Der Vulkan Cotopaxi (5897 Meter) in Ecuador

Ecuador Land im Umschwung

Ecuadors Staatspräsident Lenín Moreno, seit Mai 2017 im Amt, distanziert sich offen von der Politik seines Vorgängers Rafael Correa und hat einen gemäßigten, auf internationale Partnerschaften ausgerichteten Weg eingeschlagen. Er demonstriert Offenheit, Bereitschaft zum Dialog und zur Zusammenarbeit mit Wirtschaft und Zivilgesellschaft.

Ecuador steckt jedoch in einer schweren Wirtschaftskrise. Die Regierung hat einen Kredit des Internationalen Währungsfonds (IWF) in Höhe von 4,2 Milliarden US-Dollar erhalten und sich verpflichtet, im Gegenzug die öffentlichen Ausgaben zu kürzen. Der Abbau der in den 1970er Jahren eingeführten Kraftstoffsubventionen ist Teil der Verpflichtungen.

Moreno hat daher im Oktober 2019 ein entsprechendes Sparprogramm vorgelegt, zu dem unter anderem eine Streichung von Subventionen für Gas, Benzin und Diesel gehörten. Als Reaktion hierauf kam es landesweit und vor allem in der Hauptstadt Quito zu gewaltsamen Massenprotesten und Konfrontationen mit Sicherheitskräften.

In der Folge einigte sich die Regierung mit Vertretern der Konföderation der Indigenen Völker (CONAIE) darauf, das umstrittene Spardekret und damit die Streichung der Subventionen zurückzunehmen. Weitere wirtschaftliche Reformen werden jedoch von der Regierung als notwendig erachtet.

Entwicklungszusammenarbeit

Deutschland ist einer der größten bilateralen Geber in der Entwicklungszusammenarbeit mit Ecuador. Die Kooperation konzentriert sich auf den Umwelt- und Ressourcenschutz sowie auf den Bereich Staat, Demokratie und Teilhabe.

Erstes Treffen der andinen Völker für Sumak Kawsay 2011 in Ecuador

Ehrgeizige Entwicklungsziele Interner Link

Während der Amtszeit von Präsident Rafael Correa (2007 bis 2017) hat in Ecuador ein radikaler Umschwung stattgefunden. Correa selbst bezeichnete seine Politik als "Bürgerrevolution".

Häuser auf einem Hügel in Quito, Ecuador

Weniger Menschen in Armut Interner Link

Ecuador zählt zu den Ländern mit gehobenem mittlerem Einkommen. Erste Erfolge der Reformpolitik der vergangenen zehn Jahre sind zu verzeichnen: Armut und soziale Ungleichheit haben deutlich abgenommen.

Warnschild in einem Ölfördergebiet in Ecuador

Große Abhängigkeit vom Erdöl Interner Link

Ökonomisches Leitbild der ecuadorianischen Regierung ist das Konzept der "solidarischen Wirtschaft", die im Dienst der Gesellschaft steht. Angestrebt wird außerdem eine ökologisch nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.

Eine circa 100 Jahre alte Galapagos-Riesenschildkröte, Charles-Darwin Forschungsstation auf der Insel Santa Cruz, Galapagosinseln, Ecuador

Außergewöhnliche Artenvielfalt Interner Link

Ecuador gehört zu den Ländern mit der größten Artenvielfalt der Welt. In den Mangrovensümpfen an der Küste, den Bergwäldern der Anden, im tropischen Regenwald des Amazonasgebiets und auf dem Galapagos-Archipel sind zahlreiche Tier- und Pflanzenarten zu finden, die es nirgendwo sonst auf der Erde gibt.

Deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit mit Ecuador

Die Bundesrepublik zählt zu den wichtigsten bilateralen Gebern, die sich in Ecuador engagieren. Für die Zusammenarbeit wurden im Oktober 2018 bei Regierungsverhandlungen 48,9 Millionen Euro neu von Deutschland zugesagt. Davon entfallen 32,4 Millionen Euro auf die finanzielle (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und 16,5 Millionen Euro auf die technische Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Die deutsche Unterstützung ist auf zwei Schwerpunkte ausgerichtet:

  • Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen 
  • Staat, Demokratie und Teilhabe

Darüber hinaus beteiligt sich das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) an einem Innovationsfonds. Über ihn werden unter anderem Pilotmaßnahmen in den Bereichen berufliche Bildung, Beschäftigungsförderung und lokale Wirtschaftsentwicklung finanziert. Gefördert wird außerdem ein Programm zur Prävention von Gewalt gegen Frauen.

Ecuador ist auch an mehreren Regionalvorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit beteiligt. So begegnet zum Beispiel ein Regionalvorhaben der Sonderinitiative Flucht der venezolanischen Flüchtlingsproblematik an der Nordgrenze zu Kolumbien. Dabei sollen staatliche und zivilgesellschaftliche Akteure in der Grenzregion in die Lage versetzen werden, Geflüchtete und Migranten sozialverträglich und beschäftigungswirksam aufzunehmen und zu versorgen.

Im Bereich der nicht staatlichen Zusammenarbeit finanziert das BMZ in großem Umfang Maßnahmen zivilgesellschaftlicher und kirchlicher Träger.

Bergtukan im Nationalpark Yasuní, Ecuador

Artenvielfalt erhalten, Klimaschutz ausbauen Interner Link

Der Umwelt- und Klimaschutz steht im Mittelpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit mit Ecuador. Das BMZ unterstützt die Regierung des Partnerlandes dabei, die außergewöhnliche Artenvielfalt Ecuadors zu erhalten und ihre ehrgeizigen Klimaschutzziele zu erreichen.

Platz der Unabhängigkeit in Quito, Ecuador

Förderung guter Regierungsführung Interner Link

Um den Dezentralisierungsprozess zu fördern, unterstützt Deutschland ausgewählte Mittelstädte dabei, die nationale Agenda zur Stadtentwicklung insbesondere unter klima- und umweltpolitischen Aspekten umzusetzen. Arbeitsfelder sind zum Beispiel die nachhaltige Energieversorgung, die Verbesserung von Wohnvierteln, die Ernährungssicherung und die Anpassung an den Klimawandel.

Ein Teppichverkäufer auf dem Markt von Otavalo, Ecuador

Ein Teppichverkäufer auf dem Markt von Otavalo, Ecuador

Ein Teppichverkäufer auf dem Markt von Otavalo, Ecuador