Platz der Unabhängigkeit in Quito, Ecuador

Kernthema "Frieden und gesellschaftlicher Zusammenhalt" Gute Re­gie­rungs­füh­rung und Bürger­be­tei­li­gung stärken

Deutschland hat mit der Regierung Moreno 2018 eine engere Zu­sam­men­ar­beit in den Themen "Staat, Demo­kratie und Teil­habe" ver­einbart. Damit soll der Reform­kurs des Landes und eine gute Re­gie­rungs­füh­rung auf allen po­li­tischen Ebenen ge­fördert werden. Die Bürger­be­tei­li­gung und die Belange vulner­abler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Gruppen spielen dabei eine zentrale Rolle für den gesell­schaft­lichen Zu­sammen­halt im Land. 

Förderung von Trans­parenz und Teil­habe

Sozial- und wirtschaftspolitisch steht Ecuador vor schwierigen Aufgaben. Die andauernde Wirtschaftskrise, die sich im Zuge der Corona-Pandemie noch verschärft hat, droht viele soziale Errungen­schaften der Ver­gangen­heit zunichte zu machen. Das Vertrauen der Be­völ­ke­rung in das Regierungs­handeln unter Lenín Moreno und die demo­kratischen Institutionen ist zuletzt stark gesunken. Der soziale Unmut entlud sich im Oktober 2019 in gewaltsamen Massen­protesten und Konfronta­tionen mit Sicherheits­kräften in Reaktion auf eine geplante Kürzung von Treib­stoff­subventionen. Insbesondere die indigene und ländliche Bevölkerung sieht sich zunehmend benachteiligt.  

Siehe auch
Ein Mit­ar­bei­ter der Kom­mu­nal­ver­wal­tung in Ou­ad Na­ga, Mau­re­ta­ni­en

Gesellschaftlicher Zusammenhalt wird durch gute Regierungsführung, die auch soziale Ungleichheit und Abstiegsängste adressiert, gestärkt. Über die technische Zusammenarbeit kooperiert das BMZ daher mit einer Vielzahl von gesellschaftlichen Akteuren, um Transparenz und Teilhabe effektiv und nachhaltig zu befördern. So berät die GIZ im Auftrag des BMZ die ecuadorianischen Partner zur Förderung von Integrität und Funktion­sfähigkeit der öffentlichen Verwaltung, zur Prävention von Korruption sowie zur stärkeren Bürgerbeteiligung. Das Thema Geschlechtergerechtigkeit wird zudem über ein Vorhaben zur Prävention von Gewalt gegen Frauen adressiert.

Flucht und Migration bewältigen

Aufgrund der Krise in Venezuela haben zwischen 2017 und 2020 mehr als fünf Millionen Menschen das Land verlassen. Über 440.000 von Ihnen befinden sich laut aktuellen Schätzungen derzeit in Ecuador, zusätzlich zu den über 70.000 anerkannten Flüchtlingen aus Kolumbien (die Zahl der tatsächlichen Asylanträge ist deutlich höher). Öffentliche Stellen und humanitäre Organisationen schaffen es kaum, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Die Corona-Pandemie hat die wirtschaftliche und soziale Lage drastisch verschärft. Das Thema Flucht und Migration ist daher ein zentrales Thema in der ecuadorianischen Politik und die Integration eine der zentralen Herausforderung für die Sozialpolitik vor allem auf lokaler Ebene.

Ein Regionalvorhaben der "Sonderinitiative Flucht" des BMZ in Kooperation mit der EU begegnet der venezolanischen Flüchtlings­situation an der Nordgrenze zu Kolumbien sowie entlang der Migrationsroute nach Peru. Dabei sollen staatliche und zivil­gesell­schaftliche Akteure in die Lage versetzen werden, Geflüchtete sozial­ver­träglich und be­schäf­ti­gungs­wirk­sam auf­zu­nehmen und zu versorgen. Der Fokus liegt auf dem Schutz der Rechte, einem geregelten Auf­ent­halts­status sowie auf der Integration und der Förderung eines friedlichen Zusammen­lebens. Jugendliche und Frauen werden besonders in den Blick genommen. Der Schutz der Opfer geschlechts­spezifischer Gewalt und von aller Arten von Ausbeutung ist ein wichtiger Bestandteil.