Kinderrechte und Jugendrechte För­de­rung der Ge­sund­heit von Kin­dern und Ju­gend­li­chen


Im Flücht­lings­la­ger in Dadaab, Ke­nia, wer­den neu an­ge­kom­me­ne Kin­der ge­impft.

Im Flücht­lings­la­ger in Dadaab, Ke­nia, wer­den neu an­ge­kom­me­ne Kin­der ge­impft.

Im Flücht­lings­la­ger in Dadaab, Ke­nia, wer­den neu an­ge­kom­me­ne Kin­der ge­impft.

Alle Kinder der Welt haben das Recht auf eine gesunde, aus­ge­wogene Ernährung, eine aus­reichende medizinische Versorgung sowie auf an­ge­messene Kleidung und Unterkunft. Die Ge­sund­heit von Kindern hängt sehr stark von ihren Lebens­be­dingungen ab: Ver­schmutztes Trink­wasser, unsaubere oder ganz fehlende Sanitär­ein­richtungen, schlechte Er­nährung, Um­welt­ver­schmutzung und auch mangelnde Bildung der Eltern bedrohen das Wohl­er­gehen der Kinder und schädigen langfristig ihre Chancen und ihre Gesundheit.

SDG 3: Gesundheit und Wohlergehen

Mit dem drit­ten Ent­wick­lungs­ziel der Agen­da 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (SDG 3) hat sich die Weltgemeinschaft das Ziel gesetzt, vermeidbare Todesfälle bei Neugeborenen und Kleinkindern zu verhindern und Krankheiten, die in besonderem Maße Kinder gefährden, gemeinsam zu bekämpfen.


Hintergrund Mangelernährung und vermeidbare Krankheiten

Die Überlebenschancen von Kindern in Entwicklungsländern haben sich seit 1990 kon­ti­nu­ier­lich verbessert. Dennoch starben 2019 noch etwa 5,2 Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag – durchschnittlich mehr als 14.000 an jedem Tag des Jahres. Die meisten dieser Todesfälle wurden durch vermeidbare oder behandelbare Krankheiten verursacht, zum Beispiel durch Durchfall, Atemwegsinfektionen oder Malaria. In fast der Hälfte der Fälle (etwa 45 Prozent) war Unterernährung mitverantwortlich für den Tod der Kleinkinder.

Weltweit sind etwa 30 Prozent der Kinder unter fünf Jahren chronisch oder akut mangel­ernährt. Diese Kinder leiden unter Entwicklungsverzögerungen und können ihre Potenziale nicht voll entfalten. Mangelernährung in der Kindheit führt oft für den Rest des Lebens zu schweren gesundheitlichen Einschränkungen. Jedes zweite Kleinkind leidet unter "verstecktem Hunger", weil es aufgrund einer zu einseitigen Ernährung nicht genügend Vitamine und andere wichtige Nährstoffe erhält.

Schwache Gesundheitssysteme von Corona-Pandemie besonders betroffen

Ein Großteil der weltweiten Todesfälle im Säuglings- und Kleinkindalter könnte durch einfache und kostengünstige Maßnahmen verhindert werden – so, wie es in den reichen Staaten Standard ist. Besonders in den ärmsten Ländern sind die Gesundheitsdienste aber nicht leistungsfähig genug, um diese Maßnahmen anbieten zu können.

Die Covid-19-Pandemie verschlimmert die Schwächen der Gesundheitssysteme zusätzlich – die Ernährungs- und Gesundheitsdienste sind stark überlastet und können den wachsenden Anforderungen nicht mehr gerecht werden. Benachteiligte Bevölkerungsgruppen, vor allem arme und unter- beziehungsweise mangelernährte Menschen, sind sowohl vom Coronavirus selbst als auch von den Auswirkungen der Ein­dämmungs­maß­nahmen stark betroffen. Eine Analyse von Daten aus 118 Ländern lässt befürchten, dass infolge der Pandemie täglich mehrere tausend weitere Kinder unter fünf Jahren sterben könnten.

Überlebenschancen verbessern Das deutsche Engagement

Ein sie­ben Mo­na­te al­tes Mäd­chen in An­t­anana­ri­vo, Ma­da­gas­kar, wird ge­mes­sen, um zu prü­fen, ob es noch im­mer un­ter­ernährt ist.

Ein sie­ben Mo­na­te al­tes Mäd­chen in An­t­anana­ri­vo, Ma­da­gas­kar, wird ge­mes­sen, um zu prü­fen, ob es noch im­mer un­ter­ernährt ist.

Ein sie­ben Mo­na­te al­tes Mäd­chen in An­t­anana­ri­vo, Ma­da­gas­kar, wird ge­mes­sen, um zu prü­fen, ob es noch im­mer un­ter­ernährt ist.

Die Stär­kung von Ge­sund­heits­sys­te­men zählt zu den wichtigsten Zielen der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit. Ge­sund­heits­dienste wie Schwangeren­vor­sorge, Geburts­begleitung und Neu­ge­borenen­ver­sorgung haben dabei eine große Bedeutung. Über die BMZ-Initiative "Selbst­bestimmte Familien­planung und Mütter­ge­sund­heit" unterstützt Deutschland mit bis zu 100 Millionen Euro jährlich den ver­besser­ten Zugang zur sexuellen und re­pro­duk­tiven Ge­sund­heit und den ent­sprechen­den Rechten in der bi­lateralen Zu­sammen­arbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Die Initiative trägt unter anderem auch dazu bei, dass Geburten sicher sind und Neu­geborene einen gesunden Start ins Leben erhalten.

Damit Kinder und Jugendliche informiert und gesund aufwachsen, müssen sie frühzeitig über ihre sexuellen und reproduktiven Rechte informiert werden. Dazu gehört auch das Wissen, wie sie sich vor sexuell übertragbaren Krankheiten und ungeplanten Schwangerschaften schützen können. Der Zugang zu umfassender Sexualaufklärung und jugend­freund­lichen Ge­sund­heits­diensten ist deswegen ein wichtiger Teil des deutschen Engagements in der Gesundheit.

Um die Zahl der Todes- und Krankheitsfälle von Kindern zu verringern, sind außer­dem Ver­besse­rungen in weiteren Bereichen erforderlich, die indirekte Wir­kungen auf die Ge­sund­heit haben – zum Beispiel die Gleich­stellung der Geschlechter mit besonderem Augen­merk auf sexuelle und re­pro­duk­tive Ge­sund­heit und Rechte, sowie die Sicherung von Ernährung, Bildung, Trink­wasser­ver­sorgung und Ab­wasser­entsorgung. Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sammen­arbeit engagiert sich auf allen diesen Gebieten und verbessert dadurch direkt oder indirekt die Lebensbedingungen und Überlebenschancen von Kindern. Ein Beispiel ist das Regionalprogramm Fit für die Schule, das Partnerländer dabei unterstützt, die Wasser- und Sanitärversorgung und die Hygiene in Schulen zu verbessern.

Internationale Partner

Seit 2017 ist das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) im Vorstand der Partnership for Maternal, Newborn and Child Health (PMNCH) vertreten – einer Allianz von mehr als 1.000 Organisationen mit dem gemeinsamen Anliegen, die Entwicklungsziele der Agenda 2030 zur Gesundheit von Müttern und Kindern zu erreichen.

Außerdem unterstützt Deutschland eine Reihe von internationalen Institutionen, die im Bereich Kindergesundheit tätig sind. Dazu zählen das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (UNICEF), der UN-Weltbevölkerungsfonds (UNFPA (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), die Internationale Föderation für Familienplanung (IPPF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)), die Impfallianz Gavi (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), die Global Polio Eradication Initiative (GPEI), der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria und die Globale Financing Facility zur Verbesserung der Gesundheit und Ernährung von Frauen und Kindern.

Verwandte Themen