SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Agenda 2030 | 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung SDG 8: Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Dauerhaftes, breitenwirksames und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern

Was wollen wir mit SDG 8 erreichen?

  • Die Wirtschaft in weniger entwickelten Ländern soll um mindestens sieben Prozent jährlich wachsen
  • Ein höheres Maß an wirt­schaft­licher Pro­duk­ti­vi­tät und den stärkeren Ein­be­zug von Frauen in das Wirt­schaft­ssystem
  • Verbesserter Zugang zu be­darfs­ge­rechten Finanz­dienst­leistungen für kleine und mittlere, ins­besondere frauen­geführte, Unternehmen
  • Stärkung der Kapazität inländischer Finanz­institutionen
  • Wirtschaftsleistung und Wohlstand vom Ressourcen­verbrauch entkoppeln
  • Menschenwürdige Arbeit und Voll­beschäftigung für alle erreichen
  • Abschaffung von Zwangsarbeit und Menschenhandel
  • Kinderarbeit bis 2025 beenden
  • Förderung von nachhaltigem Tourismus  
Ziele für nachhaltige Entwicklung

Mit der Agenda 2030 hat sich die Welt­gemein­schaft 17 ambitio­nierte Ziele – die Sustainable Development Goals (SDGs) – für eine nachhaltige Ent­wicklung gesetzt.

zur Übersichtsseite 17 Ziele

SDG 8: Unterziele

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Zahlen und Fakten

160 Millionen

Mädchen und Jungen mussten 2020 Kinderarbeit leisten

25 Millionen

Menschen verrichten Zwangsarbeit

Mehr als

100 Millionen

Arbeitsplätze im Tourismus sind durch die Corona-Pandemie in Gefahr

220 Millionen

Menschen weltweit waren 2020 arbeitslos

47 %

aller Frauen waren 2019 in Beschäftigung, dagegen 74 % aller Männer

93 %

aller Beschäftigten in Entwicklungs- und Schwellenländern arbeiten informell

SDG 8 Wo stehen wir?

Wegen des pandemie­bedingten Einbruchs der Welt­wirtschaft wird das Brutto­national­einkommen der am wenigsten entwickelten Länder 2020 um rund 1,3 Prozent abnehmen, während es 2019 um 4,8 Prozent anstieg.

Laut Weltbank lagen die Unternehmensumsätze im Zeitraum Oktober 2020 bis Januar 2021 im Durchschnitt um rund 27 Prozent unter dem Vor­krisen­niveau. Kleine Unter­nehmen waren stärker betroffen. 2020 ging auch die geleistete Arbeits­zeit weltweit um 8,8 Prozent zurück, umgerechnet sind rund 255 Millionen Arbeits­plätze verloren gegangen. Jugendliche sowie Frauen waren besonders betroffen.

SDG 8: Während der Pandemie laufen 1,6 Milliarden Beschäftigte in der Schattenwirtschaft Gefahr, ihre Existenzgrundlage zu verlieren.
SDG 8: Während der Pandemie laufen 1,6 Milliarden Beschäftigte in der Schattenwirtschaft Gefahr, ihre Existenzgrundlage zu verlieren.

1,6 Milliarden informell beschäftigten Arbeiterinnen und Arbeitern weltweit droht die Armut, auch das Risiko ausbeuterischer Kinderarbeit stieg an. 


Ein Junge in Bangladesch transportiert einen mit Steinen gefüllten Korb.
Nach Schät­zun­gen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) arbeiten rund 79 Mil­lio­nen Kin­der un­ter aus­beu­te­ri­schen und oft ge­sund­heits­schäd­li­chen und ge­fähr­li­chen Be­din­gun­gen.

SDG-8-Quiz

Wie viele junge Menschen zwischen 15 und 24 Jahren sind weder in der Schule oder Ausbildung noch in Beschäftigung?
Jugendliche spielen Basketball in Kismaayo, Somalia

SDG 8 Was müssen wir tun?

Siehe auch

  • Entwicklung des Privatsektors stärken und In­ves­ti­tionen fördern, zum Beispiel durch Ver­besserung des Geschäfts- und Investitionsklimas
  • Private und öffentliche Investitionen in grünes Wachstum mobilisieren, um eine sozial-ökologische Wirtschaftstransformation zu beschleunigen
  • Zugang zu Finanzdienstleistungen für Kleinst-, kleine und mittlere Unternehmen schaffen, mit besonderem Fokus auf Unternehmerinnen
  • Entkopplung des Wirtschafts­wachstums vom Ressourcen­verbrauch, beispielsweise durch Verbesserungen der Ressourceneffizienz in Konsum und Produktion
  • Stärkung von Menschenrechten und Sozial- und Umwelt­standards in globalen Lieferketten, beispielsweise durch die Umsetzung des deutschen Lieferkettengesetztes
  • Bekämpfung der Ursachen von Kinderarbeit, beispielsweise durch die Förderung einer nachhaltigen Wirtschaft und von Bildungssystemen
  • Die Chancen gerechter digitaler und ökologischer Transformation nutzen, um menschenwürdige Arbeit zu fördern
  • Flüchtlinge und Binnenvertriebene müssen als besonders vulnerable (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Gruppen Zugang zu Jobs erhalten und in den Arbeitsmarkt integriert werden

SDG 8 Das deutsche Engagement für SDG 8

Deutschland unterstützt seine Partner­länder beim Aufbau sozial, ökonomisch und ökologisch nachhaltiger Wirtschafts­prozesse. Die Schaffung geeigneter Rahmen­bedingungen fördert einen leistungs­starken und verant­wortungs­vollen Privat­sektor. Im Rahmen von Entwicklungs­partnerschaften arbeitet das BMZ intensiv mit der Wirtschaft zusammen (develoPPP) und unterstützt Partnerländer sich erfolgreicher in das Weltwirtschaftssystem zu integrieren (Aid for Trade).

Über die sequa (Externer Link) wird der Aufbau von Berufs- und Qualifizierungs­einrichtungen sowie die laufende Aus- und Weiter­bildung von Fachkräften gefördert.

Zudem schafft die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung in Afrika zusammen mit Unternehmen Arbeitsplätze.

Nachhaltig leben – machen Sie mit!

  • Achten Sie beim Kauf von neuen Produkten auf Gütesiegel, die die Einhaltung ökologischer und/oder sozialer Standards bestätigen. Informationen über Gütesiegel finden Sie auf der Website www.siegelklarheit.de (Externer Link).
  • Bevorzugen Sie Produkte aus dem fairen Handel, damit Menschen einen angemessenen Lohn erhalten.
  • Setzen Sie auf Qualität statt Quantität. Hochwertige Produkte sind oft teurer, bleiben aber länger nutzbar.
  • Fordern Sie Produzenten mit der App Replace Plastic (Externer Link) per Einscannen von Produktbarcodes dazu auf, unnötige Plastikverpackungen zu vermeiden.
  • Tourismus kann Einkommen schaffen und Entwicklungsimpulse auslösen: Erkundigen Sie sich über nachhaltigen Tourismus und reisen Sie bewusst.
  • Wenn Sie im Ruhestand ihre Erfahrungen und ihr Fachwissen ehrenamtlich weitergeben wollen, werden Sie Senior-Experte (Senior Experten Service (SES) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)).
  • Nehmen Sie teil an dem neuen Pledging-Verfahren (Externer Link) der Fairwork Foundation, bei dem auch Sie eine Selbstverpflichtung abgeben können, fortan nur noch Dienstleistungen von fair zertifizierten Plattform-Anbietenden in Anspruch zu nehmen.
Der Grüne Knopf – das Siegel für sozial und ökologisch produzierte Textilien
Mitarbeiter eines Eisenerzunternehmens in Mauretanien

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft Das develoPPP-Programm Interner Link

Schüler in der Metallwerkstatt einer Berufsbildungseinrichtung in Accra, Ghana

Nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplätze in Afrika Die Sonderinitiative Ausbildung und Beschäftigung Interner Link

Zusammenarbeit konkret

Saubere Reifen? Das geht. Mit rückverfolgbaren Kautschuklieferketten.

Video: Indonesien – Continental macht Kautschuklieferkette digital rückverfolgbar

Auszubildender in einer Trainingswerkstatt im Südsudan

Publikationen zum Thema

Wirtschaft - Chancen für nachhaltige Entwicklung

Wirtschaft – Chancen für nachhaltige Entwicklung

Privatwirtschaft als Partner in der Entwicklungszusammenarbeit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 04/2016 | Dateigröße 1 MB, Seiten 16 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Titelblatt: GIZ-Broschüre: Produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle

Produktive Voll­beschäf­tigung und menschen­würdige Arbeit für alle Externer Link

Handbuch Beschäftigungsförderung in der Entwicklungszusammenarbeit | Herausgeber: GIZ

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Ziele für nachhaltige Entwicklung

Mit der Agenda 2030 hat sich die Welt­gemein­schaft 17 ambitio­nierte Ziele – die Sustainable Development Goals (SDGs) – für eine nachhaltige Ent­wicklung gesetzt.

Ausführliche Informationen darüber sowie die Kernbotschaften der Agenda 2030 finden Sie auf unserer Übersichts­seite mit allen 17 Zielen.