Wirtschaftliche Situation Wenig Spielraum trotz steigender Wachstumsraten

Vorsichtige Wirtschafts- und Steuerreformen, günstige weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen und ein dreijähriges Unterstützungsprogramm des Internationalen Währungsfonds (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (IWF) haben bis in das Jahr 2017 hinein zu einer Stabilisierung der pakistanischen Wirtschaft geführt.

In einer Textilfabrik in Faisalabad, Pakistan, wird Baumwolle auf Verunreinigungen untersucht.

In einer Textilfabrik in Faisalabad, Pakistan, wird Baumwolle auf Verunreinigungen untersucht.

In einer Textilfabrik in Faisalabad, Pakistan, wird Baumwolle auf Verunreinigungen untersucht.

Das aktuell sehr hohe Leistungsbilanzdefizit hat 2019 erneut – in Verbindung mit steigender Inflation und rasant schrumpfenden Währungsreserven – ein IWF-Programm erforderlich gemacht. Mit einer auch im regionalen Vergleich sehr niedrigen Steuerquote von 12,4 Prozent fehlt Pakistan zudem der finanzielle Spielraum, um ausreichend in notwendige soziale Dienstleistungen zu investieren. Private Investoren werden nach wie vor durch die angespannte Sicherheitslage, die verbreitete Korruption, eine ineffiziente Bürokratie, fehlende Rechtssicherheit und eine unzureichende Energieversorgung abgeschreckt.

2014 wurde Pakistan in das Allgemeine Präferenzsystem Plus (Generalised Scheme of Preferences Plus, GSP+) der Europäischen Union aufgenommen. Die pakistanische Exportwirtschaft erhält dadurch für verschiedene Produkte, insbesondere Textilien, einen leichteren Zugang zum europäischen Markt. Deutschland hatte sich innerhalb der EU für die Aufnahme Pakistans eingesetzt. Die Gewährung des GSP+-Status ist mit der Erfüllung von 27 Völkerrechtskonventionen verbunden. Dazu zählen auch die Kernarbeitsnormen der Internationalen Arbeitsorganisation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (ILO), die derzeit in der für das Land sehr wichtigen Textilindustrie noch nicht zufriedenstellend umgesetzt werden.

Kontrollraum im Wasserkraftwerk Ghazi Barotha, Pakistan

Kontrollraum im Wasserkraftwerk Ghazi Barotha, Pakistan

Kontrollraum im Wasserkraftwerk Ghazi Barotha, Pakistan

Entwicklungspotenziale

Mit der "Vision 2025 (Externer Link)" hat die pakistanische Regierung im Jahr 2014 eine ehrgeizige und umfassende Entwicklungsstrategie vorgelegt. Das Ziel ist, zu den Ländern mit gehobenem mittlerem Einkommen ("upper middle income") aufzuschließen. Pakistan verfügt über erhebliche wirtschaftliche Potenziale: reichhaltige Ressourcen, niedrige Lohnkosten, eine junge Bevölkerung und eine wachsende Mittelschicht.

Auch die Voraussetzungen für eine nachhaltige Entwicklung (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) des Landes sind in der Entwicklungsstrategie klar definiert: soziale Gerechtigkeit, Rechtsstaatlichkeit, Frieden und Sicherheit, gute Regierungsführung und ein nationaler Entwicklungskonsens. Um ihre Entwicklungsziele zu erreichen, muss die Regierung grundlegende Reformen anstoßen und konsequent umsetzen. So werden zum Beispiel die wirtschaftlichen und sozialen Potenziale der weiblichen Bevölkerung bei Weitem noch nicht ausgeschöpft.

Eine neue Herausforderung stellt die globale Klimaerwärmung dar. Pakistan leidet unter steigenden Temperaturen, der Abnahme der Wasserressourcen und Extremwetterereignissen.