Warnschild in einem Ölfördergebiet in Ecuador

Wirtschaftliche Situation Große Abhängigkeit vom Erdöl

Ökonomisches Leitbild der ecuadorianischen Regierung ist das Konzept der "solidarischen Wirtschaft", die im Dienst der Gesellschaft steht. Angestrebt wird außerdem eine ökologisch nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Unter anderem im Umweltbereich beabsichtigt Staatspräsident Moreno einen klaren Kurswechsel im Vergleich mit der Politik seines Vorgängers. So plant er zum Beispiel, die Erdölförderung in ökologisch sensiblen Gebieten einzuschränken und – unter Einbeziehung der Zivilgesellschaft – verbindliche nationale Klimaschutzbeiträge (NDC) für Ecuador festzulegen.

Ecuadors Wirtschaft ist stark von Exporten abhängig. Die mit Abstand wichtigsten Exportgüter sind Agrarprodukte (vor allem Bananen, aber auch Kaffee, Kakao, Fisch und Garnelen) und Erdöl (rund 36 Prozent der Gesamtausfuhr). Daneben spielen auch der Groß- und Einzelhandel sowie der Industriesektor eine wichtige Rolle in der ecuadorianischen Wirtschaft.

Erdölpreis beeinflusst Wirtschaftslage

Aufgrund der Abhängigkeit vom Erdöl unterliegen die staatlichen Einnahmen direkt den Preisschwankungen auf dem Weltmarkt. Mehrere Jahre lang sorgte ein hoher Ölpreis für kontinuierliche Wachstumsraten der ecuadorianischen Wirtschaft. Die Regierung konnte die staatlichen Ausgaben für Soziales und Infrastruktur deutlich erhöhen.

Der nachfolgende Absturz des Ölpreises wirkte sich entsprechend negativ aus: 2016 rutschte Ecuador in die Rezession, die Regierung musste umfassende Sparprogramme einleiten. Für 2020 rechnet der Internationale Währungsfonds (IWF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) mit mit einem leichten Wachstum des Bruttoinlandsprodukts von 0,5 Prozent.

Reform soll Investoren anlocken

Im regionalen Vergleich engagieren sich ausländische Investoren in Ecuador bislang nur wenig. Zu den Gründen für die Zurückhaltung zählten in den vergangenen Jahren die mangelnde Rechtssicherheit, umfangreiche staatliche Reglementierungen, eine hohe Devisenausfuhrsteuer, eine ineffiziente Verwaltung und fehlendes Vertrauen in die Verlässlichkeit der Wirtschaftspolitik. Im August 2018 hat die Regierung ein Wirtschaftsreformgesetz verabschiedet, durch das sie die Auslandsinvestitionen, etwa in der Tourismusbranche, deutlich steigern will.