An­ge­stell­te im Fi­nanz­mi­nis­te­ri­um in Ac­cra, Gha­na

Good Financial Governance

Re­gie­run­gen be­nö­ti­gen Geld für Schu­len, Stra­ßen, Ge­sund­heits­sys­te­me und an­de­re öf­fent­li­che Ein­rich­tun­gen und Gü­ter. Dar­um müs­sen sie ent­spre­chen­de Ein­nah­men er­zie­len. Deutsch­land un­ter­stützt sei­ne Part­ner­län­der da­bei, die ei­ge­nen Ein­nah­men zu er­hö­hen und öf­fent­li­che Mit­tel ver­ant­wor­tungs­voll und ent­wick­lungs­ori­en­tiert ein­zu­set­zen.

Verwaltungsangestellter in Mosambik

Bei der För­de­rung von Good Fi­nan­cial Gov­er­nance ver­folgt das Bun­des­mi­nis­te­ri­um für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (BMZ) ei­nen wer­te­ba­sier­ten ganz­heit­li­chen An­satz. Er be­ruht auf der Über­zeu­gung der Bun­des­re­gie­rung, dass ein recht­mä­ßi­ges und trans­pa­ren­tes öf­fent­li­ches Fi­nanz­sys­tem un­trenn­bar mit an­de­ren Prin­zi­pi­en gu­ter Re­gie­rungs­füh­rung ver­bun­den ist. Da­zu zäh­len Rechts­staat­lich­keit, die Ach­tung der Men­schen­rech­te, die För­de­rung ei­ner so­zia­len Markt­wirt­schaft und die po­li­ti­sche Teil­ha­be al­ler Be­völ­ke­rungs­grup­pen.

Das Ma­nage­ment öf­fent­li­cher Fi­nan­zen kann dar­um nicht iso­liert und rein tech­nisch be­trach­tet wer­den. Re­form­pro­zes­se im Fi­nanz­we­sen kön­nen nur er­folg­reich sein, wenn sie den po­li­ti­schen, wirt­schaft­li­chen, recht­li­chen, ge­sell­schaft­li­chen und his­to­risch-kul­tu­rel­len Hin­ter­grund des Lan­des be­rück­sich­ti­gen.

Taschenrechner

Hintergrund Transparente öffentliche Finanzen als Grundlage nachhaltiger Entwicklung Interner Link

Ein recht­mä­ßi­ges, trans­pa­ren­tes und ent­wick­lungs­ori­en­tier­tes öf­fent­li­ches Fi­nanz­we­sen bil­det die Grund­la­ge für lang­fris­tig wir­ken­de Ent­wick­lungs­er­fol­ge. Da­zu braucht es leis­tungs­fä­hi­ge und re­chen­schafts­pflich­ti­ge staat­li­che Fi­nanz­ver­wal­tun­gen, funk­tio­nie­ren­de Rech­nungs­hö­fe so­wie po­li­tisch und ge­sell­schaft­lich ver­an­ker­te Kon­troll­me­cha­nis­men.

Arbeitsfelder des deutschen Engagements

Bei der Aus­wahl der Handlungsfel­der ori­en­tiert sich die deut­sche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit am Be­darf und an der Aus­gangs­la­ge im je­wei­li­gen Part­ner­land. Wich­ti­ge Ar­beits­felder sind:

  • Re­form von Steu­er­po­li­tik und Steu­er­ver­wal­tung
    (Mo­bi­li­sie­rung ei­ge­ner Ein­nah­men, Ver­bes­se­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit und Ser­vice­ori­en­tie­rung, Er­hö­hung der Steu­er­ge­rech­tig­keit)
  • Öf­fent­li­cher Haus­halt
    (Be­ra­tung bei Pla­nung, Auf­stel­lung, Voll­zug und Kon­trol­le, Ein­be­zie­hung der Zi­vil­ge­sell­schaft, über­re­gio­na­ler Wis­sens- und Er­fah­rungs­aus­tausch)
  • Fi­nanz­kon­trol­le
    (Stei­ge­rung der Leis­tungs­fä­hig­keit und Un­ab­hän­gig­keit na­tio­na­ler Rech­nungs­hö­fe durch Or­ga­ni­sa­ti­ons­be­ra­tung so­wie Auf­bau von In­fra­struk­tur)
  • Öf­fent­li­ches Ver­ga­be­we­sen
    (Stei­ge­rung der Kos­ten­ef­fi­zi­enz und der Trans­pa­renz, Aus­rich­tung der öf­fent­li­chen Auf­trags­ver­ga­be an öko­lo­gi­schen und so­zia­len Prin­zi­pi­en)
  • Fis­kal­de­zen­tra­li­sie­rung
    (Ver­bes­se­rung des Fi­nanz­ma­nage­ments auf Pro­vinz- und Ge­mein­de­ebe­ne, an­ge­mes­se­ne Auf­tei­lung öf­fent­li­cher Ein­nah­men zwi­schen den staat­li­chen Ebe­nen ent­spre­chend der Kom­pe­tenz­ver­tei­lung)
  • Schul­den­ma­nage­ment
    (Zu­sam­men­ar­beit mit der Welt­bank, dem In­ter­na­tio­na­len Wäh­rungs­fonds und der Welt­han­dels- und Ent­wick­lungs­kon­fe­renz der Ver­ein­ten Na­tio­nen)

Um die Be­ra­tung mög­lichst pra­xis­ori­en­tiert zu ge­stal­ten, greift das BMZ bei Be­darf auf das Fach­wis­sen deut­scher Fi­nanz­ein­rich­tun­gen (Rech­nungs­hö­fe, Steu­er­ver­wal­tun­gen, Fi­nanz­mi­nis­te­ri­en) zu­rück. Auch über den Se­ni­or Ex­per­ten Ser­vice (SES) wer­den Fach­kräf­te zur Ver­fü­gung ge­stellt.

International Tax Compact

Im Zu­ge der zwei­ten Welt­kon­fe­renz zur Ent­wick­lungs­fi­nan­zie­rung 2008 in Do­ha hat das BMZ die Grün­dung des In­ter­na­tional Tax Com­pact (Externer Link) (ITC) an­ge­regt. Der ITC ist ei­ne in­for­mel­le Dia­log- und Ak­ti­ons­platt­form. Die­se steht al­len in­ter­es­sier­ten Ent­wick­lungs- und Schwel­len­län­dern so­wie in­ter­na­tio­na­len und re­gio­na­len Or­ga­ni­sa­tio­nen of­fen, die sich mit den The­men Ent­wick­lungs­po­li­tik und Steu­er­we­sen be­fas­sen.

Der ITC ver­folgt das Ziel, Ent­wick­lungs­län­der bei der Re­form ih­rer Steu­er­sys­te­me und bei der Be­kämp­fung von Steu­er­hin­ter­zie­hung und Steu­er­ver­mei­dung zu un­ter­stüt­zen. Über den ITC wer­den In­for­ma­tio­nen über steu­er­po­li­ti­sche Re­for­men aus­ge­tauscht und er­folg­rei­che Me­tho­den wei­ter­ver­brei­tet.

Zu den Part­nern des ITC zäh­len un­ter an­de­rem die Eu­ro­päi­sche Kom­mis­si­on, ver­schie­de­ne eu­ro­päi­sche Ent­wick­lungs­mi­nis­te­ri­en so­wie der ame­ri­ka­ni­sche und der afri­ka­ni­sche Dach­ver­band der Steu­er­ver­wal­tun­gen. Das BMZ fi­nan­ziert die Ar­beit des ITC-Se­kre­ta­ri­ats, das sei­nen Sitz in Bonn hat und die ge­mein­sa­men Ak­ti­vi­tä­ten der ITC-Teil­neh­mer ko­or­di­niert und vor­an­treibt.

Internationale Zusammenarbeit

Deutsch­land för­dert Good Fi­nan­cial Gov­er­nance auch über eu­ro­päi­sche und mul­ti­la­te­ra­le In­sti­tu­tio­nen. So strebt das BMZ zum Bei­spiel an, deut­sche Ent­wick­lungs­vor­ha­ben en­ger mit Pro­gram­men der EU-Kom­mis­si­on zu ver­zah­nen. Auf die­se Wei­se sol­len Wer­te der deut­schen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit – wie Trans­pa­renz, Re­chen­schafts­pflicht und Bür­ger­be­tei­li­gung – in EU-Pro­gram­men stär­ker be­rück­sich­tigt wer­den.

Bei den The­men öf­fent­li­ches Fi­nanz­ma­nage­ment und Schul­den­ma­nage­ment zäh­len der In­ter­na­tio­na­le Wäh­rungs­fonds (IWF), die Welt­bank und die Or­ga­ni­sa­ti­on für wirt­schaft­li­che Zu­sam­men­ar­beit und Ent­wick­lung (OECD) zu den wich­tigs­ten Part­nern der deut­schen Ent­wick­lungs­po­li­tik. Un­ter an­de­rem un­ter­stützt das BMZ die Ar­beit der IWF-Re­gio­nal­zen­tren in Afri­ka und Mit­tel­ame­ri­ka. Die­se bie­ten zum Bei­spiel Aus- und Fort­bil­dun­gen zu den The­men Fis­kal­po­li­tik, Geld­po­li­tik und Wirt­schafts- und Fi­nanz­sta­tis­tik an.

Deutsch­land ist au­ßer­dem ma­ß­geb­lich an IWF-Treu­hand­fonds zur Un­ter­stüt­zung von Steu­er­po­li­tik und Steu­er­ver­wal­tung in Ent­wick­lungs­län­dern be­tei­ligt. Au­ßer­dem un­ter­stützt die Bun­des­re­gie­rung die Ent­wick­lung und Ver­brei­tung ei­nes In­stru­ments, mit dem sich Stär­ken und Schwä­chen von Steu­er­ver­wal­tun­gen mes­sen las­sen (Tax Ad­min­is­tra­tion Di­ag­nos­tic As­sess­ment Tool, TA­DAT (Externer Link)).

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