Übereinkommen über die Rechte des Kindes (UN-Kinder­rechtskonvention)

Durch die UN-Konvention über die Rechte des Kindes von 1989 wurden die Kinderrechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) völkerrechtlich verbindlich ausformuliert. Die Kinder­rechts­konvention gilt für alle Kinder und Jugendlichen, die jünger als 18 Jahre sind. Sie umfasst 54 Artikel, die weltweit gültige Maßstäbe für eine kind­gerechte Gesellschaft und auch die Aufgaben von Staat und Gesellschaft zur Durchsetzung dieser Rechte beschreiben.

Die Konvention definiert bürgerliche, politische, wirtschaftliche, soziale und kulturelle Rechte von Kindern. Sie ist in drei Rechts­kategorien gegliedert:

  1. Förderrechte, die die Versorgung und Entwicklung von Kindern gewährleisten;
  2. Schutzrechte, die Kinder vor Gewalt, Missbrauch, Ausbeutung und in Flucht- und Krisen­situationen schützen sowie
  3. Beteiligungsrechte, die Kindern garantieren, an Entscheidungen, die sie betreffen, beteiligt und gehört zu werden.

Im "besten Interesse des Kindes" zu handeln, ist ein zentrales Prinzip der Kinder­rechts­konvention, an das sich staatliche Behörden der Vertrags­staaten zum Schutz der Kinderrechte halten müssen.

Zusatzprotokolle

Seit dem Jahr 2000 hat die General­versammlung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Vereinten Nationen drei Zusatz­protokolle zur Kinder­rechts­konvention verabschiedet: Das erste trat 2002 in Kraft und untersagt Vertrags­staaten, Personen unter 18 Jahren an bewaffneten Konflikten teilnehmen zu lassen. Das zweite Protokoll trat ebenfalls 2002 in Kraft und verbietet Kinder­handel, -prostitution und -pornographie. Das dritte Protokoll ist seit 2011 in Kraft und sieht die Möglichkeit der Individual­beschwerde vor: Kinder und Jugendliche, die ihre in der Konvention verankerten Rechte als verletzt ansehen und den nationalen Rechtsweg ausgeschöpft haben, können Beschwerde beim UN-Kinder­rechts­ausschuss einlegen.

Die Kinder­rechts­konvention hat die größte internationale Zustimmung von allen Menschen­rechts­abkommen; sie wurde von 196 Staaten ratifiziert. 171 Staaten haben das erste Zusatz­protokoll, 177 Staaten das zweite und 47 Staaten das dritte Zusatz­protokoll ratifiziert (Stand April 2021). Deutschland trat der Konvention 1992 bei und hat alle drei Zusatz­protokolle ratifiziert.

Externer Link: Übereinkommen über die Rechte des Kindes (mit allen Zusatzprotokollen) (PDF 837 KB) (Externer Link)

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Stichwort: Regionale Kinderrechtsabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)