Ein Mann sitzt an einem Bewässerungskanal in der Nähe von Qena am Nil, Ägypten.

Hintergrund Neue Biodiversitätsziele bis 2030

Das wichtigste inter­natio­nale Abkommen zur Bio­diver­si­tät ist das Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (Convention on Biological Diversity, CBD). Es trat 1993 in Kraft, 196 Staaten (inklusive EU) sind ihm bis­lang bei­getreten (Stand: April 2022). Im Herbst 2022 treffen sich die Vertrags­staaten der Bio­diversi­täts­konven­tion im chine­sischen Kunming, um mit dem neuen "Globalen Rahmen für Bio­diversi­tät" die gemein­same Umsetzung der Kon­ven­tion bis 2030 zu regeln.

SDG 14: Leben unter Wasser
SDG 15: Leben an Land

2010 fand die 10. Vertrags­staaten­konferenz im japanischen Nagoya statt. Der dort ver­abschie­dete strategische Plan (Externer Link) enthielt 20 konkrete globale Ziele zum Erhalt der bio­logischen Viel­falt (Aichi-Ziele), die bis 2020 erreicht sein sollten. Die Bilanz fällt jedoch ernüchternd aus: Keines der 20 Ziele wurde voll­ständig, nur sechs Ziele wurden teil­weise erreicht.

Auf der 15. Vertrags­staaten­konferenz in Kunming wollen sich die Vertrags­staaten mit einem neuen "Globalen Rahmen für Bio­diversi­tät" zur Umsetzung der Kon­ven­tion in den nächsten zehn Jahre verpflichten. Die Konferenz musste auf­grund der Corona-Pandemie bereits zweimal verschoben werden und findet nun voraus­sicht­lich im Herbst 2022 statt. In Anlehnung an die Klima­konferenz von Paris 2015 wird ein Durch­bruch für den Erhalt der welt­weiten Bio­diversi­tät erwartet. Sie soll dazu beitragen, eine Trend­wende hin zu einer natur­freund­ichen Wirt­schaft und Gesell­schaft einzuleiten.

Ein erster Entwurf (Externer Link) sieht vier lang­fristige Ziele bis 2050 und 20 Aktions­ziele bis 2030 vor. Die Vertrags­staaten müssen noch viele offene Fragen klären, beispiels­weise zur Höhe der finan­ziellen Mittel für den Bio­diver­si­täts­erhalt sowie zu geeigneten Mecha­nismen zur Bericht­erstattung und Über­prüfung der national ergriffenen Maß­nahmen.

Kernthema der deutschen Ent­wick­lungs­politik

In den Verhand­lungen über den "Globalen Rahmen für Bio­diversi­tät" setzt sich die Bundes­regierung dafür ein, dass

  • 30 Prozent der welt­weiten Land- und Meeres­flächen unter Schutz gestellt werden,
  • globale Liefer­ketten und unsere Konsum­muster auf mehr Nach­haltig­keit aus­gerichtet werden,
  • die Bedeutung der Bio­diversi­tät für eine welt­weite nach­haltige Entwicklung stärker wahr­genommen wird,
  • biologische Vielfalt nach­haltig genutzt wird und Ent­wick­lungs­länder von der Nutzung finanziell profitieren,
  • zerstörte oder degradierte Öko­systeme wieder­hergestellt werden,
  • Biodiversitäts­erhalt und Klima­schutz Hand in Hand gehen,
  • Menschenrechte und die Rechte indigener Völker und lokaler Gemein­schaften beim Erhalt der Bio­diversi­tät berück­sichtigt werden.

Der Erhalt der biologischen Vielfalt ist ein Kern­thema der deutschen Ent­wick­lungs­politik. Das BMZ unter­stützt bereits heute den Schutz von mehr als 650 Schutz­gebieten auf einer Fläche von über zwei Millionen Quadrat­kilo­metern – das ist eine Fläche sechs­mal so groß wie Deutsch­land.

Seit 2013 stellt das BMZ jähr­lich mehr als 400 Millionen Euro für den Schutz und die nach­haltige Nutzung von Wäldern, Meeren, Feucht­gebieten und anderen Öko­systemen bereit.

2021 erhöhte das BMZ seine Investitionen in den Bio­diversitäts­erhalt erstmals auf 600 Millionen Euro. Die Bundes­regierung ist damit einer der größten Geber für den Erhalt der bio­lo­gischen Vielfalt weltweit. Mit den Geldern finanziert das BMZ eine Viel­zahl an Projekten und Initiativen, die den Schutz der natür­lichen Lebens­grund­lagen sichern.

Deutsches Engagement für den Biodiversitätserhalt

Schwarze Letschwe - eine Antilopenart - im Bangweulu Wetlands National Park, Sambia

Legacy Landscapes Fund Interner Link

Drei Viertel der arten­reichsten Gebiete der Erde befinden sich in Ent­wick­lungs- und Schwellen­ländern. Ihren Schutz können viele Staaten nicht aus eigenen Mitteln finanzieren – diese Finan­zie­rungs­lücke schließt der Legacy Land­scapes Fund.

Rangerinnen im namibischen Khaudum-Nationalpark, der Teil des grenzübergreifenden KAZA-Projekts ist

Kavango Zambezi Trans­frontier Con­ser­va­tion Area (KAZA) Interner Link

Mit rund 520.000 Quadrat­kilo­metern ist dieses Schutz­gebiet größer als Spanien. Seine Haupt­aufgabe ist neben dem Erhalt der Bio­diversi­tät auch die nach­haltige Ent­wicklung des Tou­ris­mus.

Weißspitzen-Hochseehai in Begleitung einiger Pilotfische

Blue Action Fund Interner Link

Ziel des Blue Action Fund ist es, den Meeres- und Küsten­schutz zu stärken und so den drama­tischen Verlust der bio­lo­gischen Viel­falt der Ozeane ein­zu­dämmen. Die lokale Ent­wick­lung soll voran­getrieben, nach­haltige Lebens­­weisen sollen gefördert werden. 

Elefant an einem Wasserloch im Khaudum-Nationalpark in Namibia

Partnerschaft gegen Wildtierkriminalität in Afrika und Asien Interner Link

Um Wilderei und den illegalen Handel mit Wild­tier­produkten wirk­sam zu unter­binden, braucht es eine ko­ordi­nierte Vor­gehens­weise von Politik, Zivil­gesell­schaft und Privat­wirt­schaft über Länder­grenzen und Kontinente hinweg.

Logo der ABS-Initiative

ABS-Initiative Interner Link

Seit 2006 begleitet die Access and Benefit-Sharing Capacity Develop­ment Initiative den Ver­hand­lungs­prozess für einen völker­rechts­ver­bind­lichen Rahmen zur Um­setzung des dritten Zieles der Bio­diversi­täts­konven­tion: die gerechte Ver­teilung der Gewinne aus der Nutzung natürlicher Ressourcen.

Mangroven in Indien

Save Our Mangroves Now Interner Link

Mangroven­wälder erfüllen wichtige Funktionen für Klima, Bio­diversi­tät und Ernäh­rungs­sicher­heit. Um die wert­vollen Pflanzen und ihren Lebens­raum besser zu schützen, hat das BMZ die Initiative Save Our Mangroves Now! gestartet.