Der Hafen von Dakar, Senegal

Wirtschaftliche Situation Geprägt von Kleinunternehmertum

Die wichtigsten Sektoren der senegalesischen Wirtschaft sind die Landwirtschaft, die Bauwirtschaft, die Fischerei und der Dienstleistungssektor. Die senegalesische Hauptstadt Dakar dient als Drehkreuz für den Handel in der Region Westafrika.

Auswirkungen von Covid-19 

Die senegalesische Wirtschaft wurde in erheblichem Maße von der Covid-19-Pandemie beeinträchtigt. Das Wirtschaftswachstum in Senegal gehörte zwischen 2014 und 2018 mit über sechs Prozent jährlich zu den höchsten in Afrika; 2019 wurden 5,3 Prozent Wachstum erzielt, allerdings ohne dabei genug neue Arbeitsplätze zu schaffen. Durch die Folgen der Pandemie hat sich das Wachstum auf geschätzte 1,3 Prozent im Jahr 2020 deutlich verlangsamt, wobei Dienstleistungen (wie Tourismus und Transport) und Exporte besonders stark betroffen sind. Senegal hat mit einem umfassenden Konjunkturprogramm (PRES) reagiert.

Die Wirtschaft wird von Kleinst- und Kleinunternehmern dominiert, Schätzungen zufolge arbeiten die über 90 Prozent dieser Unternehmen im informellen Sektor.

Ein Großteil der senegalesischen Bevölkerung arbeitet in der Landwirtschaft und im Fischereigewerbe. Die Produktivität des Agrarsektors ist allerdings gering, nur etwa 16 Prozent des Bruttoinlandprodukts werden dort erzeugt. Hauptursachen sind die schlechte Qualität der Böden, die unregelmäßigen Regenfälle sowie Überweidung und Abholzung – mit einer fortschreitenden Verödung der Böden als Folge.

Klimawandel verschärft Situation

Das Klima beschränkt die Möglichkeiten der Landwirtschaft – zwei Drittel des Landes liegen in der Sahelzone. Die Regenmenge, die dort im Jahresdurchschnitt fällt, würde zwar für eine ertragreiche Landwirtschaft genügen, doch es regnet zu unregelmäßig. Darum kommt es einerseits immer wieder zu Dürreperioden, andererseits zu Starkregenfällen mit zerstörerischen Überschwemmungen.

Laut wissenschaftlichen Prognosen muss sich Senegal infolge des globalen Klimawandels darauf einstellen, dass solche Extremwetterereignisse künftig zunehmen werden. Senegal hat daher als eines der ersten Länder Afrikas eine Klimarisikoversicherung abgeschlossen, um die Folgen solcher Naturereignisse besser abfedern zu können und hat 2019 eine Auszahlung von 23 Millionen US-Dollar erhalten.

Öl- und Gasfunde wecken Hoffnungen

Um die Wirtschaft anzukurbeln und die Armut im Land zu verringern, setzt die Regierung bislang vor allem auf öffentlich finanzierte Großprojekte in den Bereichen Landwirtschaft, Infrastruktur, Transport und Tourismus. Erklärtes Ziel ist jedoch eine stärkere Förderung privater Investitionen .

Ein erhebliches Entwicklungs- und Investitionshemmnis stellt die Stromknappheit dar. Zurzeit sind mehrere Kraftwerke im Bau, die im Laufe der nächsten Jahre ans Netz gehen sollen. 2014 wurden vor der Küste Senegals große Erdöl- und Gasvorkommen entdeckt, die die Energieversorgung mittelfristig stark verbessern könnten. Der Start der Öl- und Gasförderung, der 2021 beginnen sollte, hat sich – bedingt durch die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie – um zwei Jahre verschoben.