Geschlechtergerechtigkeit Feministische Entwicklungspolitik für eine nachhaltige Entwicklung

Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die Hälfte der Welt­bevöl­kerung ist weiblich. Gleich­stellung ist ein Men­schen­recht. Das klar­zu­stellen und Be­wusst­sein hier­für zu schaffen, bleibt eine fort­wäh­ren­de Aufgabe.
Svenja Schulze Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Die seit Ende 2021 am­tieren­de neue Bun­des­re­gierung en­ga­giert sich um­fassend für eine gleich­berech­tig­te Teil­habe aller Men­schen am sozialen, politi­schen und wirt­schaft­lichen Leben – unab­hän­gig von Geschlecht, Ge­schlechts­identität, sexueller Orien­tie­rung, Haut­farbe, Be­hin­derung oder von anderen Merk­malen. Das BMZ wird in diesem Sinne eine fe­minis­tische Ent­wick­lungs­po­li­tik verfolgen.

Starke Frauen – starke Gesellschaften

30 %

Anstieg der landwirtschaftlichen Erträge bei gleichberechtigtem Zugang zu Produktionsmitteln

Mutter-Kind-Station im Krankenhaus in Almalik, Usbekistan

Die Müttersterblichkeit könnte bei besserer medizinischer Versorgung von Frauen um

1/3

sinken

70 %

des weltweiten Gesundheitspersonals sind weiblich

Eine verknotete Pistole: Das Werk "Non Violence" des schwedischen Künstlers Carl Fredrik Reuterswärd steht als Friedenssymbol seit 1988 vor dem Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York.

20 %

Anstieg der Chance auf Einhaltung eines Friedensabkommens, wenn Frauen an Verhandlungen beteiligt werden


Mehr Bildung

von Frauen und Mädchen verringert die Zahl der Kinderehen und ungeplanten Schwangerschaften



Zwei Frauen im Co-Creation Hub in Lagos, Nigeria

28 Billionen US-Dollar

Anstieg des globalen Wirtschaftswachstums bis 2025, wenn Frauen gleichgestellt beteiligt werden

Die Gleich­berech­ti­gung von Frauen und Mädchen, Männern und Jungen und Personen mit diverser sexueller Orientierung oder Ge­schlechts­iden­ti­tät wurde bis heute nir­gend­wo auf der Welt voll­stän­dig er­reicht.

Diskriminierung von Frauen und Mädchen

Schülerin einer Schule in Bangui in der Zentralafrikanischen Republik

130 Millionen

Mädchen wird das Menschenrecht auf Bildung verwehrt

75 %

der unbezahlten Pflege- und Hausarbeit wird von Frauen erledigt


Plenarsaal des Deutschen Bundestags im Reichstagsgebäude in Berlin

26 %

der Parlamentssitze weltweit sind von Frauen besetzt

Jede

3. Frau

erleidet zumindest einmal im Leben körperliche oder sexualisierte Gewalt

Eine Frau in Togo bei der Salaternte

14 %

der Landbesitzenden sind Frauen

214 Millionen

Frauen haben keinen Zugang zu modernen Methoden der Familienplanung

Feministische Ent­wick­lungs­politik – was ist das?

SDG 5: Geschlechter­gleichheit

Die deutsche Ent­wick­lungs­politik setzt sich gegen Hunger, Armut und Un­gleich­heit und für die Durch­set­zung der Men­schen­rech­te, Klima­schutz, die nach­hal­tige Nut­zung unserer Res­sour­cen und eine ge­rech­te Glo­ba­li­sie­rung ein. Sie verfolgt die 17 Ziele (SDGs) der inter­natio­nal verein­bar­ten Agenda 2030 für nach­hal­tige Ent­wick­lung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), deren Leit­motiv ist, nie­man­den zu­rück­zu­lassen (Leave No One Behind).

Zeichen für sexuelle Diversität auf grünem Ampelzeichen. Ein Kreis mit einem nach unten weisendem Kreuz als Symbol für das weibliche Geschlecht, einem nach links oben weisendem, durchgestrichenem Pfeil als Symbol für Diversität und einem nach rechts oben weisenden Pfeil als Symbol für das männliche Geschlecht. Aufnahme aus London, Nähe Trafalgar Square

Der Gender-Ansatz des BMZ Interner Link

Frauen, Männer und Menschen mit anderen Geschlechtsidentitäten (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) sollen gleich­berech­tigt an Ent­wick­lungs­pro­zes­sen teil­haben. 

Das BMZ achtet darum bei allen Ent­wick­lungs­vorhaben da­rauf, Ge­schlech­ter­un­ge­rech­tig­kei­ten aktiv an­zu­gehen, und be­son­ders Frauen, Mädchen und andere mar­ginali­sierte Gruppen gezielt zu fördern und gleich­berech­tigt ein­zu­binden.

Feminis­tische Ent­wick­lungs­politik nimmt alle Men­schen in den Blick und setzt an den Wurzeln der Un­gerech­tig­keiten an: den Macht­verhält­nis­sen zwischen den Ge­schlech­tern, sozialen Nor­men und Rollen­bildern.

Feministische Entwicklungspolitik stärkt die Ge­rech­tig­keit für Menschen aller Ge­schlech­ter und ist damit im Sinne der ge­sam­ten Ge­sell­schaft – auch der Männer.

Feminis­tische Ent­wick­lungs­politik ist ein wir­kungs­voller Ansatz, die nach­hal­tige Ent­wick­lung voran­zu­brin­gen und die Men­schen­rechte durch­zu­set­zen – welt­weit und unab­hängig vom Ge­schlecht oder anderen persön­lichen Merk­malen.

Die zentralen Ziele unserer femi­nisti­schen Ent­wick­lungs­po­litik

Gesch­lechter­un­ge­rech­tig­keit ent­steht nicht zufällig, sie ist die Folge von be­stimm­ten Macht­struk­turen, dis­krimi­nie­ren­den Normen und Rollen­bildern.

Die fe­minis­tische Ent­wick­lungs­po­litik des BMZ hat das Ziel, struk­turelle Un­gleich­heiten, Un­gleich­be­hand­lung und Dis­krimi­nierung lang­fristig zu beseitigen. Dazu gehören auch rassis­ti­sche Struk­turen und Macht­ver­hält­nis­se.

Das BMZ enga­giert sich dazu auf verschie­denen Ebenen:

Feministische Entwicklungspolitik Warum wir das Poten­zial der Frauen mehr nutzen müssen Externer Link

Im Gastbeitrag für die Wirt­schafts­woche erklärt Ministerin Svenja Schulze, wie eine bessere För­derung von Frauen zu weniger Un­gleich­heiten führt und die Wirt­schaft und Sicherheit stärkt.

Rechte verwirklichen

Feministische Ent­wick­lungs­politik en­gagiert sich für die Auf­hebung dis­krimi­nie­render Gesetze und für die rechtliche Stär­kung von Frauen, Mädchen und LSBTI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)‑Personen in allen Le­bens­be­reichen.

Sie nutzt dazu unter an­de­rem den po­li­ti­schen Dialog zu Men­schen­rechts­fra­gen mit den Part­ner­län­dern und unter­stützt dort zivil­gesell­schaft­li­che Or­gani­sa­tio­nen. Ihr Ziel: Alle Men­schen sollen ihre Rechte un­ein­ge­schränkt wahr­nehmen können.

Ressourcen einsetzen

Es muss gerecht zugehen beim Zugang zu Res­sour­cen. Und auch femi­nisti­sche Ent­wick­lungs­po­litik kann nicht ohne an­ge­mes­se­ne Res­sour­cen er­folg­reich sein.

Sowohl im Rahmen der bi­latera­len (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) als auch multi­late­ra­len Zu­sam­men­ar­beit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) müssen mehr Mit­tel als bisher gezielt zur För­de­rung von Ge­schlech­ter­gleich­stel­lung ver­wen­det werden.

Repräsentanz verbessern

Alle bisher nicht an­ge­mes­sen re­prä­sen­tier­ten Grup­pen sollen auf allen Ebe­nen an po­liti­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen be­tei­ligt werden und Ein­fluss neh­men können.

Frauen, LSBTI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Perso­nen und an­dere mar­gi­nali­sier­te Grup­pen müssen gleich­berech­tigt an inter­natio­nalen Ver­hand­lun­gen, an Re­gie­rungs­verein­ba­run­gen, an der Ent­wick­lung neuer Strate­gien oder bei der Kon­zep­tion von neuen Vor­haben teil­haben.

Was wir machen Das Engagement des BMZ für eine fe­minis­ti­sche Ent­wick­lungs­politik

Lobna Dams, Gründerin der Firma Nakawa Biokosmetik, im Gespräch mit einer Mitarbeiterin (Jemmal, Tunesien).
Symbolfoto: Eine Frau hält abwehrend ihre Hände vor ihren Kopf um sich zu schützen
Mädchen in einer Schulklasse in Bangui, Zentralafrikanische Republik. Es sind nur die Hinterköpfe der Mädchen abgebildet, man sieht keine Gesichter.
Studierende sitzen in einem Hörsaal der Universität Tunis El Manar
Am 1. Mai 2018 demonstrieren Frauen in Bangladesch für ihre Grundrechte. Sie halten Plakate mit ihren Forderungen – unter anderem: Gesundheitsversorgung für Schwangere, Schutz vor Gewalt am Arbeitsplatz und existenzsichernde Löhne
Einen Frau hockt ein einem überfluteten Reisfeld in Vietnam und bereitet Reissetzlinge für die Pflanzung vor.
Stra­ßen­markt in Bei­ra, Mo­sam­bik
Zwei Jungen mit Gehbehinderungen in Daressalam, Tansania

Publikationen

Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

Inklusion von Menschen mit Behinderungen in der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

BMZ Strategiepapier

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 12/2019 | Dateigröße 282 KB, Seiten 19 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei
Titelblatt: LSBTI-Inklusions­kon­zept der Bundes­regierung für die Aus­wärtige Politik und die Ent­wick­lungs­zusammen­​​​​​​​arbeit

LSBTI-Inklusionskonzept

LSBTI-Inklusions­kon­zept der Bundes­regierung für die Aus­wärtige Politik und die Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 03/2021 | Dateigröße 209 KB, Seiten 18 Seiten