Gleichberechtigt lernen Die Geschlechterkluft in der Bildung überwinden

Bildung ist ein Menschenrecht. Jedes Kind hat das Recht auf eine Schulausbildung und jeder Mensch ein Anrecht darauf, seine grundlegenden Lernbedürfnisse zu befriedigen – ein Leben lang. Eine inklusive, chancengerechte und hochwertige Bildung für alle Menschen zählt darum zu den Entwicklungszielen der Agenda 2030 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen).

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Standbild aus dem Video "Gleichberechtigt lernen"

Gleichberechtigt lernen

Trotz weltweiter Fort­schritte ist immer noch 130 Millionen Mäd­chen das Menschen­recht auf Bil­dung ver­wehrt, ins­be­sondere in Sub­sahara-Afrika. Bil­dung er­mög­licht Frauen und Mäd­chen nicht nur ein selbst­be­stimmtes Leben, sondern kommt der ge­samten Ge­sell­schaft zu­gute. Daher fördert die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­ar­beit Bil­dung für Mäd­chen und Frauen.

Doch weltweit geht ein Fünftel aller Kinder und Jugendlichen nicht zur Schule. Die meisten von ihnen leben in den afrikanischen Staaten südlich der Sahara. Die häufigste Ursache ist Armut. Daneben kann auch das Geschlecht, beziehungsweise die sozial definierte traditionelle Geschlechterrolle (Gender (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) verhindern, dass Kinder und Jugendliche eine gute Bildung erwerben. Mädchen müssen oft im Haushalt, bei der Betreuung jüngerer Geschwister oder in der Landwirtschaft mithelfen. Sie werden oft früh verheiratet, bekommen selbst Kinder und kümmern sich dann um die Versorgung ihrer eigenen Familien. Jungen sind häufig gezwungen, früh eine bezahlte Arbeit aufzunehmen, um zum Familieneinkommen beizutragen.

In den vergangenen Jahrzehnten wurden weltweit deutliche Fortschritte beim gleichberechtigten Lernen von Mädchen und Jungen erzielt. Doch vielerorts haben Mädchen nach wie vor geringere Chancen, erfolgreich zu lernen und einen Schulabschluss zu erlangen.
Besonders schwierig ist der Bildungszugang für Kinder, die mehrfach diskriminiert werden, wie Mädchen aus armen Haushalten in ländlichen Gegenden. Auch lesbische, schwule und bisexuelle Personen sowie trans- und intergeschlechtliche Menschen (LSBTI (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) sind im Schulalltag oft mit Diskriminierung und Gewalt konfrontiert.

Hindernisse für Mädchen besonders hoch

Weltweit gehen 130 Millionen Mädchen nicht zur Schule. Die meisten von ihnen leben in Subsahara-Afrika. Dort sind Mädchen in allen Bildungsstufen am stärksten benachteiligt.

Mädchen müssen sich mit vielfältigen Hindernissen auseinanderzusetzen: Dazu zählen die Angst ihrer Familien vor sexuellen Belästigungen und Gewalt, ein zu weiter und gefährlicher Schulweg, das Fehlen getrennter sanitärer Anlagen für Mädchen in den Schulen, frühe Schwangerschaft und Heirat. Zudem mangelt es oft an weiblichen Vorbildern wie Lehrerinnen und Frauen in Entscheidungspositionen.

Die Bildungsförderung der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit zielt darauf ab, genderspezifische Barrieren abzubauen. Konkret heißt dies, dass insbesondere Mädchen und junge Frauen die gleichen Chancen auf eine hochwertige Schul- und Berufsausbildung haben sollen, um später ein selbst­bestimmtes Leben führen zu können.
 

Zusammenarbeit konkret

Frauen aus dem Senegal bei der Herstellung von Kohlebriketts aus nachwachsenden Rohstoffen
Raneem Eyad Al-Hajali mit ihren Mitschülerinnen in Jordanien im Unterricht
Schulkinder im Kosovo
Umweltingenieurin Bolor-Erdene Orchibold aus der Mongolei mit einem Kollegen bei der Arbeit
Informatikerin Clothilde Uwineza aus Ruanda im Gespräch mit einem Kollegen am Arbeitsplatz

Zusammenarbeit mit Partnerländern

Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) verfolgt in der bilateralen Zusammenarbeit mit den Partnerländern verschiedene Ansätze, um einen gleichberechtigten Zugang zu Bildung zu ermöglichen:

  • Beratung der Bildungsbehörden der Partnerländer (Capacity Development (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen))
  • Erarbeitung von gendersensiblen Bildungsplänen, Lehr- und Lernmitteln, die diskriminierende Rollen- und Denkmuster aufbrechen, Menschen in ihrer Vielfalt von Geschlechtsidentitäten angemessen darstellen und geschlechterspezifische Benachteiligungen abbauen helfen
  • Fortbildung von Lehrkräften
  • Zusammenarbeit mit Familien, Gemeinden und dem Schulumfeld
  • Stipendien für Mädchen und junge Frauen
  • Verbesserung der Schulinfrastruktur, zum Beispiel sichere Schulwege, verbesserte Sanitäranlagen, Schulspeisung
  • Sektorübergreifende Ansätze, beispielsweise Beratung zu Sexualaufklärung und Familienplanung

Multilaterale Zusammenarbeit

Auch in der Zusammenarbeit mit anderen Staaten und internationalen Organisationen wirkt Deutschland darauf hin, die Geschlechterkluft ("Gendergap") in der Bildung zu überwinden. Zu den wichtigen Partnern zählen unter anderem die Globale Bildungspartnerschaft (Global Partnership for Education (Externer Link), GPE) und der Fonds Education Cannot Wait (Externer Link) (ECW).

Das BMZ fördert auch G7 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)- und G20 (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)-Initiativen. So unterstützt die G7-Initiative "Gender at the Center" Partnerländer in Subsahara-Afrika dabei, Bildungspläne gendersensibel zu gestalten. Die G20-Initiative #eSkills4Girls (Externer Link) schult Frauen im Umgang mit digitalen Technologien, um ihre Bildungs- und Beschäftigungsperspektiven zu verbessern.