Straßenverkehr in Berlin, zahlreiche Autos fahren dicht gedrängt auf einer mehrspurigen Straße

Klimawandel und Entwicklung Stadt und Klima

Heute lebt bereits mehr als die Hälfte der Menschen in Städten. Bis 2050 werden es voraussichtlich mehr als zwei Drittel sein – bei gleichzeitig wachsender Weltbevölkerung. Kein Zweifel: Wir befinden uns im Zeitalter der Urbanisierung.

Ehemaliger UN-Generalsekretär Ban Ki-moon
Städte sind die Orte, an denen der Kampf für nachhaltige Entwicklung gewonnen oder verloren wird.
Ban Ki-moon UN-Generalsekretär von 2007 bis 2016
Siehe auch
Wohn­haus in Al­gier, Al­ge­ri­en
Cover Verkehr und Mobilität

Verkehr und Mobilität

Das Engagement des BMZ für Klimaschutz durch nachhaltige Mobilität

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 11/2021 | Dateigröße 330 KB, Seiten 2 Seiten

Städte heizen den Planeten auf. Sie verbrauchen rund drei Viertel der weltweiten Energie und Ressourcen. Denn in Städten wird gebaut und geheizt, sie produzieren große Mengen an Abfall und die zahlreichen Fahrzeuge stoßen große Mengen an Treibhausgasen und weiteren klimawirksamen Luftschadstoffen aus.

Städte sind allerdings nicht nur Antreiber des Klimawandels. Sie sind auch besonders von seinen Folgen betroffen. Sie liegen häufig an Küsten, Flüssen, Flussdeltas oder Berghängen, so dass Schäden durch Naturereignisse in Städten besonders hoch ausfallen.

Auch steigende Temperaturen werden in urbanen Räumen mit viel Beton und Asphalt stärker spürbar. Nachhaltige städtische Planung und widerstandsfähige – klimaresiliente – Infrastruktur können die Folgen des Klimawandels abmildern.

Die globalen Klima- und Entwicklungsziele der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) und des Pariser Klimaabkommens (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) können nur gemeinsam mit den Städten erreicht werden. Schon heute gehen viele Städte und Metropolregionen beim Klima- und Ressourcenschutz voran, etwa durch flächensparende Strukturen, emissionsärmere Verkehrssysteme, energieeffiziente Gebäude oder eine integrierte Abfall- und Kreislaufwirtschaft.

Deutsches Engagement

Ein Elektroauto wird in Berlin an einer Ladestation geladen.
Ein Elektroauto wird in Berlin an einer Ladestation geladen.

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit setzt sich dafür ein, dass Städte weniger zur globalen Erwärmung beitragen und sich gleichzeitig an die Folgen des Klimawandels anpassen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei der Entwicklung nachhaltiger städtischer Infrastruktur, der Förderung klimafreundlicher Mobilität und dem Aufbau einer städtischen Abfall- und Kreislaufwirtschaft. Maßnahmen in weiteren Sektoren mit großen thematischen Schnittstellen, wie Energieversorgung und Siedlungswasserwirtschaft, leisten hierzu auch einen wichtigen Beitrag.

Schwerpunkte des deutschen Engagements

Nachhaltige städtische Infrastruktur planen und finanzieren

Die zunehmende Urbanisierung wird den Neubau von Wohnraum und Infrastruktur erfordern. Die Ziele des Pariser Klimaabkommens können nicht erreicht werden, wenn die Städte der Zukunft wie bisher vor allem aus Zement, Stahl und Glas gebaut werden. Bauen muss daher effizienter, klima- und ressourcenfreundlicher werden. Sanierungen und nachhaltige Neubauten könnten den Energieverbrauch von Gebäuden bis 2050 um fast die Hälfte senken. Naturbasierte Lösungen bieten eine nachhaltige Alternative oder Ergänzung zu technologischen Ansätzen.

In den kommenden 15 Jahren müssen weltweit schätzungsweise 93 Billionen US-Dollar in klimafreundliche und nachhaltige Infrastruktur investiert werden – mehr als das 4,5-Fache des Bruttoinlandsprodukts der USA.

 Wohnhaus in Tirana, Albanien

Wohnhaus in Tirana, Albanien

Wohnhaus in Tirana, Albanien

Entsprechend fließt schon heute ein Großteil der deutschen finanziellen Zusammenarbeit (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) in städtische Infrastruktur oder kommt der städtischen Bevölkerung in Partnerländern zugute. Dabei werden zunehmend innovative Finanzierungsinstrumente zur Mobilisierung privaten Kapitals eingesetzt.

Um Städte weiter dabei zu unterstützen, diesen massiven Investitionsbedarf zu bewältigen, fördert Deutschland die globale Cities Climate Finance Leadership Alliance (Externer Link) (CCFLA). Sie versammelt Akteure aus dem privaten und öffentlichen Sektor mit dem gemeinsamen Ziel, mehr Klimafinanzierung für Städte zu aktivieren. Dies geschieht unter anderem durch den City Climate Finance Gap Fund (Externer Link), der Investitionen von bis zu vier Milliarden Euro für klimafreundliche Infrastruktur in Städten mobilisieren soll. Gemeinsam mit dem Städtenetzwerk C40 (Externer Link) unterstützt das BMZ Städte bereits seit Längerem durch die Cities Finance Facility (Externer Link) (CFF) bei der Vorbereitung nachhaltiger Infrastrukturprojekte.

E-Bus-Ladestation in Florianópolis, Brasilien

Initiative für Transformative Urbane Mobilität (TUMI) Gemeinsam für eine bessere Zukunft der Mobilität Interner Link

Um Städte weltweit klimafreundlich und lebenswert zu machen, betreibt das BMZ seit 2016 gemeinsam mit zehn Partnerinstitutionen die Initiative für Transformative Urbane Mobilität (TUMI). Im Mittelpunkt steht die Förderung einer klimafreundlichen, sicheren, inklusiven und erschwinglichen städtischen Mobilität, die allen Bevölkerungsschichten soziale und wirtschaftliche Teilhabe durch Zugang zu Arbeit, Gesundheitsfürsorge und Bildung ermöglicht.

Überschwemmung in der Stadt Barisal in Bangladesch

Bangladesch: Zusammenarbeit konkret Anpassung von Städten an den Klimawandel Interner Link

Der Klimawandel stellt Bangladesch vor besonders große Herausforderungen: Durch den steigenden Meeresspiegel droht ein Fünftel der Landesfläche dauerhaft überflutet zu werden. Zugleich hat das Land eine der höchsten Bevölkerungsdichten der Welt.

Blick auf Mexiko-Stadt

Mexiko: Zusammenarbeit konkret Besser wohnen und Energie sparen Interner Link

In Mexiko entstehen jedes Jahr eine halbe Million neue Wohnungen, acht Prozent der Bevölkerung arbeiten in der Bauwirtschaft. Auch der Energieverbrauch im Land steigt kontinuierlich, etwa 17 Prozent davon entfallen auf private Haushalte.

Wächterinnen der Hügel in San Pablo, Ecuador

Ecuador: Zusammenarbeit konkret Wächterinnen der Hügel: Frauen an der Spitze für Klimaresilienz Interner Link

San Pablo ist ein Viertel von Portoviejo, der Hauptstadt der Küstenprovinz Manabí in Ecuador. Dort leben rund 12.000 Menschen. Häufige und starke Regenfälle und damit verbundene Erdrutsche gefährden die Häuser und das Leben der Bewohnerinnen und Bewohner.

Ein Flusslauf in Durban, Südafrika

Südafrika: Zusammenarbeit konkret Die Transformation von Durbans Flüssen Interner Link

Der Klimawandel trifft Südafrika schon jetzt. Mit einem Flussmanagementsystem sollen nicht nur Überschwemmungen verhindert, sondern auch die lokale Wirtschaft gefördert werden, um Arbeitsplätze und neue Wege für private Investitionen zu schaffen.

Ressourcen-Zentrum in der Stadt Sarandra, Albanien

Albanien: Zusammenarbeit konkret Modernisierte, klima­freundliche Abfall- und Kreis­lauf­wirt­schaft Interner Link

Die Mehrheit der Siedlungsabfälle in Albanien landet auf illegalen Müllhalden, wo diese unter offenem Himmel verrotten oder verbrannt werden. Mit Hilfe des BMZ werden die Kompostierung von Bioabfällen sowie das Wertstoffrecycling in Städten ausgebaut und so Treibhausgasemissionen reduziert.

Videos

Standbild aus dem Video "Bangladesch: Leben mit dem Klimawandel"

Bangladesch: Leben mit dem Klimawandel

Standbild aus dem BMZ-Video "Städte für eine bessere Welt"

Städte für eine bessere Welt

Stand: 27.09.2022