Afghanistan

Bun­des­ent­wick­lungs­mi­nis­ter Gerd Mül­ler
Höchste Priorität hat aktuell die Sicher­heit der afgha­nischen Orts­kräfte und ihrer Familien. Wir arbeiten weiter mit Hoch­druck daran, Ortskräfte der deutschen Ent­wicklungs­zusammen­arbeit und mit uns kooperierender Hilfs­organisationen aus Afghanistan zu bringen.
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller

Aktuelle Situation

Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich drastisch verschlechtert und bleibt höchst dynamisch. Die Sicherheit aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der deutschen Entwicklungszusammenarbeit in Afghanistan hat weiterhin absolute Priorität.

Die staatliche Entwicklungszusammenarbeit ist aufgrund der aktuellen Entwicklung derzeit ausgesetzt.

Auch internationale Geber wie die EU und die Weltbank haben die Auszahlungen für Entwicklungsprojekte eingestellt. Ebenso der IWF.

Darüber hinaus leisten NGOs wichtige humanitäre Arbeit in Afghanistan. Sie setzen eigene Vorhaben in eigener Verantwortung um, insbesondere im humanitären Bereich, zu Ernährungssicherung und Bildung. Wir sind eng und intensiv mit den NGOs im Gespräch, wie die humanitäre Unterstützung der afghanischen Bevölkerung aufrechterhalten werden kann.

Karte von Afghanistan und seinen Nachbarländern
Karte von Afghanistan und seinen Nachbarländern

Ergebnisse des bisherigen Engagements

Seit Beginn des inter­nationalen Einsatzes in Afghanistan 2002 konnte die deutsche Ent­wicklungs­zusammen­arbeit gemeinsam mit der internationalen Gemeinschaft die Lebens­bedingungen in Afghanistan verbessern:

  • Die Zahl der Schul­kinder hat sich verzwölf­facht auf derzeit über 12 Millionen. Davon profitieren vor allem auch Mädchen.
  • Durch den Aufbau der Strom­versorgung wurden mehr als eine Million Menschen mit Energie versorgt.
  • Das Pro-Kopf-Einkommen hat sich vervierfacht.
  • Die Lebens­erwartung ist seit 2002 um neun Jahre gestiegen.
  • 87 Prozent der Afghanen haben Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen (2001: 8 Prozent)
  • 70.000 neue Trink­wasser-Haushalts­anschlüsse wurden durch die deutsche Zusammen­arbeit gelegt.

Unter­stützung für afghanische Binnen­vertrie­bene und Flücht­linge in den Nach­bar­ländern

Bereits vor der Macht­über­nahme der Taliban war Afghanistan nach Syrien und Venezuela weltweit das drittgrößte Herkunfts­land von Flüchtlingen – mehr als 2,5 Millionen Afghaninnen und Afghanen mussten bislang ihre Heimat verlassen. Die meisten Flüchtlinge verbleiben in der Region.

Eine Verstärkung der inter­nationalen Hilfs­maßnahmen  ist aktuell dringend notwendig, um die ansteigende Zahl an Binnen­vertriebenen und Flüchtlingen in der unmittel­baren Nachbar­schaft zu versorgen.