Sprechstunde in einem Krankenhaus in Bangladesch

Weltgesundheitsgipfel Starke Mädchen und Frauen sind Schlüssel für globale Gesundheit

Pressemitteilung vom 16. Oktober 2022 | Das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) wird sein Engagement für Frauen und Mädchen in der globalen Gesundheitspolitik deutlich ausbauen. Das gab Entwicklungsministerin Svenja Schulze zum heutigen Auftakt des Weltgesundheitsgipfels in Berlin bekannt. Die Stärkung von Mädchen und Frauen sei der Schlüssel für globale Gesundheit. Darum wird das Ministerium künftig noch systematischer Gesundheitsprojekte fördern, die Frauen und Mädchen stärken.

Logo des World Health Summit 2022 vom 16. bis 18. Oktober in Berlin

16. bis 18. Oktober in Berlin und digital World Health Summit 2022 Externer Link

Bereits in diesem Jahr wird das BMZ 57 Millionen Euro für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) bereitstellen, der sich gezielt um die sexuelle und reproduktive Gesundheit von Frauen und Mädchen kümmert.

Weitere wichtige Themen des BMZ auf dem World Health Summit sind die Ausrottung von Polio, die Pandemieprävention, der Zusammenhang von Gesundheit für Mensch und Natur („One Health“), sowie der Aufbau krisenfester Gesundheitssysteme.

Ministerin Schulze: „Starke Mädchen und Frauen führen dazu, dass ganze Gesellschaften gesünder leben. Sie sind ein Schlüssel für eine erfolgreiche globale Gesundheitspolitik. Diese Erkenntnis werden wir nicht nur in den Weltgesundheitsgipfel tragen. Wir richten auch unsere Projektförderung im Entwicklungsministerium ganz konkret danach aus. Ein Beispiel dafür ist die Förderung des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen. Denn zu einer feministischen Entwicklungspolitik gehört auch die Förderung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und der damit verbundenen Rechte. Dadurch ermöglichen wir Frauen und Mädchen ein gesundes Leben und eröffnen ihnen Chancen auf soziale und wirtschaftliche Teilhabe.“

Symbolbild: Umrisse von Menschen, Überwindung von Geschlechtergrenzen. Auf einer Wand sind die Umrisse von Körpern zu erkennen. Vor der Wand laufen Menschen, die allerdings nicht zu erkennen sind weil sie sich schnell bewegen und sie auf dem Foto unscharf dargestellt werden.

Frauen machen 70 Prozent des Gesundheitspersonals weltweit aus und sind daher treibende Kraft für gesunde Gesellschaften. Zugleich bestehen jedoch teils massive Geschlechterungleichheiten in der Gesundheitsversorgung. Dienste für Frauen und Kinder werden besonders in Zeiten finanzieller Not und in Krisen- und Konfliktsituationen oft vernachlässigt. Die Covid-19 -Pandemie hatte katastrophale Auswirkungen auf die reproduktive und die Mutter-Kind-Gesundheit. Missstände bei der Mutter-Kind-Gesundheit wiederum führen zu teils lebenslangen gesundheitlichen Problemen bei den Kindern. Die aktuelle Ernährungs- und Energiekrise trifft erneut benachteiligte Frauen und Mädchen besonders hart. Deshalb ist es so wichtig, dass moderne Familienplanung und betreute Geburten bezahlbar und einfach zugänglich angeboten werden. Zusammen mit dem Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen verstärkt das BMZ daher sein Engagement, um Frauen und Mädchen weltweit zu schützen.

Deutschland wird in diesem Jahr 57 Millionen Euro ungebundene Finanzierung für den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) bereitstellen. Davon sollen 15 Millionen Euro vor allem Frauen und Jugendliche unterstützen, die von den Auswirkungen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine betroffen sind. UNFPA ist der zentrale multilaterale Partner zur Stärkung von Müttergesundheit. Gleichzeitig leistet die Organisation gute Vorsorge im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Familienplanung. Für viele Frauen bedeutet zum Beispiel eine unbeabsichtigte Schwangerschaft das Ende der Schulzeit und der Möglichkeit, einer Beschäftigung nachzugehen. Die Parlamentarische Staatssekretärin im Entwicklungsministerium Dr. Bärbel Kofler wird heute auf dem Weltgesundheitsgipfel zu genau diesem Thema sprechen.

Mit der Unterstützung von UNFPA weitet das Entwicklungsministerium sein großes Engagement im weltweiten Gesundheitsschutz weiter aus – bereits Mitte September wurden 1,3 Milliarden Euro für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria zugesagt.

In einer Gesundheitsstation in Abeokuta, Nigeria, werden Babys gegen Kinderlähmung geimpft.

Entwicklungspolitischer Höhepunkt des Gipfels wird die Geberkonferenz zur Ausrottung von Polio am Dienstag, die von Entwicklungsministerin Schulze gemeinsam mit WHO-Generaldirektor Dr. Tedros Ghebreyesus und UNICEF-Exekutivdirektorin Catherine Russell ausgerichtet wird. Dort werden internationale Finanzierungszusagen für die Bekämpfung von Polio erwartet. Die Globale Initiative zur Polioausrottung (GPEI) will Polio bis 2026 besiegen.

Ministerin Schulze weiter: „Die Rolle von Frauen und Mädchen ist auch für die Polioausrottung zentral. Impfraten von Mädchen sind häufig genau dort geringer, wo Geschlechterungleichheiten gesellschaftlich tief verwurzelt sind, beispielsweise weil Frauen mancherorts nicht alleine mit ihren Kindern Gesundheitseinrichtungen aufsuchen dürfen.“

Livestream der Veranstaltung
Sexual and reproductive health and rights for all. Ensuring access to services as a part of UHC and resilient health systems„
mit der Parlamentarischen Staatssekretärin im BMZ Dr. Bärbel Kofler
am Sonntag, 16. Oktober um 11 Uhr: https://worldhealthsummit.zoom.us/j/88361527226 (Externer Link)


Weiterführende Informationen

Grafische Darstellung des One-Health-Ansatzes: One Health steht im Mittelpunkt und hat Wechselwirkungen mit gesunden Menschen, gesunden Tieren und gesunder Natur.
Logo der Weltgesundheitsorganisation (WHO)
Symbolbild: Familie mit Eltern und zwei Kindern aus Papier
Baby in Bujumbura, Burundi
Kinder in Bobo, Burkina Faso
Patientenzimmer in einem Krankenhaus des Roten Kreuzes in Bangui, Zentralafrikanische Republik