Sitzungssaal der internationalen Geberkonferenz des Grünen Klimafonds, deren Gastgeber die Bundesregierung am 20.11.2014 in Berlin war

Klimawandel und Entwicklungspolitik Klimafinanzierung: Deutschland als verantwortungsvoller Partner

Die Klimakrise bedroht schon heute die Lebensgrundlagen von vielen Menschen in Regionen des Globalen Südens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – ihre Folgen erschweren künftige Entwicklungsfortschritte erheblich. Viele Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) haben jedoch keine ausreichenden finanziellen Mittel, um notwendige Klimaschutzmaßnahmen umzusetzen oder sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) unterstützt diese Länder, indem es öffentliche Mittel wirksam einsetzt und zusätzliches privates Kapitel zur Finanzierung von Klimamaßnahmen gezielt mobilisiert.

Zwei Männer arbeiten mit elektrischen Geräten an einem Solarpanel.

Gemeinsame Pressemitteilung von BMZ und BMUKN Internationale Klimafinanzierung 2025: Starke Mobilisierung öffentlicher und privater Mittel für den Globalen Süden Interner Link

6. Oktober 2026 |

Entwicklungsministerin Reem Alabali Radovan: „Die Bundesregierung steht zu ihren Zielen für den internationalen Klimaschutz. Die Klimakrise können wir nur gemeinsam bekämpfen.“ (...)

Die deutsche Entwicklungspolitik unterstützt mit öffentlichen Mitteln die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Dabei handelt es sich um eine gemeinsame Aufgabe, die das Engagement von Staaten weltweit erfordert – auch durch Eigenbeiträge der Entwicklungs- und Schwellenländer und durch die Beteiligung der privaten Wirtschaft.

Nur wenn auch Entwicklungs- und Schwellenländer ehrgeizig ihren Treibhausgasausstoß verringern und sich an die Folgen des Klimawandels anpassen, können wir noch im Laufe dieses Jahrhunderts weltweit Klimaneutralität (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Klimaresilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) erreichen. Diese Länder dabei zu unterstützen ist nicht nur Ausdruck globaler Verantwortung – es trägt ebenso zur langfristigen Stabilität, Sicherheit und wirtschaftlichen Zusammenarbeit bei, von der auch Deutschland profitiert.

Ehrgeiziges neues Finanzierungsziel vereinbart

Nach intensiven Verhandlungen vereinbarten die Vertragsstaaten auf der Klimakonferenz im November 2024 in Baku (COP29) ein neues Klimafinanzierungsziel (New Collective Quantified Goal, NCQG), das ein Kernziel von jährlich mindestens 300 Milliarden US-Dollar bis 2035 vorsieht. Dieses Kernziel löst das alte 100-Milliarden-US-Dollar-Ziel seit 2026 ab. Zusätzlich wurde auf der COP30 in Belém die Verdreifachung der Anpassungsfinanzierung bis 2035 im Rahmen des NCQG vereinbart.

Bereits 2009 beschlossen die Industrieländer auf dem Klimagipfel in Kopenhagen, ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutz und Anpassung in Entwicklungsländern bereitzustellen beziehungsweise zu mobilisieren. Dieses Ziel wurde auf der Pariser Klimakonferenz 2015 bis 2025 verlängert und laut OECD (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Berechnung seit 2022 jährlich erreicht. Zusätzlich haben sich die Industrieländer auf der Klimakonferenz in Glasgow 2021 verpflichtet, ihre Mittel für Anpassungsmaßnahmen in Entwicklungsländern bis 2025 im Vergleich zu 2019 mindestens zu verdoppeln. Damit soll ein Gleichgewicht zwischen Investitionen in Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels erreicht werden.

Die Industrieländer übernehmen weiterhin die Führungsrolle bei der Bereitstellung der Mittel, einkommensstärkere Länder des Globalen Südens sollen ebenfalls einen Beitrag leisten. Diese Erweiterung der Geberbasis ist ein Paradigmenwechsel. Erstmals werden auch die freiwilligen klimarelevanten Beiträge der Entwicklungsländer zur Erreichung des neuen Klimafinanzierungsziel angerechnet.

Auch multilaterale Entwicklungsbanken (MDBs) und Klimafonds spielen eine wichtige Rolle, um Menschen weltweit vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen. So sollen im Rahmen des NCQG die jährlichen Förderungen durch die Klimafonds, etwa des Grünen Klimafonds (GCF), bis spätestens 2030 gegenüber 2022 verdreifacht werden. Die MDBs wollen ihre Klimafinanzierung ebenfalls deutlich ausweiten und haben zur COP29 in Baku 2024 in Aussicht gestellt (Externer Link), bis 2030 jährlich 120 Milliarden US-Dollar für Länder mit niedrigen und mittleren Einkommen bereitzustellen und 65 Milliarden US-Dollar aus dem Privatsektor zu mobilisieren. Dies zeigt die wachsende Bedeutung multilateraler Klimafinanzierung.

Neben dem Kernziel von mindestens 300 Milliarden US-Dollar jährlich wurde in Baku außerdem vereinbart, ein globales Finanzierungsziel von 1,3 Billionen US-Dollar jährlich bis 2035 anzustreben. Dieses Ziel soll vor allem durch grüne Investitionen von privaten Unternehmen und Anlegern gespeist werden. Für die Umsetzung hat das BMZ die Erstellung eines Plans („Baku to Belém Roadmap“) gefördert, der auf der COP30 im November 2025 in Belém vorgestellt wurde.

Notwendig ist dabei ein vollständiger Umbau des globalen Finanzsystems: Alle Finanzflüsse müssen auf Klimaneutralität und Klimaresilienz ausgerichtet werden – einschließlich privater Investitionen und ausländischer Direktinvestitionen, wie etwa bei Unternehmensübernahmen, Fabrikmodernisierungen, Stromnetzerweiterungen oder Pensionsfondsanlagen. Dazu haben sich die Vertragsstaaten des Pariser Klimaabkommens in Artikel 2.1.c (Externer Link) verpflichtet.

Der deutsche Beitrag zur internationalen Klimafinanzierung

Deutschland hat in den vergangenen Jahren erhebliche Beiträge zur internationalen Klimafinanzierung geleistet. Im Jahr 2025 belief sich der deutsche Beitrag auf 10,8 Milliarden Euro. Damit hat Deutschland seinen fairen Anteil am globalen 100-Milliarden-US-Dollar-Ziel geleistet – und damit weltweit Menschen vor den Auswirkungen des Klimawandels geschützt. Ein wichtiges Ziel dabei ist es, die Minderung von Treibhausgasen und die Anpassung an den Klimawandel in einem angemessenen Verhältnis zu fördern. Auch in Zukunft wird Deutschland seinen fairen Anteil an der internationalen Klimafinanzierung leisten und dabei verstärkt auf die Mobilisierung von privaten Mitteln sowie Beiträge nicht-traditioneller Geber setzen – so ist es im Koalitionsvertrag zwischen CDU, CSU und SPD vereinbart.

Das BMZ verantwortet den Großteil der deutschen Klimafinanzierung. Zentrale Instrumente sind dabei Mittel aus dem Bundeshaushalt und haushaltsschonende Kredite von KfW Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und DEG (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Eine gezielte Förderung erfolgt zudem über die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) des Bundesministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit (BMUKN) und Vorhaben weiterer Bundesministerien. Darüber hinaus mobilisierte Deutschland gezielt private Klimafinanzierung, etwa durch revolvierende Kreditlinien (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) an lokale (Entwicklungs-)Banken, Beteiligungen an Fonds und öffentlich-private Partnerschaften (PPP (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)⁠).

Cover BMZ Broschüre Klimafinanzierung 2025

Übersicht der deutschen Klimafinanzierung 2025

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 09/2026 | Dateigröße 905 KB, Seiten 4 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Cover: Das BMZ-Klimaengagement in Zahlen

Übersicht der deutschen Klimafinanzierung 2024

Das deutsche Klimaengagement in Zahlen

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2025 | Dateigröße 581 KB, Seiten 4 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Cover: Das BMZ-Klimaengagement in Zahlen

Übersicht der deutschen Klimafinanzierung 2023

Das deutsche Klimaengagement in Zahlen

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2025 | Dateigröße 651 KB, Seiten 4 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Cover: Das BMZ-Klimaengagement in Zahlen

Übersicht der deutschen Klimafinanzierung 2022

Das BMZ-Klimaengagement in Zahlen

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Titelblatt der BMZ-Broschüre "Übersicht der deutschen Klimafinanzierung 2021"

Übersicht der deutschen Klimafinanzierung 2021

Das BMZ-Klimaengagement in Zahlen

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 12/2024 | Dateigröße 646 KB, Seiten 4 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Zusammenarbeit konkret

Blick auf Bamako und den Niger in Mali

Mit dezentraler Bewässerung der Krise in Mali entgegenwirken Interner Link

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Wirtschaftszweig Malis – rund zwei Drittel der Erwerbstätigen arbeiten in diesem Sektor. Der Ausbau dezentraler Bewässerungssysteme konnte die Nahrungsmittelproduktion vieler Menschen dauerhaft verbessern.

Landstraße in Kenia

Optimierte Herdtechnologien schützen das Klima Interner Link

In Kenia und Senegal bereiten viele Menschen nach wie vor ihre Mahlzeiten auf offenen Feuerstellen mit Holz oder anderen Brennstoffen aus Biomasse zu. Das führt zu erheblichem Treibhausgasausstoß, fördert die Abholzung und schadet der Gesundheit – besonders von Frauen und Kindern. Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) fördert daher die Nutzung effizienter und klimaschonender Kochtechnologien.

Bilaterales und regionales Engagement

Die Klimafinanzierung unterstützt sowohl Maßnahmen zur Minderung von Treibhausgasemissionen als auch zur Anpassung an den Klimawandel. Einige der Projekte leisten darüber hinaus einen Beitrag zum Schutz von Wäldern und biologischer Vielfalt – unter anderem im Rahmen von REDD+ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Das BMZ unterstützt außerdem ausgewählte Partnerländer dabei, internationale Marktmechanismen nach Artikel 6 (Externer Link) des Pariser Klimaabkommens so zu nutzen, dass sie finanzielle Anreize für Emissionsminderung mit konkreten Vorteilen für eine nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) verbinden.

Der Schwerpunkt der deutschen Klimafinanzierung liegt auf der bilateralen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Das BMZ arbeitet mit fast allen Partnerländern daran, Klimaschutz und Klimaanpassung in nationale Entwicklungsstrategien einzubinden. Die deutsche Unterstützung orientiert sich dabei an den Prioritäten und Initiativen der Partner und stärkt ihre Handlungsfähigkeit, eigene Klimaziele zu verfolgen.

Im Durchschnitt der letzten Jahre kommen rund 80 Prozent der jährlichen deutschen Haushaltsmittel für Klimafinanzierung aus dem Etat des BMZ. Ergänzt wird dieses Engagement durch die Internationale Klimaschutzinitiative (IKI) (Externer Link), die im BMUKN verankert ist und eng mit dem BMZ abgestimmt wird (Externer Link). Auch das Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und das Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) tragen zur deutschen Klimafinanzierung bei.

Deutschland bringt in internationale Klimaverhandlungen über das BMZ und das verhandlungsführende BMUKN aktiv seine entwicklungspolitischen Positionen ein – immer mit dem Ziel, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung weltweit voranzubringen.

Multilaterales Engagement

Um strukturelle Veränderungen in großem Maßstab zu ermöglichen, sind multilaterale (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und internationale Organisationen wichtige Partner, so zum Beispiel die multilateralen Klimafonds, die Weltbankgruppe (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und die Vereinten Nationen: Sie setzen in Entwicklungs- und Schwellenländern umfangreiche Programme um und koordinieren die Beiträge verschiedener Geber. Multilaterale Institutionen spielen häufig auch eine entscheidende Rolle im Politikdialog auf nationaler und internationaler Ebene. Deshalb ergänzt das BMZ sein bilaterales Engagement durch eine ehrgeizige multilaterale Zusammenarbeit im Klimabereich.

Deutschland leistet bedeutende finanzielle Beiträge zur multilateralen Klimafinanzierung. Das BMZ gehört zu den größten Unterstützern des Grünen Klimafonds (Green Climate Fund (Externer Link), GCF) und der Globalen Umweltfazilität (Global Environment Facility (Externer Link), GEF). Auch bei den GEF-Unterfonds, etwa dem Least Developed Countries Fund (Externer Link), dem Special Climate Change Fund (Externer Link) und beim Anpassungsfonds (Adaptation Fund (Externer Link)) sowie bei den Klimainvestitionsfonds (Climate Investment Funds (Externer Link), CIF) und dem Fonds zum Umgang mit Verlusten und Schäden (Fund for responding to Loss and Damage, FRLD) engagiert sich Deutschland stark. Dabei setzt sich die Bundesregierung nachdrücklich für eine fondsübergreifende Zusammenarbeit ein und verfolgt aktiv die Interessen und Werte der deutschen Entwicklungspolitik.

Wie viel die Fonds bewirken, zeigen sie inzwischen in einem gemeinsamen Ergebnisbericht: Bereits heute helfen die geförderten Vorhaben 371 Millionen Menschen dabei, sich gegen Dürren, Stürme und Überschwemmungen zu wappnen – bis zum Ende ihrer Laufzeit sollen es 1,8 Milliarden Menschen sein. Über die gesamte Laufzeit sollen zudem 9,3 Milliarden Tonnen Treibhausgase gar nicht erst entstehen.

Ein weiteres zentrales Anliegen Deutschlands ist die Unterstützung der Partner beim Umgang mit klimabedingten Verlusten und Schäden.

Gemeinsam mit den Entwicklungsbanken arbeitet das BMZ daran, die Rahmenbedingungen für eine wirksame Klimapolitik zu verbessern. Eine besondere Rolle spielen dabei Reformen im globalen Finanzsystem: Multilaterale und nationale Entwicklungsbanken können hier Wegbereiter sein, um internationale und lokale Finanzflüsse systematisch in Richtung emissionsarmer und klimaresilienter Investitionen umzulenken. Dafür ist es entscheidend, dass sie den Klimawandel und seine Folgen bei all ihren Tätigkeiten als Querschnittsthema berücksichtigen.

Auf Initiative des BMZ wurde zum Beispiel erreicht, dass die Internationale Entwicklungsorganisation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (International Development Association, IDA), das Finanzierungsinstrument der Weltbank für die ärmsten Länder, die Themen Klimaschutz und Anpassung fest in ihrem Kerngeschäft verankert hat. Solche strukturellen Veränderungen wirken langfristig – zugunsten der Partnerländer und auch im Interesse globaler Stabilität, fairer Märkte und gemeinsamer Krisenprävention.

Logo: Green Climate Fund

Grüner Klimafonds (GCF) Interner Link

Ein Zentrales Instrument der multilateralen Klimafinanzierung ist der Grüne Klimafonds (Green Climate Fund, GCF). Ziel des GCF ist es, die Transformation hin zu einer emissionsarmen nachhaltigen Entwicklung voranzutreiben.

Logo: Global Environment Facility (GEF)

Globale Umweltfazilität (GEF) Interner Link

Die Globale Umweltfazilität (Global Environment Facility, GEF) wurde 1991 gegründet und ist einer der wichtigsten multilateralen Fonds zum Schutz der globalen Umwelt.

Logo: Climate Investment Funds, CIF

Klimainvestitionsfonds (CIF) Interner Link

Die Klimainvestitionsfonds (Climate Investment Funds, CIF) wurden 2008 auf Initiative der damaligen G8 und der G20 von neun Geberländern und sechs multilateralen Entwicklungsbanken gegründet.

Logo: Fund for responding to Loss and Damage

Fund for responding to Loss and Damage (FRLD) Interner Link

Der Gründungsbeschluss des Fonds zum Umgang mit Verlusten und Schäden (FRLD) erfolgte 2022 und beauftragte den Aufbau eines Fonds, der nationale Kapazitäten im Umgang mit Verlusten und Schäden in besonders vulnerablen Entwicklungsländern stärkt.

Hintergrund

Stand: 06.10.2026