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Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria

Logo: Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuber­ku­lose und Malaria (GFATM)

Aids, Tuberkulose und Malaria gehören zu den weltweit häufigsten Infektionskrankheiten. Diese globalen Epidemien bis 2030 zu beenden, wurde im September 2015 als Ziel 3.3 in die Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung aufgenommen.

Ein wichtiges Instrument, um dieses Ziel zu erreichen, ist der Globale Fonds zur Bekämpfung von Aids, Tuberkulose und Malaria (Global Fund to Fight Aids, Tuberculosis and Malaria, GFATM). Seine Gründung geht auf einen Beschluss der UN-Sondergeneralversammlung zu HIV und Aids im Juni 2001 in New York zurück. Der Fonds legt keine eigenen Programme auf, sondern finanziert nationale Maßnahmen gegen die drei Krankheiten. Er stärkt somit die Eigenverantwortung der Regierungen und fördert die Mitwirkung der Zivilgesellschaft und der privaten Wirtschaft.

Bis April 2020 stellte der Globale Fonds weltweit Finanzmittel in Höhe von insgesamt 44,5 Milliarden US-Dollar zur Verfügung. Im Herbst 2019 fand die sechste Wiederauffüllungskonferenz des Globalen Fonds statt. Dabei sagten die Geber 14 Milliarden US-Dollar für den Zeitraum 2020 bis 2022 zu.

Davon sollen vier Milliarden US-Dollar in den Aufbau widerstandsfähiger Gesundheitssysteme fließen, die die Grundlage für eine erfolgreiche Bekämpfung von HIV, Tuberkulose und Malaria bilden.

Im Rahmen der aktuellen COVID-19-Pandemie stellt der Globale Fonds bis zu einer Milliarde US-Dollar zur Unterstützung seiner Partnerländer bei der Reaktion auf die Pandemie zur Verfügung. Damit können die Länder zum Beispiel Gesundheitspersonal mit Schutzausrüstung ausstatten, Schulungsmaßnahmen durchführen und diagnostische Tests finanzieren.


Wirkungen

Nach Angaben des Globalen Fonds konnten zwischen 2002 und 2018 deutliche Erfolge verzeichnet werden: Demnach retteten die vom Fonds geförderten Programme rund 32 Millionen Menschen das Leben. Bis Ende 2022 soll diese Zahl auf 48 Millionen ansteigen. In den Ländern, in denen der Globale Fonds investierte, ging die Zahl der an Aids, Tuberkulose oder Malaria gestorbenen Menschen seit 2002 um 40 Prozent zurück.

Laut Ergebnisbericht 2019 hatten im Jahr 2018 knapp 19 Millionen Menschen mit HIV Zugang zu Medikamenten, die die Virusvermehrung hemmen. Der Anteil der HIV-Infizierten, die weltweit von einer solchen antiretroviralen Therapie profitierten, stieg von 22 Prozent (2010) auf 62 Prozent (2018).

5,3 Millionen an Tuberkulose Erkrankte wurden 2018 mit Unterstützung des Globalen Fonds behandelt. Um Malaria vorzubeugen, wurden in diesem Jahr etwa 131 Millionen Moskitonetze verteilt. Seit dem Jahr 2000 ist die Zahl der Todesfälle durch Malaria um 46 Prozent gesunken.

 


Deutscher Beitrag

Seit der Gründung des Globalen Fonds 2002 hat ihm Deutschland mehr als drei Milliarden Euro (Stand: März 2020) zur Verfügung gestellt.

Mit einem Beitrag von insgesamt einer Milliarde Euro für die Jahre 2020 bis 2022 ist Deutschland der viertgrößte staatliche Geber des Fonds. Die Bundesrepublik ist seit September 2012 mit einem eigenen Sitz im Verwaltungsrat vertreten.

Außerdem setzt sich Deutschland im Strategiekomitee für einen effizienten, handlungsfähigen Globalen Fonds ein und bringt sich in diesem Rahmen auch in die Entwicklung der neuen Strategie des Fonds für nach 2022 ein.

Inhaltliche Schwerpunkte des deutschen Engagements sind unter anderem die Stärkung nationaler Gesundheitssysteme, die Einbindung von Zivilgesellschaft und Betroffenengruppen sowie die Förderung der Geschlechtergerechtigkeit und der Menschenrechte. Deutschland strebt die Schaffung von Synergien mit anderen Organisationen wie der Impfallianz Gavi an. Besonders setzt sich Deutschland dafür ein, dass die Investitionen des Globalen Fonds nachhaltig gestaltet werden, um auch bei auslaufender Förderung langfristig wirksam zu sein.

 


Weitere Informationen

Kontakt

Globaler Fonds zur Bekämpfung von Aids, Malaria und Tuberkulose

Global Health Campus
Chemin du Pommier 40
1218 Grand-Saconnex
Genf
Schweiz
Telefon: 00 41 / 58 / 791 17 00
Fax: 00 41 / 44/ 580 68 20

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