Wirtschaftliche Situation Trübe Aussichten trotz steigender Wachstumsraten

Die pakistanische Volks­wirt­schaft ist bislang ver­gleichs­weise gut durch die Covid-19-Pan­demie gekommen. Das Wirt­schafts­wachs­tum lag 2021 bei 3,9 Prozent. Aller­dings steht das Land weiter­hin vor umfassenden strukturellen Problemen. Die Staats­schulden steigen, das Zahlungs­bilanz­defizit ver­größert sich und hinzu kommt eine zu hohe Inflationsrate.

In einer Textilfabrik in Faisalabad, Pakistan, wird Baumwolle auf Verunreinigungen untersucht.

In einer Textilfabrik in Faisalabad, Pakistan, wird Baumwolle auf Verunreinigungen untersucht.

In einer Textilfabrik in Faisalabad, Pakistan, wird Baumwolle auf Verunreinigungen untersucht.

Innenpolitisch steht die Regierung durch die Vor­gaben des laufenden IWF-Re­form­pro­gramms er­heblich unter Druck und ist um alter­native Finanz­quellen bemüht. Man darf davon aus­gehen, dass die sozio­öko­nomische Ent­wick­lung im Zentrum des Wahl­kampfes für die Parlaments­wahlen im Jahr 2023 stehen wird.

Mit einer auch im regionalen Vergleich sehr niedrigen Steuerquote von circa 13 Prozent fehlt dem Staat zudem der finanzielle Spielraum, um ausreichend in notwendige soziale Dienst­leistungen zu investieren. Private Investoren werden nach wie vor durch die angespannte Sicherheitslage, die verbreitete Korruption, eine ineffiziente Bürokratie, fehlende Rechts­sicherheit und eine un­zu­reichende Energie­versorgung abgeschreckt.

2014 wurde Pakistan in das Allgemeine Präferenz­system Plus (Generalised Scheme of Preferences Plus, GSP+) der Europäischen Union aufgenommen. Die pakistanische Export­wirt­schaft erhält dadurch für verschiedene Produkte, ins­be­sondere Textilien, einen leichteren Zugang zum europäischen Markt. Deutsch­land hatte sich innerhalb der EU für die Auf­nahme Pakistans ein­ge­setzt. Die Gewährung des GSP+-Status ist mit der Erfüllung von 27 Völker­rechts­kon­ven­tionen verbunden. Dazu zählen auch die Kern­arbeits­normen der Internationalen Arbeitsorganisation (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (ILO), die derzeit in der für das Land sehr wichtigen Textilindustrie noch nicht zufriedenstellend umgesetzt werden.