Häuser auf einem Hügel in Quito, Ecuador

Soziale Situation Weniger Menschen in Armut

Ecuador zählt zu den Ländern mit gehobenem mittlerem Einkommen (upper middle income countries). Erste Erfolge der Reformpolitik der vergangenen zehn Jahre sind zu verzeichnen: Armut und soziale Ungleichheit haben deutlich abgenommen.

Nach Angaben der Weltbank ist der Anteil der Menschen, die unterhalb der nationalen Armutsgrenze leben, zwischen 2007 und 2018 von 36,7 Prozent auf 23,2 Prozent gesunken, der Anteil der extrem Armen von 8,5 auf 3,2 Prozent (2017). Das jährliche Bruttonationaleinkommen ist seit 2007 von umgerechnet 3.330 auf 6.120 US-Dollar (2018) pro Kopf gestiegen. Auf dem aktuellen Index der menschlichen Entwicklung (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Ecuador auf Rang 85 von 189 Ländern.

Soziale Kluft nicht geschlossen

In ländlichen Gebieten Ecuadors ist die Armut allerdings noch immer groß und betrifft vor allem Indigene und Afro-Ecuadorianer sowie Kinder. Die soziale Ungleichheit wurde zwar verringert, die Kluft zwischen Arm und Reich ist jedoch bei weitem noch nicht geschlossen. Defizite gibt es außerdem bei der Trinkwasser- und Sanitärversorgung.

Die Arbeitslosenquote liegt offiziell bei 3,8 Prozent. Knapp 18 Prozent der Beschäftigten gelten jedoch als unterbeschäftigt.

Mit Blick auf das hohe Haushaltsdefizit und die wachsende Staatsverschuldung hat die Regierung von Präsident Moreno einen Sparkurs angekündigt. Sparmaßnahmen sollen insbesondere den öffentlichen Sektor und öffentliche Investitionen betreffen. Die Sozialausgaben, die unter Morenos Vorgänger Rafael Correa massiv gesteigert wurden, sollen jedoch verschont bleiben.