Mikrofone von Journalisten auf einer Pressekonferenz in Baku, Aserbaidschan

Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit: Grund­pfei­ler der De­mo­kra­tie

Nur wenn sich Men­schen un­ge­hin­dert in­for­mie­ren kön­nen, kön­nen sie sich ei­ne Mei­nung bil­den und durch­dach­te Ent­schei­dun­gen tref­fen. Nur wenn sie ih­re Mei­nung frei und oh­ne Angst äu­ßern kön­nen, sind sie in der La­ge, ih­re An­lie­gen ge­gen­über Staat und Re­gie­rung gel­tend zu ma­chen. Nur dann kön­nen sie zum Bei­spiel auch an­de­re Grund­rech­te ein­for­dern, et­wa das Recht auf Nah­rung, auf Bil­dung oder auf Ge­sund­heit.

Hintergrundinformationen

Die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Be­reich der Mei­nungs­frei­heit und Me­di­en­ent­wick­lung ist ei­ne wich­ti­ge Säu­le der deut­schen De­mo­kra­tie- und Gov­er­nance-För­de­rung.

Sie kon­zen­triert sich dar­auf, ein Um­feld zu schaf­fen, in dem sich ei­ne viel­fäl­ti­ge Me­di­en­land­schaft ent­fal­ten kann, das Recht der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf Zu­gang zu In­for­ma­ti­on und Mei­nungs­frei­heit ge­si­chert ist und in dem Me­di­en­schaf­fen­de frei von Angst und po­li­ti­schem Druck ar­bei­ten kön­nen.

Arbeitsbereiche des deutschen Engagements

Mo­de­ra­to­rin beim Ra­dio­sen­der Oka­pi, der von den Ver­ein­ten Na­tio­nen in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go be­trie­ben wird
Mo­de­ra­to­rin beim Ra­dio­sen­der Oka­pi, der von den Ver­ein­ten Na­tio­nen in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go be­trie­ben wird

Rahmenbedingungen: Staat­li­che In­stan­zen und zi­vil­ge­sell­schaft­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den da­bei un­ter­stützt, die po­li­ti­schen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für freie und viel­fäl­ti­ge Me­di­en zu ver­bes­sern. Auch wer­den Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ge­för­dert, die sich für Mei­nungs­frei­heit und den Schutz von Me­di­en­schaf­fen­den und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten ein­set­zen.

Aus- und Fortbildung: Qua­li­fi­zie­rung ist ei­ne wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für hoch­wer­ti­gen und ge­sell­schaft­lich re­le­van­ten Jour­na­lis­mus. Das BMZ un­ter­stützt den Auf­bau von Aus- und Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten, die Mo­der­ni­sie­rung von Lehr­plä­nen und die Qua­li­fi­ka­ti­on von Leh­ren­den. Da­bei wird be­son­de­rer Wert auf ei­ne en­ge Ver­zah­nung mit der Be­rufs­pra­xis ge­legt.

Finanzierung: Durch die Ent­wick­lung nach­hal­ti­ger Fi­nan­zie­rungs­mo­del­le für un­ab­hän­gi­gen Jour­na­lis­mus wird die Pro­fes­sio­na­li­tät und wirt­schaft­li­che Nach­hal­tig­keit des Me­di­en­sek­tors in Ent­wick­lungs­län­dern ge­stärkt. In­no­va­ti­on und Qua­li­tät sind Schwer­punk­te der Zu­sam­men­ar­beit mit Be­rufs­ver­bän­den, Pres­se­rä­ten, re­gio­na­len Netz­wer­ken und Me­di­en­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Partizipation: Die ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be be­nach­tei­lig­ter Per­so­nen­grup­pen ist in vie­len Län­dern teils stark ein­ge­schränkt. Um ih­nen ei­ne Stim­me zu ge­ben und im ge­sell­schaft­li­chen Dia­log Ge­hör zu ver­schaf­fen, wer­den ziel­grup­pen­re­le­van­te und par­ti­zi­pa­ti­ve An­ge­bo­te wie bei­spiels­wei­se Bür­ger­me­di­en ge­för­dert.

Medienkompetenz: Ei­ne grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung, da­mit Men­schen sich frei in­for­mie­ren und äu­ßern kön­nen, ist Me­di­en­kom­pe­tenz – al­so die Fä­hig­keit, Me­di­en und ih­re In­hal­te den ei­ge­nen Zie­len und Be­dürf­nis­sen ent­spre­chend zu nut­zen, In­for­ma­tio­nen zu fin­den und zu ver­ste­hen, Ide­en zu tei­len und Rech­te ak­tiv ein­zu­for­dern.

Corona-Krise und Medienfreiheit

Titelseite der Studie "Coronavirus-Pandemie: Auswirkungen auf die Medienfreiheit in globaler Perspektive"

Coronavirus-Pan­demie: Aus­wir­kungen auf die Me­dien­frei­heit in glo­ba­ler Perspektive

Edition DW Akademie | 2021

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2021 | Dateigröße 2 MB, Seiten 58 Seiten

Während der Covid-19-Pandemie bedrohen Des­in­for­ma­tion und staat­liche Zensur den freien Zugang zu Infor­mation, wie eine vom BMZ finanzierte Studie aufzeigt.

Starke und un­ab­hängige Medien sind ein Schlüssel zur Be­wäl­ti­gung der Krise.

Die BMZ-Initiative "Trans­pa­renz und Medien­freiheit – Krisen­resilienz in der globalen Pandemie" unter­stützt die Medien bei der Ein­dämmung der Corona-Pan­demie und stärkt sie für die Be­wäl­ti­gung künftiger Krisen.

Zielgruppen des deutschen Engagements

In vie­len Ent­wick­lungs­län­dern der Welt be­herr­schen po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che Eli­ten die öf­fent­li­che Mei­nungs­bil­dung. Be­nach­tei­lig­te Grup­pen ha­ben oft kei­ne Mög­lich­keit, sich über un­ab­hän­gi­ge Me­di­en ver­ständ­li­che In­for­ma­tio­nen zu ver­schaf­fen und ih­re Mei­nung ein­zu­brin­gen. Das be­trifft vor al­lem Frau­en in länd­li­chen Re­gio­nen, in Ar­mut le­ben­de Ju­gend­li­che, eth­ni­sche, se­xu­el­le und re­li­giö­se Min­der­hei­ten so­wie Men­schen mit Be­hin­de­run­gen.

Da­her un­ter­stützt die deut­sche Ent­wick­lungs­po­li­tik vor al­lem die­se Grup­pen da­bei, ihr Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung, un­ein­ge­schränk­ten Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen und ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be zu ken­nen, ein­zu­for­dern und zu ver­wirk­li­chen.

Zusammenarbeit mit Partnern

Journalistenausbildung der DW Akademie in Myanmar
Journalistenausbildung der DW Akademie in Myanmar

Bei der För­de­rung des Rechts auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen in Ent­wick­lungs­län­dern ar­bei­tet das BMZ mit der DW Aka­de­mie (Externer Link) als stra­te­gi­schem Part­ner zu­sam­men. Sie ist die für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zu­stän­di­ge Di­rek­ti­on des in­ter­na­tio­na­len öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­ders Deut­sche Wel­le. In 25 Fo­kus­län­dern un­ter­stützt die DW Aka­de­mie die Ent­wick­lung frei­er, trans­pa­ren­ter Me­di­en­sys­te­me und för­dert die Aus- und Wei­ter­bil­dung von Jour­na­lis­ten.

Außerdem werden zivilgesellschaftliche Medien-Organisationen wie Reporter ohne Grenzen (Externer Link) gefördert, die sich für die Achtung, den Schutz und die Gewährleistung des Rechts auf Meinungsfreiheit, freie Meinungsäußerung und Zugang zu Informationen in den Partnerländern einsetzen. Dar­über hin­aus wer­den im Rah­men der bi­la­te­ra­len (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) tech­ni­schen Zu­sam­men­ar­beit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Vor­ha­ben der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) un­ter­stützt, die das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und In­for­ma­ti­ons­zu­gang zum Ziel ha­ben.

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