Der Hafen von Dakar, Senegal

Wirtschaftliche Situation Geprägt von Kleinunternehmertum

Die wichtigsten Sektoren der senegalesischen Wirtschaft sind die Landwirtschaft, die Bauwirtschaft, die Fischerei und der Dienstleistungssektor. Die senegalesische Hauptstadt Dakar dient als Drehkreuz für den Handel in der Region Westafrika.

Mehr als 60 Prozent der Wirtschaftsleistung werden von Kleinst- und Kleinunternehmen im informellen Sektor erbracht. Ein Großteil der senegalesischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und im Fischereigewerbe. Die Produktivität des Agrarsektors ist allerdings gering, nur etwa 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts werden dort erzeugt. Hauptursachen sind die schlechte Qualität der Böden, die unregelmäßigen Regenfälle sowie Überweidung und Abholzung – mit einer fortschreitenden Verödung der Böden als Folge.

Klimawandel verschärft Situation

Das Klima beschränkt die Möglichkeiten der Landwirtschaft – zwei Drittel des Landes liegen in der Sahelzone. Die Regenmenge, die dort im Jahresdurchschnitt fällt, würde zwar für eine ertragreiche Landwirtschaft genügen, doch es regnet zu unregelmäßig. Darum kommt es einerseits immer wieder zu Dürreperioden, andererseits zu Starkregenfällen mit zerstörerischen Überschwemmungen.

Laut wissenschaftlichen Prognosen muss sich Senegal infolge des globalen Klimawandels darauf einstellen, dass solche Extremwetterereignisse künftig zunehmen werden. Senegal hat daher als eines der ersten Länder Afrikas eine Klimarisikoversicherung abgeschlossen, um die Folgen solcher Naturereignisse besser abfedern zu können und hat 2019 eine Auszahlung von 23 Millionen US-Dollar erhalten.

Öl- und Gasfunde wecken Hoffnungen

In den vergangenen Jahren erreichte Senegal wirtschaftliche Wachstumsraten zwischen sechs und sieben Prozent. Relativiert werden diese guten Werte durch das starke Bevölkerungswachstum (2018: 2,8 Prozent). Um die Wirtschaft anzukurbeln und die Armut im Land zu verringern, setzt die Regierung bislang vor allem auf öffentlich finanzierte Großprojekte in den Bereichen Landwirtschaft, Infrastruktur, Transport und Tourismus. Erklärtes Ziel ist jedoch eine stärkere Förderung privater Investitionen.

Ein erhebliches Entwicklungs- und Investitionshemmnis stellt die Stromknappheit dar. Zurzeit sind mehrere Kraftwerke im Bau, die im Laufe der nächsten Jahre ans Netz gehen sollen. 2014 wurden vor der Küste Senegals große Erdöl- und Gasvorkommen entdeckt, die die Energieversorgung mittelfristig stark verbessern könnten. Nach derzeitiger Planung soll die Gasförderung allerdings frühestens im Jahr 2021 beginnen.