Blick auf Algeriens Hauptstadt Algier

Algerien Zusam­men­arbeit für "grünes" Wachs­tum und gute Jobs

Algerien ist das flächen­mäßig größte Land auf dem afrika­ni­schen Kon­ti­nent. Drei Viertel der Be­völ­kerung leben in Städten, die größten­teils an oder nahe der Mittel­meer­küste im Norden des Landes liegen. Über den weit­aus größeren süd­lichen Teil Algeriens erstreckt sich die Sahara, 80 Prozent des Landes sind daher nur dünn besiedelt.

Fast die Hälfte der Einwoh­nerin­nen und Ein­wohner sind unter 25 Jahren alt. Laut Schät­zungen wird die Bev­öl­kerung des Landes bis zum Jahr 2050 von derzeit rund 44 auf etwa 55 Millionen Menschen an­wach­sen. Zu den großen Heraus­forderun­gen Algeriens zählt, der jungen Ge­ne­ra­tion aus­reichend Arbeits­plätze und Lebens­perspek­tiven zu bieten.

Die politische und ökonomische Stabi­lität Algeriens spielt eine ent­scheiden­de Rolle für die Sicher­heits­lage in der gesamten Region. Nach anhal­ten­den Protesten trat der lang­jähri­ge Präsident Abdelaziz Bouteflika im April 2019 zurück. Im Anschluss führte Algerien eine Ver­fassungs­reform und Neu­wahlen von Parla­ment und Präsi­dent durch. Dennoch ist die Demo­kratie­bewe­gung weiter aktiv, zudem kommt es zuneh­mend zu Spannungen auf­grund der sozio-öko­nomi­schen Entwicklung.


Wirtschafts­ent­wick­lung und Klima­wandel

Wirtschaft und Staats­haus­halt Algeriens sind stark vom Export von Erdöl und Erd­gas ab­hängig. Sinkende Ein­nah­men aus dem Geschäft mit diesen Rohstoffen sowie die Co­ro­na-Pan­de­mie haben die Wirt­schafts­pro­ble­me des Landes in den vergan­ge­nen Jahren ver­schärft. Daher ist die stär­kere Di­versi­fizie­rung der Wirt­schaft ein erklärtes Ziel der Regierung.

Algerien ist einerseits stark von den Aus­wirkun­gen des Klima­wandels betroffen und anderer­seits ein wichtiger Partner beim Kampf gegen den Klima­wandel, für den das große Po­ten­zial er­neuer­barer Ener­gien ge­nutzt werden kann. Deren Ausbau wird von der alge­rischen Regie­rung voran­getrieben.

Auf dem aktuellen Ent­wicklungs­index der Vereinten Nationen (HDI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) liegt Algerien auf Rang 91 von 189 Ländern und damit vor seinen Nachbarn Tunesien (95), Libyen (105), Marokko (121), Mauretanien (157), Mali (184) und Niger (189).

Deutsche Ent­wicklungs­zu­sam­men­arbeit mit Algerien

Deutschland trägt bereits seit den 1970er Jahren zur Ent­wick­lung Algeriens bei, die tech­nische Zu­sam­men­arbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wird dort sehr geschätzt. Im Zuge des Reform­pro­zes­ses "BMZ 2030" ist Algerien zum Part­ner­land der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit auf­ge­wer­tet worden. Ein Einstieg in die finan­zielle Zu­sam­men­arbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wird angestrebt.

Im Herbst 2021 fanden erst­mals seit 2005 ent­wick­lungs­poli­ti­sche Re­gie­rungs­ver­hand­lun­gen zwischen Deutsch­land und Alge­rien statt. Dabei wurden 49,3 Millio­nen Euro für die Zu­sam­men­arbeit in den Jahren 2021 und 2022 zu­gesagt. Die Zu­sam­men­arbeit konzen­triert sich auf folgende Kern­themen:

  • Nachhaltige Wirt­schafts­ent­wick­lung, Aus­bildung und Be­schäf­tigung
  • Klima und Energie, Just Transition

Im ebenfalls verein­bar­ten Initia­tiv­thema One Health liegt der Fokus auf der Be­kämp­fung der Co­vid-19-Pan­demie. Gemein­sam mit dem Ent­wicklungs­pro­gramm der Vereinten Nationen (UNDP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) werden unter anderem die Kranken­haus­kapazi­täten und die Qua­litäts­kontrolle für medi­zini­sche und pharma­zeu­tische Produkte zur Bekämp­fung der Pan­de­mie verbessert.

Betrieb zur Herstellung von Verbandsstoffen in Algerien

Kernthema "Nachhaltige Wirtschafts­ent­wick­lung, Aus­bil­dung und Be­schäf­tigung" Arbeits­plätze schaffen, Wett­bewerbs­fähig­keit steigern  Interner Link

Algeriens Wirt­schaft muss breiter auf­ge­stellt werden, um die Ab­hängig­keit vom Öl- und Gas­ge­schäft zu ver­rin­gern. Es müssen Arbeits­plätze für die junge Be­völ­ke­rung ge­schaffen werden. Und die Berufs- und Hoch­schul­bil­dung muss stärker auf die Be­dürf­nisse des Ar­beits­mark­tes aus­gerich­tet werden. Deutschland unter­stützt sein Part­ner­land bei der Bewäl­ti­gung dieser Auf­gaben.

Solaranlage in Algerien

Kernthema "Klima und Energie, Just Transition" Umwelt­geset­ze wirksam an­wen­den, eine "grüne" Wirt­schaft schaffen Interner Link

Die wirtschaftliche Ent­wick­lung, die wachsen­de Be­völ­ke­rung und der Klima­wandel be­lasten die natür­lichen Ressourcen Algeriens. Das gilt ins­be­sondere für den Norden des Landes, wo mehr als zwei Drittel der Be­völ­ke­rung auf einem Fünftel des Staats­ge­biets leben. Im re­gionalen Ver­gleich besitzt Algerien eine weit ent­wickel­te Um­welt­gesetz­gebung. Deutsch­land unter­stützt das Part­nerland bei der Um­setzung seiner Umwelt- und Klima­politik.