Das Textilunternehmen Crescent Textile Mills in Faisalabad, Pakistan, stellt aus Rohbaumwolle Garne und Stoffe her.

Schwerpunkt Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung Berufliche Bildung, Beschäftigungsförderung, soziale Sicherung

Der Arbeitsschwerpunkt nachhaltige Wirtschaftsentwicklung wurde 2015 neu mit Pakistan vereinbart. Die erfolgreiche Kooperation in den Bereichen Berufsbildung und Beschäftigungsförderung wird seitdem mit Themen wie Privatwirtschaftsförderung und soziale Sicherung verknüpft. Ein Schwerpunkt ist die Verbesserung der Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards in der Textilindustrie.

Berufliche Bildung

In Zusammenarbeit mit der Europäischen Union und Norwegen unterstützt Deutschland Pakistan dabei, die berufliche Bildung umfassend zu reformieren. Ziel ist, die Berufsbildung stärker an den Bedürfnissen des Arbeitsmarktes auszurichten. In einer ersten Programmphase wurden im gesamten Land mehr als 100 Berufsberatungs- und Jobcenter aufgebaut. Für 70 Berufsprofile wurden einheitliche Prüfungsstandards und -materialien entwickelt. Mit Hilfe von 18 E-Learning-Zentren konnten bislang rund 8.500 Berufsschullehrer Kurse in Pädagogik und Didaktik belegen.

Die zweite Programmphase setzt den Schwerpunkt auf die Bereiche Politikentwicklung, Einbindung der Privatwirtschaft, Umsetzung der reformierten Berufsbildung sowie Personalentwicklung und Lehrerausbildung.

Begleitend stellt Deutschland Mikrofinanzdienstleistungen für kleinste, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sowie arme private Haushalte zur Verfügung und fördert die Refinanzierung lokaler Mikrofinanzinstitutionen.

Sozial- und Umweltstandards

Die Textilindustrie ist Pakistans wichtigster Zweig der verarbeitenden Industrie: Textilprodukte machen etwa 54 Prozent der Exporterlöse aus. Ein Großteil der Produktion erfolgt in kleinen und mittelgroßen Unternehmen, die im informellen Sektor tätig sind. Dort sind noch deutliche Defizite im Arbeits- und Umweltschutz zu verzeichnen. Das BMZ finanziert daher verschiedene Vorhaben, die zur Verbesserung der Arbeits-, Sozial- und Umweltstandards beitragen.

Unter anderem wurden in Zusammenarbeit mit der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung in der Provinz Punjab Arbeitsinspektoren fortgebildet. Durch Beratung und Schulungen haben sich die Arbeitsbedingungen für mehr als 13.000 Arbeiterinnen und Arbeiter in elf Betrieben der Textil- und Bekleidungsindustrie verbessert. Gleichzeitig ist die Produktivität der Unternehmen deutlich gestiegen.

Vor dem Hintergrund zunehmender Wasserknappheit fördert Deutschland außerdem eine effiziente Wassernutzung in der pakistanischen Textilindustrie. Unter anderem wurden die Potenziale für die Einrichtung nachhaltiger Industrieparks analysiert, in denen zum Beispiel Anlagen zur Abwasserbehandlung gemeinschaftlich genutzt werden könnten.

Soziale Sicherung

Etwa 30 Prozent der pakistanischen Bevölkerung leben unterhalb der nationalen Armutsgrenze, 70 Prozent der Beschäftigten arbeiten im informellen Sektor ohne soziale Absicherung. Wenn diese Menschen krank werden, ist sehr schnell ihre wirtschaftliche Existenz bedroht.

Deutschland unterstützt daher den Aufbau einer Krankenversicherung, die es der armen Bevölkerung ermöglicht, Gesundheitsdienste in Anspruch zu nehmen. Im Rahmen einer nationalen Krankenversicherungsinitiative der pakistanischen Regierung wurden bislang rund 745.000 arme Familien in 15 Distrikten registriert.