Solaranlage, im Hintergrund ein Kohlekraftwerk, in Ulaanbaatar, Mongolei

Klimawandel und Entwicklungspolitik Klima schützen, globale Erwärmung stoppen

Um den Klimawandel zu stoppen und seine bereits unvermeidlichen Folgen beherrschbar zu machen, hat sich die Weltgemeinschaft darauf verständigt, die Lebens- und Wirtschaftsweise bis zur Mitte des Jahrhunderts klimaneutral (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zu gestalten. Denn nur mit ambitioniertem Klimaschutz kann eine nachhaltige Entwicklung in Deutschland und in unseren Partnerländern gelingen. Dafür müssen Treibhausgasemissionen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) – etwa die Freisetzung von Kohlendioxid – schnell und drastisch verringert werden („Dekarbonisierung“). Natürliche Kohlenstoffspeicher wie Ozeane, Böden, Wälder und Moore müssen besser geschützt und wiederhergestellt werden.

Viele Länder des Globalen Südens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) haben in der Vergangenheit nur geringe Emissionen verursacht. Heute entstehen dort etwa zwei Drittel der globalen Emissionen – Tendenz steigend. Klimaschutz kann daher nur gelingen, wenn auch diese Länder ihren Treibhausgasausstoß deutlich senken und ihre wirtschaftliche und soziale Entwicklung klimaverträglich gestalten. Aus diesem Grund sind Klimaschutz und Entwicklungspolitik untrennbar verbunden. Deutschland ist sich bewusst, wie herausfordernd es ist, wirtschaftliches Wachstum und klimagerechte Transformation gleichzeitig zu erreichen.


Engagement des BMZ

Die deutsche Entwicklungspolitik setzt sich auf bilateraler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), regionaler und multilateraler (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Ebene dafür ein, Treibhausgasemissionen zu vermeiden oder zu reduzieren. Dabei übernimmt das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) eine besondere Rolle: Es verbindet deutsche Interessen mit den Entwicklungszielen von Schwellen- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Entwicklungsländern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und mit globaler Verantwortung. Denn gerechter Klimaschutz gelingt nur gemeinsam.

Im Jahr 2023 stellte das BMZ etwa drei Milliarden Euro für Klimaschutzmaßnahmen bereit.

Zentrale Arbeitsfelder und Initiativen:

Klima- und Entwicklungspartnerschaften: Mit ausgewählten Partnerländern zusammenarbeiten, um Klimaneutralität, Klimaresilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verbinden

NDC-Partnerschaft: Partnerländer dabei unterstützen, ihre nationalen Klimaziele (NDCs) im Einklang mit den nachhaltigen Entwicklungszielen der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) umzusetzen

Klimafinanzierung: Sicherstellen, dass Geld für Klimaschutz zur Verfügung steht, etwa für die bilaterale Zusammenarbeit oder durch multilaterale Klimafonds und Entwicklungsbanken

Zusammenarbeit mit zivilgesellschaftlichen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und privatwirtschaftlichen Akteuren: Private Mittel für den Klimaschutz mobilisieren, technologische und wirtschaftliche Entwicklung fördern – etwa durch die Stiftung Allianz für Entwicklung und Klima, zivilgesellschaftliche Klimamaßnahmen, gezielte Einbindung von besonders vom Klimawandel betroffenen Gruppen

Das Entwicklungsministerium engagiert sich dazu unter anderem in folgenden Sektoren:

Energie: Erneuerbare Energien fördern, Energieeffizienz steigern, den Ausstieg aus fossilen Energien sozialverträglich gestalten, den Zugang zu klimaneutraler Energie sicherstellen, nachhaltige Produktionsanlagen für grünen Wasserstoff und seine Folgeprodukte aufbauen und dabei die Arbeits- und Lieferkettenbedingungen sozial gerecht gestalten

Wald: Entwaldung stoppen, etwa durch den REDD-Mechanismus (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Wiederaufforstung fördern, entwaldungsfreie Lieferketten aufbauen

Biodiversität: Ökosysteme wie Wälder, Meere und Moore als natürliche CO₂-Speicher erhalten und wiederherstellen

Agrar- und Ernährungssysteme: Nachhaltige Bodennutzung und agrarökologische Ansätze fördern, Wasser- und Energieeffizienz erhöhen, Nahrungsmittelverluste reduzieren, Nachhaltigkeitsstandards für klimafreundliche Lieferketten fördern

Stadtentwicklung: Nachhaltige, klimafreundliche und inklusive urbane Instrastruktur und Mobilität fördern

Abfallwirtschaft: Abfälle umweltgerecht entsorgen, Kreislaufwirtschaft ausbauen, Emissionen im Abfallsektor verringern, Energie aus Abfällen gewinnen

Wirkungen von Klimaschutzmaßnahmen

Klimaschutzmaßnahmen verringern nicht nur die Folgen des Klimawandels und tragen damit dazu bei, dass weniger Menschen von klimawandelbedingten Hitzewellen, Dürren und Wetterextremen betroffen sind. Sie verursachen auch positive Nebeneffekte (sogenannte Co-Benefits).

Weniger Emissionen sorgen für eine bessere Luftqualität – weltweit sterben bisher jährlich etwa sieben Millionen Menschen vorzeitig an den Folgen von Luftverschmutzung.

Gleichzeitig entstehen neue wirtschaftliche Perspektiven: Bis 2030 könnten rund 100 Millionen zusätzliche Arbeitsplätze geschaffen werden. Bis 2070 wird der wirtschaftliche Nutzen ambitionierter Klimapolitik auf bis zu 43 Billionen US-Dollar geschätzt.

Arbeitsfelder

Stand: 21.08.2025