Ein Arbeiter prüft eine Solaranlage auf einem Dach in Santiago de Chile.

NDC-Partnerschaft

Mit dem Pariser Klimaabkommen verpflichten sich fast alle Länder der Welt, den globalen Temperaturanstieg auf deutlich unter zwei Grad Celsius, möglichst 1,5 Grad Celsius, über dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen und sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen.

Logo: NDC-Partnerschaft
Logo: NDC-Partnerschaft

Um das zu erreichen, haben sich im Pariser Abkommen erstmals sowohl Industrie- als auch Schwellen- und Ent­wicklungs­länder dazu verpflichtet, eigene nationale Klimabeiträge (Nationally Determined Contributions, NDCs) zu entwickeln. Darin legen sie dar, wie sie ihre Treib­hausgas­emissionen senken und Maßnahmen zur Anpassung an den Klima­wandel ergreifen wollen.

Die NDCs sollen, als Herzstück des Klima­abkommens, mit der Zeit ehrgeiziger werden und die Welt­gemein­schaft somit näher an die Ziele des Pariser Klima­abkommens bringen. Deshalb haben sich die Vertrags­­staaten dazu verpflichtet, ab 2020 alle fünf Jahre neue, verbesserte Klima­­beiträge vor­zu­legen. Noch reichen die vorliegenden NDCs nicht aus, um die Klimaziele von Paris zu erreichen. Daher müssen die NDCs sowohl zügig umgesetzt, als auch zusehends ehrgeiziger gestaltet werden.

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der offiziellen Gründung der NDC-Partnerschaft im November 2016 zusammen mit Hakima El Haite, marokkanische Umweltministerin und COP22-Präsidentin, und der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks
Bundesentwicklungsminister Gerd Müller bei der offiziellen Gründung der NDC-Partnerschaft im November 2016 zusammen mit Hakima El Haite, marokkanische Umweltministerin und COP22-Präsidentin, und der damaligen Bundesumweltministerin Barbara Hendricks

Um die Umsetzung der NDCs im Einklang mit den Ent­wicklungs­zielen der Agenda 2030 voranzutreiben, hat das Bundes­mi­niste­rium für wirt­schaftliche Zusammen­arbeit und Ent­wick­lung (BMZ) zusammen mit dem Bundes­ministerium für Umwelt, Natur­schutz und nukleare Sicherheit (BMU) und weiteren Partnern im Jahr 2016 die globale NDC-Partner­schaft initiiert.

Die NDC-Partnerschaft auf einen Blick

Standbild aus dem Video "NDC Partnership"

Video NDC-Partnerschaft: ein kurzer Überblick (englisch)

Die NDC-Partnerschaft (Externer Link) besteht aus Industrie-, Schwellen- und Ent­wicklungs­ländern sowie aus Regional­organi­sationen, UN-Institutionen, multilateralen Ent­wicklungs­banken und nicht staatlichen Organi­satio­en. 

Ziel der Partner­schaft ist es, die Mitglieds­länder besser in die Lage zu versetzen, ihre Klima- und Ent­wicklungs­ziele zu­sammen­zuführen und mithilfe von bi- und multi­lateralen Geber­programmen ko­ordiniert umzusetzen.

Die Partner­schaft engagiert sich dafür in drei Bereichen:

  • Zugang zu technischer Unter­stützung für die NDC-Um­setzung verbessern
  • Zugang zu Finan­zierung bei der NDC-Um­setzung erleichtern
  • Wissens­manage­ment durch Verbreitung von Analyse- und Beratungs­instru­menten stärken

Die NDC-Partner­schaft fördert den Austausch von Wissen und Erfahrungen in Ländern und auf inter­nationaler Ebene. Dadurch können sich erfolg­reiche Ansätze schnell verbreiten.

2020 stand zum ersten Mal die im Pariser Klima­abkommen vereinbarte Aktualisierung der NDCs an, bei vielen Länder erfolgt die Aktualisierung wegen der Covid-19-Pandemie jedoch erst 2021. Auch bei dieser Aufgabe unter­stützte und unter­stützt die NDC-Partner­schaft Entwicklungs- und Schwellen­länder.

Deutsches Engagement

Der Solarpark Soroti in Uganda

Der Solarpark Soroti in Uganda

Der Solarpark Soroti in Uganda

Deutschland unterstützt die NDC-Partner­schaft finanziell und politisch. Seit Bestehen der Partner­schaft hat die Bundes­regierung mehr als 500 Millionen Euro Unter­stützung eingebracht. Hierin enthalten sind etwa 15 Millionen für das Sekretariat der Partnerschaft und 17 Millionen für ein spezielles Programm zur Ambitions­steigerung in den NDCs, das Climate Action Enhancement Package (CAEP).

Seit 2019 wurden durch CAEP 67 Länder gezielt bei der ambitionierten Über­arbeitung ihrer NDCs unterstützt. Obwohl es aufgrund der Covid-19-Pandemie zu Verzö­gerungen kam, haben bereits 38 Länder mit CAEP-Unter­stützung neue oder über­arbeitete NDCs vorgelegt.

Im Kontext der Corona-Krise sind weltweit Kon­junktur­pakete in Höhe von über 10 Billionen US-Dollar geplant und teils bereits in Umsetzung. Es ist wichtig, dass diese Kon­junktur­pakete zur Erreichung der Ziele des Pariser Klima­abkommens beitragen und die Wider­stands­fähigkeit gegenüber zukünftigen Krisen stärken. Auch hierbei unterstützt die NDC-Partner­schaft ihre Mitglieds­länder und startete im Juni 2020 die Economic Advisory Initiative. Diese sieht die Entsendung von wirtschaft­lichen Berate­rinnen und Beratern in Finanz- und Planungs­ministerien von insgesamt 34 Mitglieds­ländern vor, mit dem Ziel, die jeweiligen nationalen Kon­junktur­pakete klima­sensibel und resilient auszu­gestal­ten. In 25 dieser Länder leistet die Bundes­regierung über verschiedene Durch­führungs­organi­sationen im Rahmen der Initiative direkte Unterstützung.

Arbeiten an einer Windturbine

Arbeiten an einer Windturbine

Arbeiten an einer Windturbine

Zudem finanziert das BMZ eine Reihe an Projekten und Programmen, die über die Gesellschaft für Inter­nationale Zusammen­arbeit (Externer Link) (GIZ) sowie internationale Organi­sationen wie die Welt­bankgruppe (Externer Link), das World Resources Institute (Externer Link) (WRI) und das Ent­wicklungs­programm der Vereinten Nationen (Externer Link) (UNDP) umgesetzt werden. So erhielten unter anderem Benin, Burkina Faso, Côte d’Ivoire, Honduras, Kenia, Namibia und Pakistan sowie regionale Initiativen in der pazifischen und der karibischen Region Unterstützung bei der NDC-Umsetzung – und zum Teil auch bei der Überarbeitung und Ambitions­steigerung der NDCs für deren vorgesehene Neu­vorlage im Jahr 2020.

Zusammenarbeit konkret

Hintergrund Prozess der NDC-Unter­stüt­zung in Mitglieds­ländern

Die NDC-Partner­schaft hat 196 Mitglieder (Stand August 2021), darunter 114 Länder, 44 internationale Organisationen und Entwicklungsbanken sowie 38 assoziierte Mitglieder (darunter Forschungs­institute, internationale Partner­schaften und weltweit aktive Verbände). Unterstützt wird sie von einem Sekretariat, der "Support Unit", mit Sitz beim WRI in Washington D.C. sowie beim Sekretariat der Klima­rahmen­konvention der Vereinten Nationen (UNFCCC) in Bonn.

Tritt ein Land der NDC-Partner­schaft bei, kann es bei deren Sekretariat Unter­stützung für die Umsetzung und weitere Entwicklung seines NDC anfragen. Anschließend vereinbart das Mitglieds­land gemein­sam mit Gebern, Ent­wicklungs­banken und Durch­führungs­organi­sationen vor Ort die konkreten Schritte für die Zusammen­arbeit – etwa technische Beratung oder Kapazitäts­aufbau. Nicht staatliche Partner wie NGOs, Wissenschaft und Privatsektor werden ebenfalls eingebunden.

Solarkiosk in Talek, Kenia

Solarkiosk in Talek, Kenia

Solarkiosk in Talek, Kenia

Um die Umsetzung der NDCs möglich zu machen, ist eine "Übersetzung" der Klima­ziele in konkrete Politik­ansätze, Staats­haushalte und Investitions­pläne notwendig – auch für einzelne Sektoren wie Energie oder Wasser sowie für die regionale oder kommunale Ebene. Dabei ist entscheidend, dass die Investitionen zur klima­neutralen und klima­resilienten Transformation eines Landes beitragen und zusätzliche Investitionen im Klima­bereich eine nachhaltige Entwicklung für die Menschen vor Ort fördern. 

Ein kontinuierlicher Wissens- und Erfah­rungs­aus­tausch begleitet den Prozess im Rahmen der NDC-Partner­schaft, um daraus lernen und Ergebnisse mit allen Mitgliedern teilen zu können.

Die Länderarbeit der NDC-Partner­schaft ist mittlerweile in mehr als 79 Mitglieds­ländern sowie in drei regionalen Initiativen angelaufen. Weitere Länder haben Unter­stützungs­bedarf angemeldet.

BMZ-Publikationen

cover globale partnerschaft ndc

BMZ-Factsheet: Globale Partnerschaft zur Umsetzung der nationalen Klimabeiträge (NDCs)

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 01/2021 | Dateigröße 298 KB, Seiten 2 Seiten
Dem Klimawandel begegnen

Dem Klimawandel begegnen

Das klimapolitische Engagement des BMZ

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 10/2017 | Dateigröße 1004 KB, Seiten 28 Seiten | Zugänglichkeit barrierefrei

BMZ-Videos

Standbild aus der Videobotschaft der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth

Die Bedeutung der NDC-Partnerschaft für die Umsetzung des Pariser Abkommens

Videobotschaft der Parlamentarischen Staatssekretärin Dr. Maria Flachsbarth

Standbild aus dem Video "NDC-Partnerschaft Fidschi"

NDP Partnership in action: Fiji (englisch)

Fidschi gehört zu den am stärksten vom Klimawandel betroffenen Ländern. Die NDC-Partnerschaft unterstützt den pazifischen Inselstaat im Rahmen des "Regional Pacific NDC Hub" bei der Entwicklung von Roadmaps für die Umsetzung des nationalen Klimabeitrags (NDC) und der Finanzierung von NDC-Investitionen.

Standbild aus dem Video "NDC-Partnerschaft Uganda"

NDC Partnership in action: Uganda (englisch)

Im Juni 2018 verabschiedete Uganda den ersten NDC-Partnerschaftsplan in Afrika und legte die Prioritäten für die Umsetzung des Pariser Abkommens fest, um die Koordination und Zusammenarbeit mit nationalen und internationalen Partnern zu verbessern.

Standbild aus dem Video "NDC knowledge portal"

NDC Partnership Knowledge Portal (englisch)

Das Wissensportal der NDC-Partnerschaft hilft Ländern, ihre Klimaziele zu erfüllen, indem es einen schnellen und einfachen Zugang zu Daten, Instrumenten, Leitlinien, bewährten Verfahren und Finanzierungsmöglichkeiten bietet.