Stra­ßen­markt in Bei­ra, Mo­sam­bik

Menschenrechte und Entwicklung

"Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geist der Brüderlichkeit begegnen." So steht es in Artikel 1 der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948.
 

Fachlicher Hintergrund
Die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte vom 10. Dezember 1948

Menschenrechtsglossar Interner Link

Hier finden Sie Erläu­terungen zu den wich­tigsten Ab­kommen und Institu­tionen im Bereich Menschen­rechte.

Das Alltags­leben weltweit wird dadurch geprägt, wie die Menschen­rechte geachtet, geschützt und gewähr­leistet werden – zum Beispiel das Recht auf Nahrung, das Recht auf ein höchst­mögliches Maß an Gesund­heit, das Recht auf Zugang zu Bildung oder auch die Rechte auf Vereinigungs­freiheit, freie Meinungs­äußerung und freien Zugang zu Information.

Die Auswir­kungen der Covid-19-Pan­demie unter­streichen die Relevanz von Menschen­rechten. Die Pandemie verstärkt bestehende Ungleichheiten und macht diese sichtbarer. Fortschritte in der Verwirklichung der Menschen­rechte, nicht nur der Rechte auf Gesundheit und Leben, sind akut gefährdet. Benachteiligte Gruppen trifft die Pandemie besonders hart.

Die Verwirklichung der Menschen­rechte ist eine wichtige Voraussetzung für eine nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und eine dauerhafte Verringerung der Armut. Sie ist darum ein zentrales Ziel der deutschen Entwicklungs­politik und ein Qualitätsmerkmal ("Menschenrechte, Geschlechter­gleichstellung, Inklusion") für eine werte­orientierte, nachhaltige und zukunfts­orientierte ent­wicklungs­politische Zusammen­arbeit.

Der Menschen­rechts­ansatz der deutschen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit dient dazu, Menschen in die Lage zu versetzen, ihre Rechte einzu­fordern und ihr Leben selbst­bestimmt zu gestalten. Er führt zu einem Perspektiv­wechsel gegenüber früheren Konzepten der Zusammen­arbeit: Aus "Hilfs­bedürftigen" werden Rechts­trägerinnen und Rechts­träger, aus dem Staat und seinen Organen werden Pflichten­träger.


Bundesentwicklungsminister Gerd Müller
Entwicklungspolitik ist Menschenrechtspolitik.
Dr. Gerd Müller Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Das Menschenrechtskonzept des BMZ

Men­schen­men­ge in der In­nen­stadt von Ja­kar­ta, In­do­ne­si­en, an ei­nem au­to­frei­en Sonn­tag

Deutschland und die Mehr­zahl seiner entwicklungs­politischen Kooperations­länder haben die inter­nationalen Menschen­rechts­ab­kommen ratifiziert und damit ihre Umsetzung als verbindlich anerkannt.

Mit dem 2011 vorgelegten Menschenrechts­konzept des Bundes­ministeriums für wirt­schaftliche Zusammen­arbeit und Ent­wicklung (BMZ) wurde der Menschen­rechts­ansatz verbindlich in der deutschen Entwicklungspolitik verankert.

Im Rahmen des Reformprozesses "BMZ 2030" und der Strategieabstimmung für das Qualitätsmerkmal "Menschen­rechte, Geschlechter­gleichstellung, Inklusion" befindet sich das Menschen­rechts­konzept derzeit in Überarbeitung.

Publikationen

Cover

Menschenrechte in der deutschen Entwicklungspolitik Dateityp pdf Sachstandsdatum 05/2011 Dateigröße 251 KB Seiten 28 Zugänglichkeit barrierefrei

BMZ-Strategiepapier

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 05/2011 | Dateigröße 251 KB, Seiten 28 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Titelblatt: Leitfaden zur Berücksichtigung von menschen­rechtlichen Standards und Prinzipien,  einschließlich Gender, bei der Erstellung von Programm­vorschlägen der deutschen staat­​​​​​​​lichen Techni­schen und Finan­ziellen Zusammen­arbeit

Leitfaden  Dateityp pdf Sachstandsdatum 02/2013 Dateigröße 161 KB Seiten 32

zur Berücksichtigung von menschen­rechtlichen Standards und Prinzipien, einschließlich Gender, bei der Erstellung von Programm­vorschlägen der deutschen staat­lichen Techni­schen und Finan­ziellen Zusammen­arbeit 

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 02/2013 | Dateigröße 161 KB, Seiten 32 Seiten

Ansatz auf mehreren Ebenen

Die Bundesregierung setzt sich auf verschiedenen Ebenen für die Verwirklichung der Menschenrechte ein:

Das BMZ fördert gezielt Vorhaben, die sich mit konkreten Menschen­rechts­defiziten im jeweiligen Kooperations­land befassen. Dadurch werden die Rechte benach­teiligter Bevölkerungs­gruppen – wie Frauen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit Behinderungen, indigene Völker oder sexuelle Minderheiten – effektiv gestärkt.

Darüber hinaus wird der Menschenrechts­ansatz übergreifend in allen weiteren Arbeitsbereichen der Entwicklungs­zusammen­arbeit berücksichtigt – von A wie Agrobio­diversität bis Z wie Ziviler Friedensdienst.
 

Menschenrechte sind nicht verhandelbar

Die Wahrung der Menschen­rechte ist für das BMZ und die deutsche Ent­wicklungs­zusammen­arbeit eine funda­mentale Bedingung, über sie kann nicht verhandelt werden. Fortschritte und eventuelle Probleme bei der Verwirk­lichung dieser Rechte sind Gegen­stand des politischen Dialogs mit den Kooperations­ländern.

Bei gravierenden Verstößen kann es zur Vermin­derung oder Aussetzung der staatlichen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit kommen. In solchen Ländern versucht die Bundes­regierung, die ärmsten und von Menschen­rechts­verletzungen besonders betroffenen Menschen auf anderen Wegen zu unter­stützen, zum Beispiel über finanzielle Hilfen für die Arbeit von Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Kirchen oder politischen Stiftungen.

Unsere Arbeitsfelder im Bereich der Menschenrechte