Kinderrechte und Jugendrechte Hoch­wer­ti­ge Bil­dung für al­le Kin­der und Jugend­lichen

Lesen und schreiben zu können ist eine wesentliche Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben und die Teilnahme an gesellschaftlichen Prozessen. Doch weltweit besuchen etwa 258 Millionen Kinder, Jugendliche und Heranwachsende keine Schule – unter anderem weil sie aus armen Familien stammen, Behinderungen haben oder in Konflikt- und Krisengebieten leben. 

Ein Mäd­chen im Schul­un­ter­richt im Flücht­lings­la­ger Saint Sau­veur in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik

Ein Mäd­chen im Schul­un­ter­richt im Flücht­lings­la­ger Saint Sau­veur in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik

Ein Mäd­chen im Schul­un­ter­richt im Flücht­lings­la­ger Saint Sau­veur in Ban­gui, Zen­tral­afri­ka­ni­sche Re­pu­blik

Im Verlauf der Coronapandemie waren zeitweise weltweit 1,6 Milliarden Kinder, Jugendliche und Heran­wachsende von Schließungen von Bildungs­ein­richtungen betroffen. Viele von ihnen drohen den Zugang zu Bildung dauerhaft zu verlieren – vor allem Mädchen.

SDG 4: Hochwertige Bildung

Bildung ist ein Menschenrecht und in der UN-Kinder­rechts­kon­vention (Externer Link) ist das Recht auf Zu­gang zu qualitativ hoch­wertiger Bildung für alle Mädchen und Jungen verankert – un­ge­achtet ihrer Her­kunft und ihres ge­sell­schaft­lichen Status. Auch die Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) fordert mit ihrem vierten Entwicklungsziel (SDG 4) einen gleich­be­rech­tigten Zugang zu hoch­wertiger Bildung für alle Kinder und Jugendlichen – von frühkindlicher Bildung bis zur Berufsbildung.

Um allen Kindern einen solchen Zugang zu schaffen, sind in den Ent­wick­lungs­ländern inklusive Bildungs­systeme erforderlich – also Bildungs­ein­richtungen, die an ver­schie­den­ste Be­dürf­nisse an­ge­passt sind: von Mädchen und Jungen, von Kindern und Jugendlichen in ländlichen Gebieten, von armen Familien, von Kindern mit Behinderungen, von mehr­sprachigen Gesell­schaften und von Kindern, die in Konflikt­gebieten leben oder auf der Flucht sind.


Investitionen erforderlich

Um eine ganz­heit­liche und qualitativ hoch­wertige Bildung für alle zu ermöglichen, muss weltweit in die früh­kind­liche und vor­schulische Bildung, in eine angemessene und flächen­deckende Schul­infra­struktur auf Primar-, Sekundar- und Hoch­schul­niveau und in eine gute Aus- und Fort­bildung der Lehr­kräfte investiert werden. Erforderlich sind außerdem digitale und flexible Bildungs­angebote, die Kinder und Jugend­liche außerhalb der Schulen erreichen. 

Inklusiv ausgerichtete Bildungs­systeme wirken sich positiv auf zahlreiche gesell­schaft­liche Aspekte aus: Unter anderem tragen sie zur Bekämpfung der Kinder­arbeit bei, verbessern die Ernährungs- und Gesund­heits­situation vieler Kinder und ermöglichen Kindern, ihre Be­tei­li­gungs­rechte besser wahr­zunehmen.

Kin­der in der Vor­schu­le der deut­schen Schu­le in Er­bil, Irak

Kin­der in der Vor­schu­le der deut­schen Schu­le in Er­bil, Irak

Kin­der in der Vor­schu­le der deut­schen Schu­le in Er­bil, Irak

Die Bil­dungs­stra­te­gie des BMZ

Cover

BMZ-Bildungsstrategie

Gerechte Chancen auf hochwertige Bildung schaffen | BMZ-Strategiepapier

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 06/2015 | Dateigröße 314 KB, Seiten 30 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

Mit sei­ner Bil­dungs­­stra­te­gie hat das Bundes­minis­terium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) 2015 seinen An­spruch formuliert, das Enga­ge­ment im Bil­dungs­be­reich aus­zu­weiten und gerechte Chancen auf hoch­wertige Bildung zu schaffen. Der BMZ-Ansatz des lebens­langen Lernens ist ganz­heit­lich. Er um­fasst die früh­kindliche Bildung, die Grund­bildung, die Sekundar- und Hoch­schul­bildung sowie die be­ruf­liche und außer­schuli­sche Bildung.

Die Bildungs­strategie zielt darauf ab, mehr Chancen­ge­rech­tig­keit zu schaffen und die Quali­tät der Bil­dungs­an­ge­bote zu steigern. Dazu werden zahlreiche An­satz­punkte genutzt:

  • Wichtige Elemente des Bildungs­systems fördern, zum Bei­spiel durch Lehr­kräfte­aus- und -weiter­bildung, Ver­bes­se­rung der Bildungs­gover­nance und Ver­brei­tung des Kon­zeptes der Inklusion
  • Bildungsoffensiven in schwachen und fragilen Staaten starten
  • Umfassende Grundbildung garantieren
  • Berufliche Bildung weiter ausbauen
  • Hochschulbildung und Wissenschaft stärken
  • Non-formale Bildung unterstützen
  • Chancen des digitalen Wandels nutzen, um den Zugang zu und die Qualität von Bildung zu verbessern
  • Synergien mit anderen entwicklungspolitischen Arbeitsfeldern nutzen

Verwandte Themen

Schülerinnen und Schüler beim Unterricht an der öffentlichen Schule in Kwali/ Abuja, Nigeria
Positive Botschaft an der Wand einer pädagogischen Hochschule in Freetown, Sierra Leone
Schülerinnen einer Berufsschule in Ghana