Symbolbild: Erdkugel

Arbeitsweise Strategische Vorausschau

Strategische Vorausschau ist die systematische Beschäftigung mit möglichen zukünftigen Entwicklungen. Sie versucht, methodisch fundiert einen mittel- bis langfristigen, multidisziplinären und anwendungsorientierten Blick in die Zukunft beziehungsweise verschiedene Versionen einer möglichen Zukunft zu werfen. Das Ziel ist, besser auf mögliche Entwicklungen vorbereitet zu sein und die Zukunft – wo möglich – aktiv zu gestalten.

Strategische Vorschau ermöglicht das Denken in Alternativen, die Entwicklung von Handlungsoptionen und damit einen Beitrag zu Entscheidungsfindungen. Strategische Vorausschau bedeutet „Denken auf Vorrat“.

Weltweit ist ein Trend zu mehr strategischer Vorausschau erkennbar – sowohl in der Wirtschaft, der Wissenschaft und in internationalen Organisationen als auch in nationalen Regierungen. Die Europäische Kommission legt seit 2020 regelmäßig einen Strategic Foresight Report (Externer Link) vor.

Methoden der Strategischen Vorausschau

Strategische Vorausschau nutzt Methoden unterschiedlicher Disziplinen. Zu den bekanntesten zählen die Delphi-Methode und die Szenario-Technik.

Delphi-Methode

Die Delphi-Methode ist ein systematisches, mehrstufiges Befragungsverfahren, in dem Expertinnen und Experten ihre Einschätzung zu einem noch offenen Thema abgeben. Die Methode bietet unterschiedliche Perspektiven auf eine Fragestellung, kann die Konsensbildung erleichtern und fördert die Kommunikation über mögliche zukünftige Entwicklungen.

Das BMZ hat bislang zwei Delphi-Studien vorgelegt: „Die Zukunft der afrikanisch-europäischen Beziehungen“ (2020) und „Entwicklungspolitik 2032“ (2018).

Szenario-Technik

Bei der Szenario-Technik werden verschiedene hypothetische (aber plausible) Zukunftsbilder entwickelt. Es wird dargestellt, wie eine Situation in der Zukunft entstehen kann, welche alternativen Wege es gibt und welche Möglichkeiten verschiedene Akteure zu verschiedenen Zeitpunkten haben, um darauf Einfluss zu nehmen und die weitere Entwicklung zu steuern. Diese Technik wird angewandt, wenn die Entwicklung eines Untersuchungsgegenstandes noch mit vielen Ungewissheiten behaftet ist.


Stand: 22.08.2025