesentliche Finanzierungsquelle für UNICEF weltweit. UNICEF Deutschland ist eines von UNICEFs weltweit 33 organisierten nationalen Komitees und gehört regelmäßig zu denen mit dem höchsten Spendenaufkommen. 2019 warb UNICEF Deutschland Mittel in Höhe von 126 Millionen Euro ein, insgesamt 94 Millionen Euro konnte das Komitee für internationale UNICEF-Programme zur Verfügung stellen. 

Die Bundesregierung kooperiert mit dem deutschen Nationalkomitee auf verschiedenen Ebenen. Dies umfasst den innenpolitischen Dialog zwischen dem Nationalkomitee und den zuständigen Behörden zum Thema Kinderrechte in Deutschland. Das Nationalkomitee ist zudem Teil des Thementeams Kinderrechte des BMZ. Darüber hinaus informieren UNICEF und das BMZ regelmäßig gemeinsam zur Situation von Kindern und Jugendlichen weltweit und setzen sich für deren Wohl und Rechte ein.