Blick auf die Stadt Cuenca in Ecuador

Kernthema "Verantwortung für unseren Planeten – Klima und Energie" Stadtentwicklung und Mobilität nachhaltig gestalten

Etwa zwei Drittel der Menschen in Ecuador leben in Städten. Insbesondere die mittleren Städte sind dynamische Entwicklungspole, verfügen jedoch über begrenzte Kapazitäten, um das Wachstum nachhaltig zu gestalten. Deutschland unterstützt die Partner bei der Umsetzung der ersten nationalen Strategie für nach­haltige Stadtentwicklung. 

Klimafreundliche Stadtentwicklung und Mobilität

Siehe auch
Wohn­haus in Al­gier, Al­ge­ri­en

Städte sind wichtige Akteure sowohl in der Bekämpfung des Klimawandels wie auch in der Anpassung an dessen Folgewirkungen. In Ecuador leben circa 64 Prozent der Bevölkerung in urbanen Gebieten, ein großer Teil davon in mittelgroßen Städten. Das ist zwar relativ gesehen weniger als in einigen Nachbarländern Lateinamerikas, in den kommenden Jahrzehnten werden diese Mittelstädte aber weiter stark wachsen. Dieses schnelle Wachstum führt zu Herausforderungen für die wirtschaftliche, soziale und ökologische Entwicklung Ecuadors, auf die insbesondere die Mittelstädte unzureichend vorbereitet sind. Die Folgen sind eine hohe soziale Ungleichheit sowie ein überproportional hoher Ressourcen­verbrauch und Treib­haus­gas­ausstoß.

2020 haben das BMZ und die ecuadorianischen Partner daher eine stärkere Kooperation im Bereich nachhaltiger und klima­freundlicher Städte und Verkehrs­infra­struktur vereinbart. In Verbindung mit Maß­nahmen städtischer Energie­effizienz sowie dem Ausbau des öffentlichen Nah­verkehrs und der E-Mobilität bestehen enorme Potenziale zur Minderung der Freisetzung klima­schädlicher Treib­hausgase sowie zur Unterstützung des Nationalen Klimabeitrags (NDC) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Städte als Orte gesellschaftlicher Veränderung

Der Einfluss der Städte ist ein ent­schei­den­der Faktor bei der po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­fin­dung und ein wichtiger Aspekt, um die Verbindung zwischen Staat und Gesellschaft zu stärken. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert daher Initiativen, die die Bürgerbeteiligung und Einbeziehung verschiedener Bereiche der Gesellschaft maßgeblich fördern und eine neue Dynamik in öffentlichen Debatten einbringen sollen.

Die GIZ unterstützt im Auftrag des BMZ ausgewählte Mittelstädte Ecuadors dabei, die nationale Agenda zur Stadtentwicklung insbesondere unter klima- und umweltpolitischen Aspekten umzusetzen. Arbeitsfelder sind zum Beispiel die Verbesserung von Wohnvierteln, die Ernährungssicherung und die Anpassung an den Klimawandel. Ein besonderes Augenmerk liegt darauf, die Zivilgesellschaft stärker in politische Dialog- und Entscheidungsprozesse einzubinden.