Mikrofone von Journalisten auf einer Pressekonferenz in Baku, Aserbaidschan

Mei­nungs- und Pres­se­frei­heit: Grund­pfei­ler der De­mo­kra­tie

Nur wenn sich Men­schen un­ge­hin­dert in­for­mie­ren kön­nen, kön­nen sie sich ei­ne Mei­nung bil­den und durch­dach­te Ent­schei­dun­gen tref­fen. Nur wenn sie ih­re Mei­nung frei und oh­ne Angst äu­ßern kön­nen, sind sie in der La­ge, ih­re An­lie­gen ge­gen­über Staat und Re­gie­rung gel­tend zu ma­chen. Nur dann kön­nen sie zum Bei­spiel auch an­de­re Grund­rech­te ein­for­dern, et­wa das Recht auf Nah­rung, auf Bil­dung oder auf Ge­sund­heit.

Verwaltungsangestellter in Mosambik

Die Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit im Be­reich der Mei­nungs­frei­heit und Me­di­en­ent­wick­lung ist ei­ne wich­ti­ge Säu­le der deut­schen De­mo­kra­tie- und Gov­er­nance-För­de­rung.

Sie kon­zen­triert sich dar­auf, ein Um­feld zu schaf­fen, in dem sich ei­ne viel­fäl­ti­ge Me­di­en­land­schaft ent­fal­ten kann, das Recht der Bür­ge­rin­nen und Bür­ger auf Zu­gang zu In­for­ma­ti­on und Mei­nungs­frei­heit ge­si­chert ist und in dem Me­di­en­schaf­fen­de frei von Angst und po­li­ti­schem Druck ar­bei­ten kön­nen.


Journalist in Afghanistan

Hintergrund Jedes Land braucht freie und unabhängige Medien Interner Link

Je­des Land braucht freie und un­ab­hän­gi­ge Me­di­en, da­mit sich ei­ne auf­ge­klär­te, kri­ti­sche und wach­sa­me Zi­vil­ge­sell­schaft her­aus­bil­den kann und al­le ge­sell­schaft­li­chen Grup­pen an po­li­ti­schen Ent­schei­dungs­pro­zes­sen mit­wir­ken kön­nen.

Me­di­en schaf­fen Dia­log­räu­me und sind des­we­gen ei­ne zen­tra­le Platt­form für die ge­sell­schaft­li­che Mei­nungs­bil­dung. Als so­ge­nann­te "vier­te Ge­walt" im Staat er­fül­len Me­di­en auch ei­ne wich­ti­ge Wäch­ter­funk­ti­on: Sie in­for­mie­ren über Män­gel in der Re­gie­rungs­füh­rung (zum Bei­spiel über Kor­rup­ti­on, Amts­miss­brauch und Men­schen­rechts­ver­let­zun­gen) und for­dern von staat­li­chen Ak­teu­ren Trans­pa­renz und die Er­fül­lung ih­rer Re­chen­schafts­pflicht ein.

Mei­nungs­frei­heit und der un­ge­hin­der­te Zu­gang zu In­for­ma­ti­on sind Grund­pfei­ler ei­ner funk­tio­nie­ren­den De­mo­kra­tie und un­er­läss­li­che Vor­aus­set­zung für ei­ne nach­hal­ti­ge Ent­wick­lung.

Arbeitsbereiche des deutschen Engagements

Mo­de­ra­to­rin beim Ra­dio­sen­der Oka­pi, der von den Ver­ein­ten Na­tio­nen in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go be­trie­ben wird
Mo­de­ra­to­rin beim Ra­dio­sen­der Oka­pi, der von den Ver­ein­ten Na­tio­nen in der De­mo­kra­ti­schen Re­pu­blik Kon­go be­trie­ben wird

Rahmenbedingungen: Staat­li­che In­stan­zen und zi­vil­ge­sell­schaft­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen wer­den da­bei un­ter­stützt, die po­li­ti­schen und recht­li­chen Rah­men­be­din­gun­gen für freie und viel­fäl­ti­ge Me­di­en zu ver­bes­sern. Auch wer­den Nicht­re­gie­rungs­or­ga­ni­sa­tio­nen ge­för­dert, die sich für Mei­nungs­frei­heit und den Schutz von Me­di­en­schaf­fen­den und Men­schen­rechts­ak­ti­vis­ten ein­set­zen.

Aus- und Fortbildung: Qua­li­fi­zie­rung ist ei­ne wich­ti­ge Vor­aus­set­zung für hoch­wer­ti­gen und ge­sell­schaft­lich re­le­van­ten Jour­na­lis­mus. Das BMZ un­ter­stützt den Auf­bau von Aus- und Fort­bil­dungs­an­ge­bo­ten, die Mo­der­ni­sie­rung von Lehr­plä­nen und die Qua­li­fi­ka­ti­on von Leh­ren­den. Da­bei wird be­son­de­rer Wert auf ei­ne en­ge Ver­zah­nung mit der Be­rufs­pra­xis ge­legt.

Finanzierung: Durch die Ent­wick­lung nach­hal­ti­ger Fi­nan­zie­rungs­mo­del­le für un­ab­hän­gi­gen Jour­na­lis­mus wird die Pro­fes­sio­na­li­tät und wirt­schaft­li­che Nach­hal­tig­keit des Me­di­en­sek­tors in Ent­wick­lungs­län­dern ge­stärkt. In­no­va­ti­on und Qua­li­tät sind Schwer­punk­te der Zu­sam­men­ar­beit mit Be­rufs­ver­bän­den, Pres­se­rä­ten, re­gio­na­len Netz­wer­ken und Me­di­en­or­ga­ni­sa­tio­nen.

Partizipation: Die ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be be­nach­tei­lig­ter Per­so­nen­grup­pen ist in vie­len Län­dern teils stark ein­ge­schränkt. Um ih­nen ei­ne Stim­me zu ge­ben und im ge­sell­schaft­li­chen Dia­log Ge­hör zu ver­schaf­fen, wer­den ziel­grup­pen­re­le­van­te und par­ti­zi­pa­ti­ve An­ge­bo­te wie bei­spiels­wei­se Bür­ger­me­di­en ge­för­dert.

Medienkompetenz: Ei­ne grund­le­gen­de Vor­aus­set­zung, da­mit Men­schen sich frei in­for­mie­ren und äu­ßern kön­nen, ist Me­di­en­kom­pe­tenz – al­so die Fä­hig­keit, Me­di­en und ih­re In­hal­te den ei­ge­nen Zie­len und Be­dürf­nis­sen ent­spre­chend zu nut­zen, In­for­ma­tio­nen zu fin­den und zu ver­ste­hen, Ide­en zu tei­len und Rech­te ak­tiv ein­zu­for­dern.

Zielgruppen des deutschen Engagements

In vie­len Ent­wick­lungs­län­dern der Welt be­herr­schen po­li­ti­sche und wirt­schaft­li­che Eli­ten die öf­fent­li­che Mei­nungs­bil­dung. Be­nach­tei­lig­te Grup­pen ha­ben oft kei­ne Mög­lich­keit, sich über un­ab­hän­gi­ge Me­di­en ver­ständ­li­che In­for­ma­tio­nen zu ver­schaf­fen und ih­re Mei­nung ein­zu­brin­gen. Das be­trifft vor al­lem Frau­en in länd­li­chen Re­gio­nen, in Ar­mut le­ben­de Ju­gend­li­che, eth­ni­sche, se­xu­el­le und re­li­giö­se Min­der­hei­ten so­wie Men­schen mit Be­hin­de­run­gen.

Da­her un­ter­stützt die deut­sche Ent­wick­lungs­po­li­tik vor al­lem die­se Grup­pen da­bei, ihr Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung, un­ein­ge­schränk­ten Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen und ge­sell­schaft­li­che Teil­ha­be zu ken­nen, ein­zu­for­dern und zu ver­wirk­li­chen.

Zusammenarbeit mit Partnern

Journalistenausbildung der DW Akademie in Myanmar
Journalistenausbildung der DW Akademie in Myanmar

Bei der För­de­rung des Rechts auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen in Ent­wick­lungs­län­dern ar­bei­tet das BMZ mit der DW Aka­de­mie (Externer Link) als stra­te­gi­schem Part­ner zu­sam­men. Sie ist die für Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit zu­stän­di­ge Di­rek­ti­on des in­ter­na­tio­na­len öf­fent­lich-recht­li­chen Sen­ders Deut­sche Wel­le. In 25 Fo­kus­län­dern un­ter­stützt die DW Aka­de­mie die Ent­wick­lung frei­er, trans­pa­ren­ter Me­di­en­sys­te­me und för­dert die Aus- und Wei­ter­bil­dung von Jour­na­lis­ten.

Au­ßer­dem wer­den zi­vil­ge­sell­schaft­li­che Or­ga­ni­sa­tio­nen ge­för­dert, die sich für die Ach­tung, den Schutz und die Ge­währ­leis­tung des Rechts auf Mei­nungs­frei­heit, freie Mei­nungs­äu­ße­rung und Zu­gang zu In­for­ma­tio­nen in den Part­ner­län­dern ein­set­zen. Dar­über hin­aus wer­den im Rah­men der bi­la­te­ra­len tech­ni­schen Zu­sam­men­ar­beit Vor­ha­ben der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) un­ter­stützt, die das Recht auf freie Mei­nungs­äu­ße­rung und In­for­ma­ti­ons­zu­gang zum Ziel ha­ben.

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