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Zusammen gegen Corona – hier und weltweit

Die  Corona­virus-Pandemie ist die größte globale Ge­sund­heits­krise seit Jahr­zehnten. Sie ver­stärkt be­stehen­de Probleme und macht bereits er­reichte Ent­wick­lungs­fort­schritte zu­nichte. Deutsch­land setzt sich dafür ein, dass die inter­natio­nale Ge­mein­schaft die Schwächsten der Welt bei der Be­kämpfung der Pan­demie und ihrer Folgen um­fassend unterstützt. 

COVAX
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Titelblatt: BMZ-Beitrag zur Förderung der lokalen Impfstoffproduktion in Afrika

BMZ-Beitrag zur För­derung der lokalen Impf­stoff­pro­duk­tion in Afrika

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 02/2022 | Dateigröße 746 KB, Seiten 3 Seiten

Die weltweite Ver­brei­tung des neu­artigen Corona­virus SARS-CoV-2 gefährdet nicht nur die Ge­sund­heit, son­dern auch die wirt­schaft­liche Ent­wick­lung, Sta­bi­li­tät und den Frieden welt­weit. Am härtesten be­troffen sind die ärmsten Menschen, denn sie können sich am wenigsten schützen.

Die Pandemie hat drastische Folgen:

  • Viele ohnehin schon fragile Ge­sund­heits­sys­teme er­reichen die Grenzen ihrer Leis­tungs­fähig­keit. So sterben Menschen an Malaria, Tuber­ku­lose, Aids und anderen be­handel­baren Krank­heiten, weil wichtige Ge­sund­heits­dienst­leis­tungen wie Tests oder Be­hand­lungen corona­be­dingt unter­brochen wurden. Auch die Ge­sund­heits­ver­sor­gung von (Nutz-)­Tieren ist weltweit von der Pan­demie betroffen.
  • Die Weltbank geht davon aus, dass durch die Virus­aus­breitung viele Millionen Menschen zu­sätz­lich in extreme Armut ab­ge­rutscht sind oder ab­rutschen werden und auch die Zahl der Hungernden weiter zu­nehmen wird.
  • Hunderte Millionen Menschen in Ent­wick­lungs­ländern haben wegen der Pan­de­mie ihren Arbeits­platz ver­loren – ohne Kurz­arbeits­geld oder Unter­stützung zu erhalten.
  • Hunderte Millionen Kinder welt­weit konnten oder können aktuell nicht zur Schule gehen.
  • Auch auf die Mutter-Kind-Ge­sund­heit und die Selbst­be­stim­mung von Mädchen und Frauen wirkt sich die Pan­demie fatal aus: Die Anzahl von Todes­fällen unter Neu­ge­bo­ren­en und Müttern in Ent­wick­lungs­ländern ist dras­tisch gestiegen.
  • Als Folge von Schul­schließungen, Lockdowns und öko­no­mi­schen Eng­pässen nahmen ge­schlechts­basierte Ge­walt und sexuelle Aus­beutung zu, ins­be­son­dere unter Jugendlichen.
  • Die durch Covid-19 aus­ge­löste inter­na­tio­nale Wirt­schafts­krise führt zu Finanz­krisen, zu Über­schul­dung und De­sta­bi­li­sierung – und damit in vielen Ländern auch zu einer Ge­fähr­dung der Sicherheit.
Svenja Schulze, Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die unmittelbaren Folgen von Covid-19 sind massiv, aber auch In­fek­ti­onen wie Malaria und Tuber­kulose oder Hunger und Armut nehmen extrem zu. Die Gewalt gegen Frauen wächst, es gibt mehr Men­schen­rechts­ver­let­zungen. Es ist dra­ma­tisch, was wir gerade er­leben. Der Schlüssel zur Be­en­di­gung ist, den Menschen welt­weit den Zu­gang zu Impf­stoffen zu ermöglichen.
Svenja Schulze Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Virusausbreitung stoppen

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Patientenzimmer in einem Krankenhaus des Roten Kreuzes in Bangui, Zentralafrikanische Republik

Die Ausbreitung des Corona-Virus muss dringend ver­lang­samt und schnellst­mög­lich ge­stoppt werden – in Deutsch­land und welt­weit. Lang­fristig kann das nach dem heutigen Wissens­stand nur ge­lingen, wenn welt­weit eine aus­reichende Impf­quote erreich wird.

Die Entwicklungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Schwellen­länder (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) stehen dabei vor ähnlichen Heraus­forde­rungen wie wir in Deutsch­land. Vielen dieser Länder, vor allem in Afrika, fehlen jedoch die Mittel, um die er­forder­lichen Maß­nahmen zu er­greifen. Die Welt­ge­sund­heits­orga­nisa­tion (WHO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) weist vor die­sem Hinter­grund be­sonders auf die be­grenzten Kapa­zi­täten der afri­ka­nischen Ge­sund­heits­sys­teme hin, die ge­steigert werden müssen, um auf die weitere Aus­brei­tung des Corona-Virus ad­äquat rea­gieren zu können.

Die WHO hat zudem wieder­holt die welt­weit un­gleiche Ver­teilung von Impf­stoffen und anderen lebens­wichtigen medi­zinischen Gütern kritisiert. Sie hat das am­bi­tio­nierte Ziel aus­ge­ge­ben, bis Mitte 2022 in jedem Land min­des­tens 70 Prozent der Be­völ­ke­rung zu impfen.

Das deutsche Engagement

Das Bundes­ministerium für wirt­schaft­liche Zu­sam­men­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) stärkt ge­zielt die Ge­sund­heits­infra­struktur in Ent­wick­lungs­ländern und enga­giert sich für die ge­rechte Ver­tei­lung von Covid-19-Impf­stoffen, Dia­gnostika, Sauer­stoff und Medikamenten.

Im Mittelpunkt des BMZ-Engagements stehen dabei

  • die finanzielle Unter­stützung der inter­na­tio­nalen Ko­opera­tions­platt­form zur Ent­wick­lung, Pro­duktion und ge­rechten Ver­tei­lung von Covid-19-Impf­stoffen, Thera­peu­tika und Dia­gnos­tika (Access to Covid-19 Tools Accelerator, ACT-A) und der darin verankerten Impfstoffplattform COVAX Facility,
  • die Stärkung der Gesundheitsinfrastruktur – unter anderem durch den Einsatz der Schnell einsetzbaren Expertengruppe Gesundheit sowie
  • die Unter­stützung von Hygiene- und Sani­tär­maß­nahmen, die Aus­bil­dung medi­zinischer Fach­kräfte und Fort­bildungen zur Virus­dia­gnostik und zur Be­hand­lung von Infizierten,
  • die Unter­stützung beim Auf­bau lokaler Ka­pa­zi­täten für die Impf­stoff­pro­duk­tion; dafür wurden 2021 mehr als 500 Mil­li­onen Euro mo­bi­li­siert, vor allem für Senegal, Süd­afrika, Ruanda und Ghana
  • und die Unterstützung von Impf­kam­pagnen und der Impf­lo­gistik in Partner­ländern; das BMZ unter­stützt flankierend die Impf­kam­pag­nen in 19 Partner­ländern.

Im Rahmen seines globalen Corona-Sofort­pro­gramms stellt das BMZ mehr als eine  Milli­arde Euro zur Ver­fü­gung. Dafür wurde der Ent­wick­lungs­etat ge­zielt an­ge­passt, weniger dring­liche Themen wurden vor­über­gehend zu­rück­ge­stellt.

Um die Auswirkungen der Pan­demie auf die sexuelle und re­pro­duk­tive Ge­sund­heit und Rechte (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) ab­zu­mildern, wurden im Rahmen des Corona-Sofort­pro­gramms auch die Kern­bei­träge für den UN-Welt­be­völ­ke­rungs­fonds und die Inter­na­tio­nale Fö­de­ration für Fa­mi­lien­planung  er­höht. Außer­dem wird seit 2020 erst­malig auch die UNFPA Supplies Partner­schaft vom BMZ ge­för­dert, um Lücken in der Ver­sor­gung mit Ver­hütungs­mitteln und anderen Be­darfs­gütern zu schließen.

Ausführliche In­for­mationen zum deutschen Enga­ge­ment für eine welt­weite und ge­rechte Covid-19-Impf­stoff­ver­teilung über die Impf­stoff­ini­tia­tive COVAX finden Sie hier.

Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) Laborexpertinnen und -experten helfen gegen Corona

In der Schnell Einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) kooperieren Expertinnen und Experten des Bernhard-Nocht-Instituts für Tropenmedizin, der Charité – Universitäts­medizin Berlin, des Friedrich-Loeffler-Instituts, des Robert Koch-Instituts sowie der Deutschen Gesellschaft für Inter­nationale Zu­sam­men­arbeit. Sie unter­stützen Partner­länder der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit durch Fort­bildungen von lokalen Gesund­heits­fach­kräften sowie durch Be­schaffung von Labormaterial.

Standbild aus dem Video zum Einsatz der SEEG
Die Schnell einsetzbare Expertengruppe Gesundheit (SEEG) setzt die Bundesregierung zur Vermeidung und Bekämpfung akuter Krankheitsausbrüche ein. Deutschland hat die SEEG im Jahr 2015 als Reaktion auf den Ebola-Ausbruch in Westafrika eingerichtet.
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Grafische Darstellung des One-Health-Ansatzes: One Health steht im Mittelpunkt und hat Wechselwirkungen mit gesunden Menschen, gesunden Tieren und gesunder Natur.

Die Expertinnen und Experten arbeiten im Sinne des One-Health-Ansatzes und unter­stützen die Partner­länder dabei, Krank­heits­aus­brüche, die zu einer Epi­demie oder Pan­demie werden können, früh zu dia­gnos­ti­zieren und einzudämmen.

Auftraggeber der SEEG ist das Bundes­ent­wick­lungs­ministerium (BMZ) in Ko­opera­tion mit dem Bundes­gesund­heits­ministerium (BMG) und dem Bundes­land­wirt­schafts­ministerium (BMEL).

Im Rahmen der aktuellen Corona-Pandemie waren Ein­satz­teams der SEEG bereits in zahl­reichen Ländern in Afrika, Asien und Latein­amerika aktiv.

Einsatz in Namibia

Als im Februar 2020 die ersten Fälle von Covid-19 in Afrika bestätigt wurden, gab es kaum ein afrikanisches Land, das die Labor­kapa­zitäten hatte, um den für die Krankheit verantwortlichen Erreger nach­zu­weisen. Des­wegen flog im März 2020 ein Ein­satz­team der SEEG nach Namibia. Mit im Gepäck: Tests zur Bestimmung des Virus und Labor­material. Gemeinsam mit dem Labor­personal vor Ort wurden intensive Trainings durch­geführt. Dadurch konnten, als eine Woche später die ersten Covid-19-Fälle be­stätigt wurden, mit Hilfe der neu gebildeten Diagnostik­kapa­zitäten Prä­ven­tions­maß­nahmen ergriffen werden.

Einsatz in Kirgisistan

Angesichts des Auftretens zahlreicher, teils hoch ansteckender Varianten des Corona-Virus wird die exakte Typisierung der Viren immer wichtiger. In Kirgisistan wurde im Rahmen eines SEEG-Einsatzes erstmals ein Training zur Genom­sequen­zierung und der dazu­ge­hörenden Analyse durch­geführt. Durch die jetzt in der Haupt­stadt Bischkek möglichen Sequen­zierungen von SARS-CoV-2 wurde ein Grund­stein gelegt, um die Aus­breitung der Virus­varianten er­kennen und über­wachen zu können. Auch im 600 Kilometer von der kirgisischen Haupt­stadt entfernten Osch fand ein entsprechendes Training statt.