Menschen in Schutzausrüstung mit Desinfektionssprühgerät

BMZ-Unterstützung zur Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs

Der Ausbruch des Ebolavirus in der Demokratischen Republik Kongo hat sich zu einer schweren humanitären Krise entwickelt. Gemeinsam mit nationalen, regionalen und internationalen Partnern unterstützt das BMZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) die betroffenen Länder dabei, den Ausbruch einzudämmen und gleichzeitig die Widerstandsfähigkeit ihrer Gesundheitssysteme langfristig zu stärken.

Seit Mai 2026 breitet sich die Bundibugyo-Variante des Ebolavirus in der Demokratischen Republik Kongo (DR Kongo) aus (Externer Link). Gegen diese Variante gibt es bislang weder einen zugelassenen Impfstoff, noch eine spezifische Therapie. Der Ausbruch ist der schwerste, den es in der DR Kongo je gab. Bis Mitte August haben sich mehr als 5.000 Menschen mit dem Virus infiziert, fast die Hälfte davon ist gestorben (Quelle: WHO Dashboard (Externer Link)).

Herausfordernde Rahmenbedingungen erschweren die Eindämmung des Virus: Bewaffnete Konflikte und Vertreibung führen dazu, dass erkrankte Menschen den Erreger in andere Regionen tragen. Viele betroffene Orte sind abgelegen und nur schwer zu erreichen, wodurch sich der Transport von medizinischem Personal, Ausrüstung und Proben verzögert. Zudem belasten eine schlechte Ernährungslage und parallele Krankheitsausbrüche das generell schwache Gesundheitssystem. Gleichzeitig gelang es in Uganda, einzelne grenzüberschreitende Fälle erfolgreich eindämmen. Hier zeigt sich, wie wirkungsvoll schnelles und koordinierten Eingreifen sein kann.

Frau vor einer Wand mit Informationsplakaten zu Präventionsmaßnahmen gegen Ebola

Informationsplakate in der Demokratischen Republik Kongo weisen auf Ebola-Präventionsmaßnahmen hin.

Informationsplakate in der Demokratischen Republik Kongo weisen auf Ebola-Präventionsmaßnahmen hin.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und die afrikanische Gesundheitsbehörde Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC) haben Notfallmechanismen aktiviert und gemeinsam mit den betroffenen Ländern einen umfassenden Reaktionsplan (Externer Link) auf den Weg gebracht. Afrikanische und internationale Partner unterstützen diesen gemeinschaftlich.

Unser Engagement

Das BMZ richtet seine langjährige Unterstützung in der Region verstärkt auf den Ebola-Ausbruch aus. Dabei baut es auf bestehende Partnerschaften (Externer Link) mit der Afrikanischen Union (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), der Ostafrikanischen Gemeinschaft (EAC) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Nichtregierungs- (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und UN (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Organisationen sowie den betroffenen Ländern auf. Mit Unterstützung afrikanischer und internationaler Partner haben die Gesundheitsbehörden in der DR Kongo und in Uganda bereits Maßnahmen zur Eindämmung eingeleitet. Das BMZ fördert diese Initiativen über laufende Projekte vor Ort und über internationale Fonds. So kann es kurzfristig zur Eindämmung des Ausbruchs beitragen und zugleich bestehende Gesundheitsstrukturen nachhaltig stärken.

Für die Bekämpfung des Ebola-Ausbruchs hat das BMZ bereits 21 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln zur Verfügung gestellt. Das Auswärtige Amt unterstützt die WHO mit weiteren vier Millionen Euro und auch das Gesundheitsministerium beteiligt sich an den Maßnahmen. Insgesamt umfasst das Unterstützungspaket der Bundesregierung zur Ebola-Ausbruchsbekämpfung 25 Millionen Euro.

Mit den zusätzlichen Mitteln unterstützt das BMZ die Maßnahmen zur Eindämmung des Ausbruchs auf mehreren Ebenen – von der kontinentalen Koordinierung über die Diagnostik und den Schutz des Gesundheitspersonals bis zur konkreten Unterstützung betroffener Gemeinden:

  • Testmöglichkeiten ausbauen, Infektionen schneller erkennen: Mittlerweile sind zehn mobile Labore in der Region im Einsatz, die mit mehr als 3.000 Tests und zusätzlicher Laborausrüstung ausgestattet sind. Über die EAC wurden zuletzt weitere knapp 2.000 Tests beschafft.
  • Gesundheitspersonal besser schützen: BMZ-finanzierte Schutzausrüstung erhöht die Sicherheit von Ärztinnen und Ärzten, Pflegekräften und sowie lokalen Gesundheitshelferinnen und -helfern – sogenannten Community Health Workers – beim direkten Kontakt mit Ebola-Patient*innen. Kurz nach Bekanntwerden des Ausbruchs konnten 500 Schutzsets in die betroffene Region geliefert werden, weitere 3.500 Sets werden bald eintreffen.
  • Menschen informieren, Vertrauen schaffen: Bestehende Vorhaben unterstützen Kliniken, Gemeinden, lokale Radios und zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Organisationen bei Aufklärung, Prävention und Vertrauensbildung. Dabei werden wichtige Informationen zu Schutzmaßnahmen und richtigem Verhalten im Verdachtsfall vermittelt. Über die strukturbildende Übergangshilfe (Externer Link) unterstützt das BMZ zudem Nichtregierungsorganisationen dabei, die Aufklärungs- und Präventionsmaßnahmen vor Ort umzusetzen. Diese sollen frühzeitig Vertrauen in eine künftige Impfkampagne schaffen.
  • Gesundheitskräfte auf Ebola vorbereiten: Das BMZ finanziert Fortbildungen für Fachkräfte aus mehreren Ländern der Region. Im Mittelpunkt stehen der sichere Umgang mit Ebola-Patientinnen und -Patienten, Infektionsprävention und -kontrolle sowie Krisenkommunikation. Teilnehmende aus der Region haben bereits mehrere Fortbildungen absolviert und geben ihr Wissen anschließend in ihren Gesundheitssystemen weiter. Deutsche und lokale Fachkräfte der „Schnell Einsetzbaren Expert*innengruppe Gesundheit (SEEG) (Externer Link)“ unterstützen die Einsätze.
  • Die Reaktion über Ländergrenzen hinweg koordinieren: Das BMZ unterstützt Africa CDC und die EAC bei der regionalen Koordinierung und länderübergreifenden Zusammenarbeit. Das ist besonders wichtig, wenn sich eine Krankheit über Ländergrenzen hinweg ausbreiten könnte, damit die betroffenen Länder Informationen, Bedarfe und Maßnahmen miteinander austauschen und sich abstimmen können. Dazu zählt auch, die rechtlichen Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass Impfstoffe und Medikamente zugelassen und eingesetzt werden können.

Zusätzlich trägt das BMZ über multilaterale (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Mechanismen wie den Pandemic Fund (Externer Link) und die Impfallianz Gavi (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) zur Ebola-Bekämpfung bei. Der Pandemic Fund richtet kurzfristig bestehende Projekte und laufende Ausschreibungen auf die Bekämpfung des Virus aus. Über einen Notfallfonds stellt Gavi bis zu 50 Millionen US-Dollar für die Entwicklung eines Ebola-Impfstoffes und die Ausbruchsbekämpfung vor Ort bereit.

Pandemievorsorge erleichtert die Krisenreaktion

Eine wirksame Bewältigung von Krankheitsausbrüchen muss schon vor dem ersten Fall beginnen. Das BMZ unterstützt daher seit Langem die Pandemievorsorge in der Region, unter anderem durch den Aufbau von Frühwarn- und Kommunikationssystemen, die Stärkung von Laborkapazitäten, die Ausbildung von Gesundheitspersonal und die engere Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden. Auf diese Strukturen konnte während des aktuellen Ausbruchs schnell und zielgerichtet aufgebaut werden.

Über die strukturbildende Übergangshilfe (Externer Link) bestehen zudem langjährige Partnerschaften mit lokalen Organisationen sowie UN-Organisationen wie dem Welternährungsprogramm (WFP) (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und UNICEF (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen). Dadurch konnten Sensibilisierungsmaßnahmen zur Ebola-Prävention in den betroffenen Gemeinden frühzeitig anlaufen. Die deutsche Unterstützung von Africa CDC hat dabei zu einer strukturierteren Koordinierung beigetragen und in Zusammenarbeit mit der WHO konnten gemeinsame Bedarfe frühzeitig identifiziert werden.

Pandemievorsorge ist eine langfristige entwicklungspolitische (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Aufgabe. Gerade in Regionen mit grenzüberschreitenden Bevölkerungsbewegungen und begrenzter Gesundheitsversorgung sind funktionierende Frühwarnsysteme, leistungsfähige Labore und eine enge Zusammenarbeit der Gesundheitsbehörden entscheidend. Infektionskrankheiten machen nicht an Staatsgrenzen halt. Investitionen in Prävention, Krankheitsüberwachung und regionale Koordinierung stärken deshalb nicht nur die Bewältigung des aktuellen Ebola-Ausbruchs. Sie tragen auch dazu bei, künftige Gesundheitskrisen früher zu erkennen, schneller einzudämmen und die Resilienz (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) der Gesundheitssysteme nachhaltig zu stärken.