Bauern in Nigeria dreschen Reis.

Ländliche Entwicklung Arbeits- und Lebensbedingungen auf dem Land verbessern

Nach Expertenschätzungen muss die landwirtschaftliche Produktion in den kommenden 30 Jahren um mindestens 50 Prozent steigen, damit ausreichend Nahrung für die stark wachsende Weltbevölkerung zur Verfügung steht. Gleichzeitig ist es für die Menschheit überlebenswichtig, dass die natürlichen Ressourcen der ländlichen Regionen erhalten werden: Boden, Wasser und biologische Vielfalt. Und zusätzlich müssen die zukünftigen Produktionsmethoden das Klima schonen und an den Klimawandel angepasst werden.

Damit die Menschen, die das alles leisten sollen, nicht aus dem ländlichen Raum abwandern, müssen ihnen attraktive Lebensverhältnisse sowie gute Einkommens- und Beschäftigungsmöglichkeiten geboten werden. Derzeit leben rund 3,4 Milliarden Menschen auf dem Land, davon mehr als 90 Prozent in Entwicklungsländern. Der ländliche Raum hat enormes Potenzial, Innovationen aufzugreifen und große Entwicklungsschritte zu machen. Eine leistungsfähige und nachhaltige (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Agrar- und Ernährungswirtschaft kann ganze Regionen beflügeln. Sie ist die Grundlage für Beschäftigungsmöglichkeiten in und außerhalb der Landwirtschaft – zum Beispiel in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte, in Handwerk, Transport und Handel und insbesondere auch im Dienstleistungssektor.

Damit Betriebe erfolgreich wirtschaften und den Menschen vor Ort Perspektiven bieten können, müssen jedoch in vielen Ländern die Rahmenbedingungen besser werden: Ländliche Regionen brauchen eine gute Bildungs- und Gesundheitsversorgung, Dienstleistungen wie Wasser- und Energieversorgung und Infrastrukturangebote wie öffentliche Verkehrsmittel und -wege und eine leistungsfähige Internetanbindung.

Deutsches Engagement Strukturwandel vielschichtig begleiten

Deutschland unterstützt seine Partnerländer weltweit dabei, zukunftsfähige ländliche Räume zu gestalten. Die Weichen sollen so gestellt werden, dass der erforderliche Strukturwandel sozial verträglich und ökologisch nachhaltig verlaufen kann und niemand zurückbleibt. Das BMZ unterstützt deshalb eine nachhaltige Agrar- und Agrarhandelspolitik und ländliche Wirtschaftsentwicklung, fördert Investitionen in den ländlichen Raum und setzt sich für dezentrale Verwaltungsstrukturen und Entwicklungspläne sowie eine starke politische und soziale Teilhabe der Menschen vor Ort ein. 

Hauptziele des deutschen Engagements sind eine produktivere Land- und Ernährungswirtschaft, die Förderung von Beschäftigungsmöglichkeiten in und außerhalb der Landwirtschaft und gute Lebensverhältnisse und Perspektiven für die Menschen in ländlichen Regionen – im Einklang mit dem Schutz natürlicher Ressourcen. Ein regionaler Schwerpunkt liegt dabei auf Afrika.

Charta von Berlin

Im April 2017 lud das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) zur G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Konferenz "EINEWELT ohne Hunger ist möglich – Die Zukunft des ländlichen Raums" nach Berlin ein. Schwerpunkt der Veranstaltung war die Gestaltung einer lebenswerten Zukunft für die junge Generation im ländlichen Raum Afrikas. 

Während der Konferenz wurde die Charta von Berlin diskutiert und an Bundesentwicklungsminister Dr. Gerd Müller übergeben. Das Dokument war im Vorfeld der Konferenz durch einen unabhängigen internationalen Beraterkreis erarbeitet worden. Zivilgesellschaft (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen), Wissenschaft, private Wirtschaft und Entwicklungsexperten hatten zur Entstehung beigetragen. Die Charta stellt dar, was getan werden muss, um Perspektiven für Menschen im ländlichen Raum zu schaffen, und setzt wichtige politische Impulse für die künftige deutsche und internationale Entwicklungszusammenarbeit.

Zentrale Empfehlungen aus der Charta wurden in die G20-Initiative zur Jugendbeschäftigung im ländlichen Raum aufgenommen.

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