Partner stärken Gesundheit Das Förderprogramm Klinikpartnerschaften

Weltweit fehlen Millionen Fachkräfte im Gesundheitssektor. Schwache Gesundheitssysteme haben in Krisenzeiten – wie beispielsweise während der Corona-Pandemie – oft nicht die Kapazität, schnell auf neue Situationen zu reagieren. Sie können ihren Versorgungsauftrag dann nicht ausreichend erfüllen.

Logo der Initiative "Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit" 

Der Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften wird sich in den kommenden Jahren im Medizin- und Gesundheitsbereich weiter verschärfen, vor allem in den Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen.

Um diesen Trend zu stoppen, werden dringend mehr Ausbildungsplätze in medizinischen Berufen, zahlreiche neue Weiterbildungsangebote für die vorhandenen Fachkräfte und ein intensiver, internationaler Wissenstransfer gebraucht.

Hier setzt das Förderprogramm „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ an. Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) hat das Programm im Herbst 2016 gemeinsam mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (Externer Link) ins Leben gerufen.

Es wird von der Deutschen Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) umgesetzt. Die GIZ unterstützt die Klinikpartner in den Bereichen Capacity Development (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und Wirkungsmonitoring sowie Projektmanagement und Kommunikation.


Krankenhaus in Laos | Standbild aus dem Video "Klinikpartnerschaften wirken"

Video Klinikpartnerschaften wirken

Ein Mann in Laos wird von einer Giftschlange gebissen und fällt ins Koma. Ein kleines Mädchen in Usbekistan leidet an einer Hüftfehlstellung. Eine Bäuerin im ländlichen Äthiopien entdeckt, dass sie einen Tumor hat – erfahren Sie im Video, was Klinikpartnerschaften weltweit bewirken und wie Menschen durch verbesserte Gesundheitsdienstleistungen geholfen werden kann.

Was wir machen

Fachkräfte der Charité – Universitätsmedizin Berlin kümmern sich um ein Neugeborenes in einem Inkubator.

Fachkräfte der Charité – Universitätsmedizin Berlin kümmern sich um ein Neugeborenes in einem Inkubator.

Fachkräfte der Charité – Universitätsmedizin Berlin kümmern sich um ein Neugeborenes in einem Inkubator.

Fachkräfte aus Gesundheitseinrichtungen in Deutschland und in Ländern mit niedrigem und mittlerem Einkommen tauschen ihr Wissen und ihre Konzepte aus und entwickeln gemeinsam neue Ansätze, die an den Bedarf vor Ort angepasst sind. Sie bilden ein gemeinsames Team – im Rahmen einer Klinikpartnerschaft.

Praktische Erfahrungen und Fachwissen zu Krankheitsbildern, Behandlungsoptionen, Technologien oder Verwaltungsabläufen fließen durch direkte Kommunikation und gegenseitige Projektbesuche in beide Richtungen – ein Gewinn für alle Beteiligten. So können durch eine Klinikpartnerschaft innovative Ansätze entstehen, zum Beispiel im Bereich E-Health oder für die Behandlung von seltenen Erkrankungen.

Die Partnerschaften umfassen das ganze Spektrum der Gesundheitsversorgung – von A wie Anästhesie bis Z wie Zahngesundheit.

Unsere Qualitätskriterien

Wie wir zur Umsetzung der Agenda 2030 beitragen

Einige der globalen Entwicklungsziele als Sitzkissen bei einer Konferenz

Klinikpartnerschaften helfen dabei, dass die Weltgemeinschaft zwei wichtige der insgesamt 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung (SDGs) erreicht, die sie sich bis 2030 gesetzt hat:

  • „Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern“ (SDG 3) und
  • „Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben“ (SDG 17).

Wen wir fördern

Das Förderprogramm Klinikpartnerschaften bietet zwei Förderlinien sowie auch punktuell Sonderausschreibungen an:

Aktuelle Informationen zum Förderprogramm und zu den Ausschreibungsterminen finden Sie auf der Website www.klinikpartnerschaften.de (Externer Link) sowie im Newsletter, zu dem Sie sich auf der Website der Klinikpartnerschaften anmelden können.

Was wir bisher erreicht haben

Seit Beginn des Förderprogramms „Klinikpartnerschaften – Partner stärken Gesundheit“ wurden mehr als 360 Projekte in 65 Ländern gefördert.

Zusätzlich werden über das Programm PAGEL – Partnerschaften für den Gesundheitssektor in Entwicklungsländern (Externer Link) des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) weitere Gesundheitspartnerschaften gefördert.

„Als wir zu Beginn der Corona-Pandemie hier in Deutschland ziemlich überfordert mit der Situation waren, haben wir uns mit den Kolleg*innen in Äthiopien ausgetauscht, die erheblich mehr Erfahrung mit dem strukturellen Management von Infektionskrankheiten haben.“

Dr. Eva Kantelhardt, Uniklinikum Halle-Wittenberg (Klinikpartnerschaft mit der University Addis Abeba, Äthiopien)


In Eritrea konnten wir viel lernen – zum Beispiel, wie man in einem Krankenhaus im Hinblick auf Mutter-Kind-Gesundheit aus ganz wenig sehr viel macht.“

Gesche Kranz, Kinderkrankenschwester an der Charité – Universitätsmedizin Berlin (Klinikpartnerschaft mit dem Gash-Barka Regional Referral Hospital in Barentu, Eritrea)


Mit welchen Partnern wir zu­sammen­arbeiten

Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Nairobi, Kenia

Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Nairobi, Kenia

Zusammenarbeit von Wissenschaftlern in Nairobi, Kenia

Mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (Externer Link) hat die deutsche Regierung einen wichtigen Kooperationspartner für die Förderung von Klinikpartnerschaften gefunden. Die Stiftung bringt nicht nur finanzielle Mittel, sondern auch umfangreiche Erfahrungen aus jahrzehntelanger Förderung humanitärer Gesundheitsprojekte in das Förderprogramm ein.

Die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) ist für die organisatorische, fachliche und inhaltliche Begleitung der Klinikpartnerschaften verantwortlich.

Sie unterstützt die Partner regional und fachlich durch innovative Austauschformate und Vernetzung bei ihrer Kapazitätsentwicklung, ihrem Projektmanagement und ihrem Wirkungsmonitoring – virtuell und in Präsenz.

Die GIZ begleitet die Partner auch bei ihrer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit.

Zudem pflegen die Klinikpartnerschaften engen Kontakt zu weiteren internationalen und nationalen Organisationen, die partnerschaftlichen Austausch ermöglichen.

Tsehaynesh Dessie Hassen (dritte von links) mit Dr. Gizaw Muluken von der Universitätsklinik in Addis Abeba und den beiden Gesundheitsfachkräften Etalem Sebsibe und Halima Redine (erste und zweite von links)

Deutsch-äthiopische Klinikpartnerschaft Tumorerkrankungen von Frauen erkennen Interner Link

Brust- und Gebärmutterhalskrebs sind die häufigsten Todesursachen von Frauen in Äthiopien. Auch Tsehaynesh Dessie Hassen erkrankte vor zwei Jahren an Gebärmutterhalskrebs. Die Diagnose konnte für die Mutter von fünf Kindern durch eine Vorsorgeuntersuchung gestellt werden, die im Rahmen einer deutsch-äthiopischen Klinikpartnerschaft unterstützt wurde. Heute ist Tsehaynesh Dessie Hassen gesund – und setzt sich für mehr Vorsorgeuntersuchungen in ihrem Dorf ein.

Kontakt

Stand: 25.05.2022