Solaranlage, im Hintergrund ein Kohlekraftwerk, in Ulaanbaatar, Mongolei
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Klimawandel und Entwicklungspolitik Klima schützen, globale Erwärmung stoppen
Viele Länder des Globalen Südens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) haben in der Vergangenheit nur geringe Emissionen verursacht. Heute entstehen dort etwa zwei Drittel der globalen Emissionen – Tendenz steigend. Klimaschutz kann daher nur gelingen, wenn auch diese Länder ihren Treibhausgasausstoß deutlich senken und ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung klimaverträglich gestalten. Aus diesem Grund sind Klimaschutz und Entwicklungspolitik untrennbar verbunden. Es kann jedoch herausfordernd sein, wirtschaftliches Wachstum in Einklang mit einer klimagerechten Transformation zu bringen.
Engagement des BMZ
Die deutsche Entwicklungspolitik setzt sich auf bilateraler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), regionaler und multilateraler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Ebene dafür ein, Treibhausgasemissionen zu vermeiden oder zu reduzieren. Dabei übernimmt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine besondere Rolle: Es verbindet deutsche Interessen mit den Entwicklungszielen von Schwellen- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und mit globaler Verantwortung. Denn gerechter Klimaschutz gelingt nur gemeinsam.
Im Jahr 2024 stellte das BMZ knapp 3,3 Milliarden Euro für Klimaschutzmaßnahmen bereit.
Zentrale Arbeitsfelder und Initiativen:
Klima- und Entwicklungspartnerschaften: Mit ausgewählten Partnerländern zusammenarbeiten, um Klimaneutralität, Klimaresilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit zu verbinden.
NDC-Partnerschaft: Partnerländer dabei unterstützen, ihre nationalen Klimaziele (NDCs) im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) umzusetzen
Klimafinanzierung: Sicherstellen, dass Geld für Klimaschutz zur Verfügung steht, etwa für die bilaterale Zusammenarbeit oder durch multilaterale Klimafonds und Entwicklungsbanken
Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und privatwirtschaftlichen Akteuren: Private Mittel für den Klimaschutz mobilisieren, technologische und wirtschaftliche Entwicklung fördern – etwa durch die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, zivilgesellschaftliche Klimamaßnahmen, gezielte Einbindung von besonders vom Klimawandel betroffenen Gruppen
Das Entwicklungsministerium engagiert sich dazu unter anderem in folgenden Sektoren:
Energie: Erneuerbare Energien fördern, Energieeffizienz steigern, den Ausstieg aus fossilen Energien sozialverträglich gestalten, den Zugang zu klimaneutraler Energie sicherstellen, nachhaltige Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff und seine Folgeprodukte aufbauen und dabei die Arbeits- und Lieferkettenbedingungen sozial gerecht gestalten.
Wald: Entwaldung stoppen, etwa durch den REDD-Mechanismus (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Wiederaufforstung fördern, entwaldungsfreie Lieferketten aufbauen
Biodiversität: Ökosysteme wie Wälder, Meere und Moore als natürliche CO2-Speicher erhalten und wiederherstellen
Agrar- und Ernährungssysteme: Nachhaltige Bodennutzung und agrarökologische Ansätze fördern, Wasser- und Energieeffizienz erhöhen, Nahrungsmittelverluste reduzieren, Nachhaltigkeitsstandards für klimafreundliche Lieferketten fördern
Stadtentwicklung: Nachhaltige, klimafreundliche und inklusive urbane Infrastruktur und Mobilität fördern
Abfallwirtschaft: Abfälle umweltgerecht entsorgen, Kreislaufwirtschaft ausbauen, Emissionen im Abfallsektor verringern, Energie aus Abfällen gewinnen
Wirkungen von Klimaschutzmaßnahmen
Klimaschutzmaßnahmen begrenzen die weitere Erderwärmung und tragen damit dazu bei, die künftigen Folgen des Klimawandels zu verringern, sodass weniger Menschen von klimawandelbedingten Hitzewellen, Dürren und Wetterextremen betroffen sind. Zugleich können sie einen zusätzlichen gesellschaftlichen, gesundheitlichen und wirtschaftlichen Nutzen entfalten – sogenannte Co-Benefits.
Der Umstieg auf saubere Energie, klimafreundliche Verkehrssysteme und emissionsärmere Produktionsweisen kann beispielsweise die Luftqualität verbessern und damit gesundheitliche Risiken verringern. Weltweit sterben jährlich knapp acht Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung.
Darüber hinaus leistet eine geringere Abhängigkeit von Kohle, Öl und Gas einen Beitrag zur sicherheits- und geopolitischen Stabilität. Eine vor allem auf erneuerbare Energien ausgerichtete Versorgung reduziert die Anfälligkeit gegenüber plötzlichen Preissteigerungen oder Lieferengpässen. Dies mindert das Risiko energiebezogener Konflikte und stärkt die politische und wirtschaftliche Resilienz in Partnerländern und weltweit.
Gleichzeitig entstehen neue wirtschaftliche Perspektiven: Der Übergang zu einer emissionsarmen und klimaresilienten Wirtschaft könnte bei entsprechender politischer Gestaltung in den kommenden zehn Jahren weltweit netto 225 bis 530 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze schaffen. Durch ambitionierten Klimaschutz könnte außerdem die globale wirtschaftliche Entwicklung bis 2050 aufgrund höherer Investitionen, größerer Energieeffizienz und vermiedener Klimaschäden um bis zu 3 Prozent höher liegen als bei einer Fortsetzung der heutigen Politik.
Stand: 27.08.2026