Kinderrechte Hoch­wer­ti­ge Bil­dung für al­le Kin­der und Ju­gend­li­chen

Le­sen und schrei­ben zu kön­nen ist ei­ne we­sent­li­che Vor­aus­set­zung für die Teil­nah­me an ge­sell­schaft­li­chen Pro­zes­sen und da­mit für ein selbst­be­stimm­tes Le­ben. Doch welt­weit ge­hen et­wa 64 Mil­lio­nen Kin­der – da­von mehr als die Hälf­te Mäd­chen – nicht zur Grund­schu­le, weil sie ar­bei­ten müs­sen, die Fa­mi­lie das Schul­geld nicht be­zah­len kann oder weil sie ei­ne Be­hin­de­rung ha­ben.

Ein Mäd­chen im Schul­un­ter­richt im Flücht­lings­la­ger Saint Sau­veur in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik

Ein Mäd­chen im Schul­un­ter­richt im Flücht­lings­la­ger Saint Sau­veur in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik

Ein Mäd­chen im Schul­un­ter­richt im Flücht­lings­la­ger Saint Sau­veur in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik

In der UN-Kin­der­rechts­kon­ven­ti­on (Externer Link) ist das Recht auf Zu­gang zu qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ger Bil­dung für al­le Mäd­chen und Jun­gen ver­an­kert – un­ge­ach­tet ih­rer Her­kunft und ih­res ge­sell­schaft­li­chen Sta­tus. Um al­len Kin­dern die­sen Zu­gang zu schaf­fen, sind in den Ent­wick­lungs­län­dern in­klu­si­ve Bil­dungs­sys­te­me er­for­der­lich. Das be­deu­tet, dass sie an die ver­schie­dens­ten Be­dürf­nis­se an­ge­passt wer­den müs­sen: an die Be­dürf­nis­se von Mäd­chen und Jun­gen, von Kin­dern und Ju­gend­li­chen in länd­li­chen Ge­bie­ten, von ar­men Fa­mi­li­en, von Kin­dern mit Be­hin­de­rung, von mehr­spra­chi­gen Ge­sell­schaf­ten und von Kin­dern, die in Kon­flikt­ge­bie­ten le­ben. Auch das vier­te Ent­wick­lungs­ziel der Agen­da 2030 (SDG 4) for­dert ei­nen gleich­be­rech­tig­ten Zu­gang zu Bil­dung für al­le Kin­der und Ju­gend­li­che (von früh­kind­li­cher Bil­dung bis zur Be­rufs­bil­dung).

Um ei­ne ganz­heit­li­che und qua­li­ta­tiv hoch­wer­ti­ge Bil­dung für al­le zu er­mög­li­chen, muss in die früh­kind­li­che und vor­schu­li­sche Bil­dung, in ei­ne an­ge­mes­se­ne und flä­chen­de­cken­de Schul­in­fra­struk­tur auf Pri­mar-, Se­kun­dar- und Hoch­schul­ni­veau und in ei­ne gu­te Aus- und Fort­bil­dung der Lehr­kräf­te in­ves­tiert wer­den. Es müs­sen fle­xi­ble Lehr­plä­ne ent­wi­ckelt und auch non-for­ma­le Bil­dungs­an­ge­bo­te ge­för­dert wer­den, die Kin­der und Ju­gend­li­che au­ßer­halb des of­fi­zi­el­len Schul­sys­tems er­rei­chen.

In­klu­siv aus­ge­rich­te­te Bil­dungs­sys­te­me wir­ken sich po­si­tiv auf zahl­rei­che Be­rei­che aus: Sie tra­gen zur Be­kämp­fung der Kin­der­ar­beit bei, ver­bes­sern die Er­näh­rungs- und Ge­sund­heits­si­tua­ti­on vie­ler Kin­der und er­mög­li­chen ih­nen, ih­re Be­tei­li­gungs­rech­te bes­ser wahr­zu­neh­men.

Die Bil­dungs­stra­te­gie des BMZ

Kin­der in der Vor­schu­le der deut­schen Schu­le in Er­bil, Irak

Kin­der in der Vor­schu­le der deut­schen Schu­le in Er­bil, Irak

Kin­der in der Vor­schu­le der deut­schen Schu­le in Er­bil, Irak

Mit sei­ner Bil­dungs­stra­te­gie von 2015 hat das BMZ sei­nen An­spruch for­mu­liert, das En­ga­ge­ment im Bil­dungs­be­reich aus­zu­wei­ten und ge­rech­te Chan­cen auf hoch­wer­ti­ge Bil­dung zu schaf­fen. Ne­ben der Grund­bil­dung um­fasst der ganz­heit­li­che An­satz des le­bens­lan­gen Ler­nens die früh­kind­li­che Bil­dung, Se­kun­dar- und Hoch­schul­bil­dung so­wie be­ruf­li­che und au­ßer­schu­li­sche Bil­dung. Ge­för­dert wer­den au­ßer­dem non-for­ma­le Bil­dungs­an­ge­bo­te so­wie Bil­dungs­an­ge­bo­te in Ge­bie­ten, die von Fra­gi­li­tät und Kon­flik­ten be­trof­fen sind, da­zu ge­hö­ren vor al­lem auch Flücht­lings­si­tua­tio­nen.

Mit der Bil­dungs­stra­te­gie wird sich das BMZ zu­künf­tig noch stär­ker dar­auf kon­zen­trie­ren, mehr Chan­cen­ge­rech­tig­keit zu schaf­fen und für ei­ne bes­se­re Qua­li­tät der Bil­dungs­an­ge­bo­te zu sor­gen. Das ge­schieht durch zahl­rei­che An­sät­ze:

  • Sektorweit wichtige Bildungsthemen fördern, zum Beispiel Lehrkräfteaus- und -weiterbildung, Bildungsgovernance und Inklusion
  • Bildungsoffensive in schwachen und fragilen Staaten umsetzen
  • Umfassende Grundbildung garantieren
  • Berufliche Bildung weiter ausbauen
  • Hochschulbildung und Wissenschaft stärken
  • Non-formale Bildung unterstützen
  • Chancen des digitalen Wandels nutzen, um den Zugang zu und die Qualität von Bildung zu verbessern
  • Synergien mit anderen Themenfeldern nutzen

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