Regenwald in Brasilien

Biodiversität und Wald Wälder schützen und nachhaltig bewirtschaften

Wälder bedecken mehr als 30 Prozent der Erdoberfläche. Sie beheimaten ein hohes Maß an biologischer Vielfalt und binden große Mengen Kohlenstoff. Sie sind wichtig für gesunde Böden und spielen eine wichtige Rolle im Wasserkreislauf. Tropenwälder spielen eine wichtige Rolle für die Klimaregulierung – nicht nur vor Ort, sondern weltweit. Wälder stellen zudem für etwa ein Drittel der Menschen weltweit die Lebens- und Wirtschaftsgrundlage dar – sie dienen als Quelle für Einkommen, Nahrung, Baumaterialien sowie Arzneimittel und schützen vor Naturkatastrophen. Wälder haben durch ihre Schutzfunktion direkten Einfluss auf angrenzende landwirtschaftliche Produktionsflächen, wie zum Beispiel für Deutschland relevante landwirtschaftliche Lieferketten. Wälder haben damit einen direkten Bezug zu unserem täglichen Leben. Ihr Verlust und möglicher Kollaps geht einher mit erheblichen Risiken für die nationale Sicherheit auch europäischer Staaten.

Trotz dieser Bedeutung hält die Zerstörung der Wälder weltweit und besonders in den Tropen an: Zwar ist die Entwaldung zurückgegangen (von jährlich 11,9 Millionen Hektar im Zeitraum von 2000 bis 2015 auf jährlich 9,42 Millionen Hektar zwischen 2015 bis 2025), dennoch werden jährlich Flächen entwaldet, die der Größe Portugals entsprechen.

Zudem war von 2023 auf 2024 ein sprunghafter Anstieg zu beobachten. Dieser Anstieg wird mit Feuerereignissen in Verbindung gebracht, beeinflusst von den Rekordtemperaturen in 2024. Die meisten Waldumwandlungen in den Tropen gehen auf die Ausweitung der Landwirtschaft zurück, zum Beispiel Viehzucht, auf den Sojaanbau oder die Gewinnung von Palmöl. Vor allem in Afrika ist die Gewinnung von Kochenergie (Holzkohle) ein wichtiger Faktor. Aber auch der Bergbau trägt zur Entwaldung bei, zum Beispiel durch den Abbau von Gold und Kohle, aber zunehmend auch durch die wachsende Nachfrage nach seltenen Erden und kritischen Rohstoffen für moderne Technologien.

Ohne Waldschutz sind die Ziele des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ⁠nicht erreichbar. Zugleich verstärken negative Auswirkungen des Klimawandels wie Dürren, Hitze, Waldbrände, Stürme und Schädlingsbefall den Druck auf die Wälder zusätzlich und gefährden ihre Rolle als Kohlenstoffspeicher, Wirtschaftsfaktor und Lebensraum.

Deutsches Engagement

Um die globale Waldzerstörung zu stoppen und umzukehren, sind gemeinsame globale Anstrengungen notwendig. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) beteiligt sich an einer Vielzahl von Initiativen für internationalen Walderhalt. Zentrales Beispiel hierfür ist die Glasgow Leaders Declaration on Forests and Land Use (Externer Link), eine Allianz von mehr als 140 Ländern und weiteren Akteuren aus Wirtschaft und Zivilgesellschaft⁠ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Diese haben sich bei den Klimaverhandlungen in Glasgow 2021 dazu verpflichtet, gemeinsam den Verlust von Naturwäldern bis 2030 zu beenden, 350 Millionen Hektar Wald (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wiederherzustellen und Agrarlieferketten entwaldungsfrei zu gestalten.

Bei der Klima-Konferenz COP30 in Brasilien im November 2025 wurde die sogenannte Tropical Forest Forever Facility (TFFF) ins Leben gerufen. Sie soll Waldschutz durch Tropenwaldländer über einen neuen, innovativen Finanzierungsmechanismus ergebnisbasiert vergüten. Dabei soll privates Kapital für den Schutz tropischer Wälder mobilisiert und gleichzeitig sichergestellt werden, dass mindestens 20 Prozent der Mittel direkt an indigene Völker und lokale Gemeinschaften fließen.

Das BMZ engagiert sich in Partnerländern wie Brasilien, der Demokratischen Republik Kongo und Indonesien in Sachen Walderhalt, ebenso wie in multilateralen Vorhaben der Weltbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der Vereinten Nationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) oder der Interamerikanischen Entwicklungsbank (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

Von besonderer Bedeutung ist für das BMZ die Teilhabe von Indigenen Völkern (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und lokalen Gemeinschaften am internationalen Waldschutz – denn wo sie leben, ist der Wald besonders intakt. Gleichzeitig gehören sie häufig zu den besonders benachteiligten Bevölkerungsgruppen. Das BMZ engagiert sich in diesem Zusammenhang in der Forest Tenure Funders Group (Externer Link) (FTFG), wo es sich gemeinsam mit anderen Gebern, Philanthropen und NGOs dafür einsetzt, dass die lokalen „Hüter des Waldes“ bei Entscheidungsfindungen und Zugang zu Ressourcen berücksichtigt werden.

Schwerpunkte Amazonas, Kongobecken und Südostasien

Die Grundlage für das Engagement des BMZ bilden das Pariser Klimaabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und das Globale Biodiversitätsrahmenabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) von Kunming-Montreal. Eine zentrale Rolle spielen außerdem internationale Regeln für den Handel sowie den Privat- und Finanzsektor, etwa für entwaldungsfreie Lieferketten mit direktem Bezug zur deutschen Wirtschaft.

Aktuell fördert das BMZ Maßnahmen zum internationalen Walderhalt in 65 Ländern (Stand: Dezember 2024). Regionale Schwerpunkte der Förderung liegen in den größten zusammenhängenden Tropenwaldregionen: dem Amazonas-Tiefland, den Wäldern Südostasiens und dem Kongobecken.

Mit dem „Belém Call to Action for the Congo Basin Forest (Externer Link)“ haben Länder des Kongobeckens mit ihren internationalen Partnern auf der COP30 eine wegweisende Erklärung zur nachhaltigen Nutzung und zum Schutz der Wälder im Kongobecken verabschiedet. Die Partner verständigten sich auf das gemeinsame Ziel, den Verlust der Wälder bis 2030 zu stoppen, den Entwaldungstrend umzukehren und die nachhaltige Nutzung der Waldressourcen für die wirtschaftliche Entwicklung der Region zu fördern. Die Einbindung lokaler und indigener Gemeinschaften, der Wissenschaft und Privatwirtschaft steht im Zentrum der Vereinbarung.

Insgesamt wurden von den internationalen Partnern über 2,5 Milliarden US-Dollar in Aussicht gestellt, um die Wälder der Region zu schützen und die Nachhaltige Nutzung zu fördern. Ein Großteil des deutschen Beitrags dazu soll über die Zentralafrikanische Waldinitiative (CAFI) umgesetzt werden, bei der Deutschland als zweitgrößter Geber im Aufsichtsrat sitzt. Zudem sollen die Länder der Region unterstützt werden, sich für Zugang zum TFFF und damit für langfristige Finanzierung für den Walderhalt zu qualifizieren.

Inhaltliche Schwerpunkte des internationalen BMZ-Engagements sind neben der internationalen Waldfinanzierung die nachhaltige Waldwirtschaft und Holzhandel, die Beratung von Forstministerien, Erhalt und Wiederherstellung von Waldökosystemen und die Unterstützung beim Management von Waldschutzgebieten. All das mit dem Ziel, Wälder als Lebensgrundlage für Menschen weltweit und als wichtigen Beitrag zum globalen Klimaschutz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) langfristig zu erhalten.

Stand: 02.04.2026