Bau einer Uferbefestigung am Ufer des Mayur River in der Stadt Khulna im Südwesten von Bangladesch

Klimawandel und Entwicklung Anpassung an die Folgen des Klimawandels

Der Klimawandel bedroht die Lebensgrundlagen unzähliger Menschen – und diese Bedrohung wird in Zukunft noch weiter zunehmen. Daher fördert das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) nicht nur Maßnahmen zum Klimaschutz, sondern unterstützt seine Partnerländer auch dabei, sich an die unvermeidlichen Folgen des Klimawandels anzupassen.

Gletscher in Island

Im Pariser Klimaabkommen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) wurde die Anpassung der Lebens- und Wirtschaftsweise an die Auswirkungen der globalen Erwärmung als gleichberechtigtes Ziel neben dem Klimaschutz verankert. Doch vor allem den ärmsten Ländern fehlen die finanziellen Mittel und die Kapazitäten, um die dringend nötigen Veränderungen zur Steigerung ihrer Widerstandsfähigkeit (Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) alleine umzusetzen. So macht der Klimawandel vielerorts bereits erreichte Entwicklungserfolge zunichte und gefährdet zukünftige Entwicklungschancen.

Industrieländer wie Deutschland haben zugesagt, die Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Schwellenländer (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) bei der Anpassung an den Klimawandel zu unterstützen, etwa finanziell oder durch Wissens- und Technologietransfer.

Deutschland setzt sich sowohl auf internationaler Ebene als auch in der bilateralen und regionalen Zusammenarbeit dafür ein, Menschen, Lebensräume, Ökosysteme und Volkswirtschaften widerstandsfähiger gegenüber den Folgen des Klimawandels zu machen, um Schäden und Verluste zu vermeiden.


Das Engagement des BMZ

Das Engagement des BMZ ist vielfältig:

Umfassendes Klimarisikomanagement: Klimarisiken analysieren und bewerten, Klimarisikoanalysen und Klimarisikoprofile für ausgewählte Länder erstellen, passende Strategien und Maßnahmen entwickeln und umsetzen

Klimarisikoabsicherung und -vorsorge: Frühwarnsysteme einrichten, die bestehende Klima- und Katastrophenrisikofinanzierung zu einem „Globalen Schutzschirm gegen Klimarisiken“ umbauen, um einen schnellen und einfachen Zugang zu Hilfe und Finanzmitteln im Katastrophenfall zu ermöglichen

Rahmenbedingungen stärken: Anpassungsplanung vorantreiben, Kapazitäten von Behörden und wissenschaftlichen Einrichtungen stärken, Fachwissen und Kapital privater Akteure einbinden

Ernährungssicherheit: Emissionsarme und widerstandsfähige Agrar- und Ernährungssysteme schaffen, um lokal, regional und global die Verfügbarkeit und den Zugang zu Nahrungsmitteln sicherzustellen

Wassersicherheit: Wasserverluste verringern, Wasser wiederverwenden und speichern, Grundwasservorräte schützen und erneuern, Wassernutzungspläne entwickeln

Infrastruktur: Kritische Infrastrukturen aufbauen, die extremen Wetterereignissen und schleichenden Klima- und Umweltänderungen standhalten, klimaresiliente Stadtentwicklung fördern

Potenziale des Klimawandels nutzen: Landwirtschaft an sich ändernde Produktionsbedingungen anpassen (zum Beispiel durch den Anbau neuer Sorten), neue Regionen für den Tourismus erschließen, agrarökologische Ansätze fördern, natur-basierte Lösungen (NbS) und ökosystembasierte Anpassung (EbA) fördern

Klima- und Entwicklungspartnerschaften: Mit ausgewählten Partnerländern gezielt zusammenarbeiten, um die Ziele Klimaneutralität (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Klimaresilienz, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Gerechtigkeit miteinander zu verknüpfen (grüne und sozial gerechte Transformation)

Eigenverantwortung: Zentrale Initiativen der Entwicklungs- und Schwellenländer fördern, etwa die Gruppe stark verwundbarer Länder (The Vulnerable Twenty Group (Externer Link), V20), die Afrikanische Anpassungsinitiative (Africa Adaptation Initiative (Externer Link), AAI) oder die Coalition for Disaster Resilient Infrastructure (Externer Link) (CDRI)

Finanzierung der Maßnahmen

Sitzungssaal der internationalen Geberkonferenz des Grünen Klimafonds, deren Gastgeber die Bundesregierung am 20.11.2014 in Berlin war

Um dem hohen Bedarf an Finanzierung für Anpassung an den Klimawandel gerecht zu werden, zielt Deutschland darauf ab, Klimafinanzierung für Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel in einem ausgewogenen Verhältnis bereitzustellen.

Ein Großteil der Mittel kommt unmittelbar den Partnerländern zugute, zum Beispiel in den Bereichen Landwirtschaft, Wasser, Stadtentwicklung oder ländliche Entwicklung. Außerdem will Deutschland entschieden zu den Klimafinanzierungszielen des Pariser Abkommens beitragen und hat angekündigt, bis spätestens 2025 sechs Milliarden Euro jährlich für Klimafinanzierung bereitzustellen.

Diese Investitionen zahlen sich aus: Der langfristige Nutzen übersteigt den kurzfristigen finanziellen Einsatz bei Weitem. Ohne Anpassungsstrategien sind Schäden zu erwarten, die bis zu zehnmal teurer sind als die Investitionen. Dagegen steigen die Kosten für Infrastrukturprojekte, die von vornherein klimasicher geplant werden, im Durchschnitt nur um drei Prozent.

Arbeitsfelder

Überflutete Straßen und Wege in Gonaives, Haiti, nachdem der Hurrikan Tomas die Gegend passierte
Logo: Global Shield against Climate Risks (Globaler Schutzschirm gegen Klimarisiken)
Windräder in Südafrika
Solarflächen eines Solarkraftwerks in Quarzazate, Marokko
Überschwemmung auf den Philippinen
Gärtner in einer Mangrovenbaumschule. Die Bäume werden als Erosionsschutz bei Überschwemmungen gepflanzt.
Straßenverkehr in Berlin, zahlreiche Autos fahren dicht gedrängt auf einer mehrspurigen Straße
Tröpfchenbewässerung auf einem Feld in Äthiopien
Dorf in der Somali-Region in Äthiopien, in dem sich wegen der anhaltenden Dürre Nomaden angesiedelt haben
Moorlandschaft in Europa

Stand: 20.10.2022