Das Textilunternehmen Crescent Textile Mills in Faisalabad, Pakistan, stellt aus Rohbaumwolle Garne und Stoffe her.

Kernthema “Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, Ausbildung und Beschäftigung” Berufliche Bildung, Beschäf­tigungs­förde­rung

Nachhaltiges Wachstum soll insbesondere durch Ansätze gefördert werden, die eine inklusive und nachhaltige Beschäftigungswirkung entfalten. Sie sollten in erster Linie die Beschäftigung von Frauen fördern. Ein weiterer Schwerpunkt ist die Aus- und Fortbildung in zukunftsfähigen Jobs für insbesondere die vielen jungen Pakistanerinnen und Pakistaner. Der Privatsektor soll in die Lage versetzt werden, zu nachhaltiger und inklusiver Beschäftigung beizutragen, indem er die dafür notwendigen Kredite erhält.

Ein besonderes Augenmerk liegt auf der Entwicklung des pakistanischen Textilsektors als exportstärkste Branche Pakistans. Deutschland fördert ein effektives Arbeitsinspektionswesen, das zur verbesserten Einhaltung von Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards beiträgt und im Verbund mit Maßnahmen zur Erhöhung der Produktivität auch die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen steigert.

Berufliche Bildung

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Union unterstützt Deutschland Pakistan dabei, die berufliche Bildung umfassend zu reformieren. Ziel ist es, mehr junge Leute für den formalen Arbeitsmarkt auszubilden. Denn nur wenn es gut ausgebildete Menschen gibt, können Innovationen umgesetzt werden. Weiterhin geht es darum, die Aus- und Fortbildung qualitativ zu verbessern. Dies soll über die Anpassung der Lehrpläne, über eine engere Anbindung des Privatsektors an die Ausbildungsstätten und die Kapazitätssteigerung der Ausbilderinnen und Ausbilder sowie Prüferinnen und Prüfern für eine moderne Berufsbildung gelingen.

Das Berufsbildungsvorhaben arbeitet mit über 60 Berufsbildungsinstitutionen zusammen, um dort Ausbildung und Prüfung der Auszubildenden zu verbessern, und hat bisher 486 Vereinbarungen mit Unternehmen abgeschlossen, um praktische Ausbildungsmodule in den Betrieben zu ermöglichen. Es hat bereits 60 Lehrpläne erstellt unter anderem auf der Basis von Arbeitsmarktstudien zum aktuellen Bedarf der Wirtschaft. Außerdem unterstützt das Vorhaben die Regierung umfassend bei der Einrichtung von fünf Exzellenzzentren für eine moderne berufliche Bildung von Berufsschullehrerinnen -lehrern und Auszubildenden.

Zwischen 2017 und 2020 wurden circa 24.000 Personen (davon 42 Prozent Frauen) in verschiedenen, von der Industrie nachgefragten Berufen ausgebildet.

Zwischen 2017 und 2020 wurden 418 Werkstätten an 195 öffentlichen und privaten Ausbildungsinstituten für die kompetenzbasierte Ausbildung in verschiedenen Berufen komplettiert oder neu eingerichtet.


Arbeits-, Sozial- und Umwelt­standards in der Textil­industrie

Die Textilindustrie ist Pakistans wichtigster Zweig der verarbeitenden Industrie: Textilprodukte machen etwa 60 Prozent der Exporterlöse aus. Ein Großteil der Produktion erfolgt in kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die im informellen Sektor tätig sind. Dort sind noch deutliche Defizite im Arbeits-, Sozial- und Umweltschutz zu verzeichnen. Das BMZ finanziert daher verschiedene Vorhaben, die zur Verbesserung der Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards beitragen.

So konnten durch Beratung und Fortbildung von 2017 bis 2019 allein in fünf Betrieben die Arbeitsbedingungen von 3.819 Beschäftigten verbessert werden. Dazu gehört die Verbesserung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes und die Verwendung umweltfreundlicherer Chemikalien. Außerdem wird seither sauberes Trinkwasser, sowie ein gesundes und subventioniertes Mittagessen zur Verfügung gestellt. Es wurden separate Wasch- und Toilettenräume für Frauen zur Verfügung gestellt sowie ein Kindergarten aufgebaut.

Es ist zudem gelungen, die Beschäftigten in den unteren Einkommensgruppen zu hundert Prozent bei der staatlichen Sozialversicherung zu registrieren. Gleichzeitig ist die Produktivität der Unternehmen deutlich gestiegen. Im Zeitraum von 2018 bis 2019 wurde der Jahresumsatz der Unternehmen durch Projektinterventionen verbessert, bei gleichzeitiger Steigerung der Einkommen von 4.437 Beschäftigten von im Schnitt 10 Prozent.