Kinderrechte För­de­rung der Ge­sund­heit von Kin­dern und Ju­gend­li­chen

Mit dem drit­ten Ent­wick­lungs­ziel der Agen­da 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (SDG 3) hat sich die Welt­ge­mein­schaft zum Ziel ge­setzt, ver­meid­ba­re Kin­der- und Säug­lings­sterb­lich­keit zu be­en­den und Krank­hei­ten, die in be­son­de­rem Ma­ße Kin­der ge­fähr­den, ge­mein­sam zu be­kämp­fen. Die Ge­sund­heit von Kin­dern hängt – noch stär­ker als die Ge­sund­heit von Er­wach­se­nen – von den Le­bens­be­din­gun­gen ab: Schlech­tes Trink­was­ser, feh­len­de Sa­ni­tär­ein­rich­tun­gen, Hun­ger und schlech­te Er­näh­rung, Um­welt­ver­schmut­zung und auch man­geln­de Bil­dung der El­tern be­dro­hen die Ge­sund­heit von Kin­dern.

Im Flücht­lings­la­ger in Dadaab, Ke­nia, wer­den neu an­ge­kom­me­ne Kin­der ge­impft.

Im Flücht­lings­la­ger in Dadaab, Ke­nia, wer­den neu an­ge­kom­me­ne Kin­der ge­impft.

Im Flücht­lings­la­ger in Dadaab, Ke­nia, wer­den neu an­ge­kom­me­ne Kin­der ge­impft.

Die Über­le­bens­chan­cen von Kin­dern in Ent­wick­lungs­län­dern ha­ben sich seit 1990 kon­ti­nu­ier­lich ver­bes­sert. Im Jahr 2017 star­ben je­doch noch im­mer et­wa 5,4 Mil­lio­nen Kin­der im Al­ter un­ter fünf Jah­ren an grö­ß­ten­teils ver­meid­ba­ren oder be­han­del­ba­ren Krank­hei­ten. Fast die Hälf­te die­ser Kin­der starb schon im ers­ten Le­bens­mo­nat. Die Grün­de lie­gen oft in der un­zu­rei­chen­den Ge­sund­heits­ver­sor­gung der Müt­ter wäh­rend der Schwan­ger­schaft so­wie wäh­rend und nach der Ge­burt.

Häu­fi­ge Ur­sa­chen für den Tod von Klein­kin­dern in Ent­wick­lungs­län­dern sind au­ßer­dem Durch­fall­erkran­kun­gen, Atem­wegs­in­fek­tio­nen, Ma­sern und Ma­la­ria. Un­ter­ernäh­rung ist in et­wa 45 Pro­zent der Fäl­le mit­ver­ant­wort­lich für den Tod. Vie­le er­näh­rungs­be­ding­te Krank­hei­ten füh­ren zu geis­ti­gen oder kör­per­li­chen Be­hin­de­run­gen. So er­blin­den je­des Jahr Zehn­tau­sen­de Kin­der in Fol­ge von Vit­amin-A-Man­gel.

Nach An­ga­ben der Welt­ge­sund­heits­or­ga­ni­sa­ti­on (WHO) könn­te ein Gro­ß­teil der To­des­fäl­le im Säug­lings- und Klein­kind­al­ter durch ein­fa­che und kos­ten­güns­ti­ge Maß­nah­men ver­hin­dert wer­den könn­ten. Be­son­ders in den ärms­ten Län­dern sind die Ge­sund­heits­diens­te aber nicht leis­tungs­fä­hig ge­nug, um die­se Maß­nah­men an­bie­ten zu kön­nen.

Deutsches Engagement

Ein sie­ben Mo­na­te al­tes Mäd­chen in An­t­anana­ri­vo, Ma­da­gas­kar, wird ge­mes­sen, um zu prü­fen, ob es noch im­mer un­ter­ernährt ist.

Ein sie­ben Mo­na­te al­tes Mäd­chen in An­t­anana­ri­vo, Ma­da­gas­kar, wird ge­mes­sen, um zu prü­fen, ob es noch im­mer un­ter­ernährt ist.

Ein sie­ben Mo­na­te al­tes Mäd­chen in An­t­anana­ri­vo, Ma­da­gas­kar, wird ge­mes­sen, um zu prü­fen, ob es noch im­mer un­ter­ernährt ist.

Die Stär­kung von Ge­sund­heits­sys­te­men ("Uni­ver­sal Health Cov­er­age") zählt zu den wich­tigs­ten An­sät­zen der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zur Ver­bes­se­rung der Mut­ter-Kind-Ge­sund­heit. Ge­sund­heits­diens­te wie Schwan­ge­ren­vor­sor­ge, Ge­burts­be­glei­tung und Neu­ge­bo­re­nen­ver­sor­gung sind hier­bei von gro­ßer Be­deu­tung. Dar­über hin­aus en­ga­giert sich Deutsch­land für die Prä­ven­ti­on und Be­hand­lung von Er­kran­kun­gen der Atem­we­ge, Durch­fall und Ma­la­ria.

Im Rah­men der mul­ti­la­te­ra­len Zu­sam­men­ar­beit un­ter­stützt das Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­um (BMZ) in­ter­na­tio­na­le Or­ga­ni­sa­tio­nen (zum Bei­spiel UNICEF, WHO, UNAIDS, GFATM, Welt­bank) bei der Um­set­zung von Ge­sund­heits­pro­gram­men.

Das BMZ hat im Jahr 2011 die In­itia­ti­ve "Selbst­be­stimm­te Fa­mi­li­en­pla­nung und Müt­ter­ge­sund­heit" ins Le­ben ge­ru­fen. Sie dient als Bei­trag zur Um­set­zung der G8-Mus­ko­ka-In­itia­ti­ve zur Ge­sund­heit von Müt­tern, Neu­ge­bo­re­nen und Kin­dern so­wie zur Un­ter­stüt­zung der glo­ba­len Stra­te­gie Every Woman, Every Child (Externer Link) un­ter der Schirm­herr­schaft des UN-Ge­ne­ral­se­kre­tärs. Ur­sprüng­lich be­inhal­te­te die In­itia­ti­ve fi­nan­zi­el­le Zu­sa­gen für die Jah­re 2011 bis 2015 in Hö­he von mehr als 533 Mil­lio­nen Eu­ro. Als Bei­trag zur Um­set­zung der Agen­da 2030 hatte Deutsch­land die Ver­län­ge­rung sei­nes En­ga­ge­ments bis min­des­tens En­de 2019 zu­ge­sagt. Un­ter­stützt wer­den da­mit ins­be­son­de­re die Zie­le, uni­ver­sel­len Zu­gang zu Dienst­leis­tun­gen für die se­xu­el­le und re­pro­duk­ti­ve Ge­sund­heit zu schaf­fen und ver­meid­ba­re To­des­fäl­le von Müt­tern und Neu­ge­bo­re­nen zu be­en­den.

Mit dem Bei­trag zur Glo­ba­len Impf­al­l­i­anz (Ga­vi (Externer Link)) trägt Deutsch­land da­zu bei, den Zu­gang von Kin­dern so­wie ju­gend­li­chen Mäd­chen zu Imp­fun­gen zu ver­bes­sern. Auch mit der Un­ter­stüt­zung des Glo­ba­len Fonds zur Be­kämp­fung von Aids, Tu­ber­ku­lo­se und Ma­la­ria (Externer Link) (rund ei­ne Mil­li­ar­de Eu­ro für den Zeit­raum 2020 bis 2022) trägt die Bun­des­re­gie­rung da­zu bei, den Zu­gang zu Ge­sund­heits­dienst­leis­tun­gen für jun­ge Men­schen zu ver­bes­sern. Zu­dem ist Deutsch­land seit Jah­ren ein star­ker und ver­läss­li­cher Part­ner der Glo­ba­len In­itia­ti­ve zur Aus­rot­tung der Kin­der­läh­mung (GPEI (Externer Link)). Seit Be­ginn der In­itia­ti­ve hat die Bun­des­re­gie­rung die Po­lio­be­kämp­fung mit mehr als 550 Mil­lio­nen US-Dol­lar un­ter­stützt.

Se­xu­el­le und re­pro­duk­ti­ve Ge­sund­heit und Rech­te

Ein Ge­sund­heits­hel­fer in Ju­ba, Süd­su­dan, er­klärt Me­tho­den der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung.

Ein Ge­sund­heits­hel­fer in Ju­ba, Süd­su­dan, er­klärt Me­tho­den der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung.

Ein Ge­sund­heits­hel­fer in Ju­ba, Süd­su­dan, er­klärt Me­tho­den der Emp­fäng­nis­ver­hü­tung.

Welt­weit sind et­wa 1,8 Mil­li­ar­den Men­schen zwi­schen 10 und 24 Jah­re alt, die gro­ße Mehr­heit da­von in Ent­wick­lungs­län­dern. Da­mit sind sie Ziel­grup­pe von Pro­gram­men zur För­de­rung der se­xu­el­len und re­pro­duk­ti­ven Ge­sund­heit. Vor al­lem für die Vor­beu­gung se­xu­ell über­trag­ba­rer Krank­hei­ten, ein­schlie­ß­lich der HIV-In­fek­ti­on, und für die Ver­mei­dung un­ge­woll­ter Schwan­ger­schaf­ten ist es wich­tig, pas­sen­de und zu­gäng­li­che Ge­sund­heits­an­ge­bo­te für die je­wei­li­ge Al­ters­grup­pe so­wie für Män­ner und Frau­en zu ent­wi­ckeln. Deutsch­land för­dert da­her spe­zi­el­le, al­ters­ge­rech­te Pro­gram­me für Mäd­chen, Jun­gen und jun­ge Er­wach­se­ne, die ih­ren Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen, Ge­sund­heits­diens­ten und Ver­hü­tungs­mit­teln ver­bes­sern.

Durch in­ten­si­ve Auf­klä­rungs­ar­beit setzt sich Deutsch­land au­ßer­dem für die Über­win­dung der weib­li­chen Ge­ni­tal­ver­stüm­me­lung ein.

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