Schülerinnen und Schüler auf einer Leichtathletik-Laufbahn

Sport für Entwicklung

Sport bewegt und verbindet Menschen auf der ganzen Welt – über alle sozialen, wirtschaftlichen und regionalen Grenzen hinweg. Sport wird überall verstanden. Wie kaum ein anderes Thema reicht er mit seinen professionellen und ehrenamtlichen Strukturen in alle gesellschaftlichen Bereiche hinein, ermöglicht Teilhabe und schafft ein Zusammengehörigkeitsgefühl.

Fußball mit SDG-Symbolen und BMZ-Logo

Deshalb nutzt das Bundesentwicklungsministerium (BMZ) den Sport mit seiner begeisternden Kraft, um für Kinder und Jugendliche Zukunftsperspektiven zu schaffen.

Denn fehlende Bildungschancen, gewaltsame Konflikte und mangelnde Gesundheitsversorgung treffen vor allem die Jüngsten in den Partnerländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.


Nelson Mandela (1918–2013)
Sport hat die Kraft, die Welt zu verändern. Er hat die Kraft zu inspirieren. Er hat die Kraft, Menschen auf eine Art und Weise zu vereinen, wie es nur Weniges vermag. Der Sport spricht Kinder und Jugendliche in einer Sprache an, die sie verstehen. Er kann Hoffnung wecken, wo zuvor nichts als Verzweiflung war.
Nelson Mandela (1918–2013)

Deutsches Engagement Die Kraft des Sports für Entwicklung nutzen

Einige der globalen Entwicklungsziele als Sitzkissen bei einer Konferenz

Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nutzt seit vielen Jahren das politische, wirtschaftliche und soziale Potenzial des Sports, um Menschen für die Ziele der Agenda 2030 für nachhaltige Entwicklung zu sensibilisieren und um sie sozial und wirtschaftlich zu integrieren.

Arbeitsschwerpunkte sind die Teilhabe von Mädchen und jungen Frauen, Gesundheit, Bildung und Berufsbildung sowie sozialer Zusammenhalt und Gewaltprävention. Ein Fokus liegt außerdem auf Sportprojekten in Regionen, die viele Geflüchtete aufgenommen haben, zum Beispiel in Jordanien, Kenia, Kolumbien, Nordirak und Uganda.

Zielgruppe des deutschen Engagements sind vor allem Kinder und Jugendliche. Sie sollen über den Sport vielfältige Lebenskompetenzen und neue Zukunftsperspektiven entwickeln. Besonders berücksichtigt werden dabei Mädchen und junge Frauen, die gesellschaftlich oft in mehrfacher Hinsicht benachteiligt sind und über den Sport gestärkt werden können. Ein weiteres Ziel ist die Inklusion von Menschen mit Behinderung: Sport bietet Möglichkeiten, Menschen mit und ohne Behinderung zusammenzubringen, Vorurteile abzubauen, Teilhabe zu ermöglichen und Selbstbewusstsein und Zusammengehörigkeit zu stärken.

Was wir machen
Standbild aus dem Video "Sport für Entwicklung – zusammen mehr bewirken"

Sport für Entwicklung – zusammen mehr bewirken

Das BMZ setzt in seinen Partnerländern Sport für Entwicklung ein: Seit 2013 profitieren mehr als 1,3 Kinder und Jugendliche in 40 Ländern von den sportpädagogischen Projekten. Über den Sport setzen sie sich mit Themen wie Gleichberechtigung, Konfliktlösung und Umweltschutz auseinander (Stand April 2022).

Erklärvideo
Standbild aus dem Video "The Power of Physical Education and Sport"

The Power of Physical Education and Sport

Sport hat einen positiven Einfluss auf die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. Sport fördert Selbstvertrauen, Teamgeist und Kreativität und vermittelt Toleranz, Respekt, Solidarität, Inklusion und Fairness. Das BMZ nutzt die Kraft des Sports deshalb in der Entwicklungszusammenarbeit. (Video in englischer Sprache)

Theresias Geschichte
Standbild aus dem Video "More than just a game – Learning to live life"

More than just a game – Learning to live life

Sport hat einen großen Einfluss auf das Leben vieler Kinder und Jugendlicher an der Basketball Artist School (BAS) in Windhoek-Katutura in Namibia. Theresia ist eine von ihnen: „Wenn ich Basketball spiele, fühle ich mich wohl, ich fühle mich frei. Basketball versteht mich.“ (Video in englischer Sprache)

Petrinas Motivation
Standbild aus dem Video "More than just a game – Passing the ball"

More than just a game – Passing the ball

Petrina ist Trainerin und Betreuerin an der Basketball Artist School (BAS) in Windhoek-Katutura in Namibia. „Basketball ist als Männersport bekannt. Wenn man als Frau Basketball spielt, ist das eine Art, ohne Worte zu sprechen. Denn man zeigt sein Talent auf dem Spielfeld“, sagt sie. (Video in englischer Sprache)

Ramahs Vision
Standbild aus dem Video "More than just a game – Safeguarding the future"

More than just a game – Safeguarding the future

Sport hat einen positiven Einfluss auf das Leben von Kindern und Jugendlichen, davon ist Ramah, Leiter der Basketball Artist School (BAS) in Windhoek-Katutura in Namibia, überzeugt: „Die Basketball Artists School hat eine sehr starke Kraft. Wir nennen sie einen sicheren Hafen, nicht nur für die Kinder, sondern für alle. Ein Ort, an den sie kommen können, um sie selbst zu sein, sich wohl zu fühlen und sicher zu sein.“ (Video in englischer Sprache)

Enge Zusammenarbeit mit Partnern vor Ort

Logo: Sport für Entwicklung

Toolkit Sport for Development (S4D) Externer Link

Hier finden Sie Informationen, Leitfäden, Handbücher, Seminare, Werkzeuge und Ratschläge für die Durchführung von S4D-Projekten, Workshops und Schulungen in englischer Sprache.

Ein wichtiges Anliegen des BMZ ist, die Programme im Bereich Sport für Entwicklung so im Partnerland und den dortigen Strukturen zu verankern, dass staatliche und zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Akteure die Ansätze nutzen und nach Ende der Vorhaben selbstständig weiterführen und finanzieren können.

Das deutsche Engagement umfasst daher unter anderem die Beratung von Verantwortlichen in der Jugend-, Sport- und Bildungspolitik, die Weiterentwicklung von Sportlehrplänen und Trainingslizenzen, die Gestaltung von Fortbildungen sowie die Entwicklung von Trainingshandbüchern. Die Trainerinnen und Trainer spielen eine besondere Rolle in der Zusammenarbeit, da sie den Kindern und Jugendlichen als Vorbilder und Vertrauenspersonen dienen. Die Handbücher bieten ihnen zahlreiche Beispiele für Trainingseinheiten in unterschiedlichen Sportarten – aufbereitet für verschiedene Altersgruppen mit sport- und sozialpädagogischen Schwerpunkten und angepasst an die Gegebenheiten vor Ort.

Deutschland setzt sich außerdem für die Nachhaltigkeit großer Sportveranstaltungen wie Fußballturniere oder Olympische und Paralympische Spiele ein und nutzt diese als Plattform für entwicklungspolitische Ziele wie Klimaschutz, Energieeffizienz, faire Beschaffung und nachhaltiges Merchandising. Dazu arbeitet das BMZ mit den großen Sportverbänden und vielen Vereinen der Fußballbundesliga zusammen. Mit dem Projekt Vom Feld in den Fanshop nutzt das BMZ die gesellschaftliche Popularität des Fußballs, um die öffentliche Wahrnehmung von wichtigen Nachhaltigkeitsthemen zu steigern. Dazu gehören zum Beispiel die nachhaltige Produktion von Fanartikeln, Klima- und Umweltschutz sowie Geschlechtergerechtigkeit.

Was wir bisher erreicht haben

Für den Zeitraum von 2013 bis 2022 stellte das BMZ rund 80 Millionen Euro für Vorhaben im Bereich Sport für Entwicklung zur Verfügung.

Bislang haben rund 1,4 Millionen Kinder und Jugendliche von mehr als 50 Projekten in 40 Partnerländern profitiert. Allein in Afrika wurden mehr als 180 Sportplätze renoviert, instand gesetzt oder neu gebaut. Weitere befinden sich im Bau. Weltweit wurden im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit bereits mehr als 10.000 Trainerinnen und Trainer in der Methode „Sport für Entwicklung“ aus- und weitergebildet (Stand: Dezember 2022).

Zusammenarbeit konkret

Leichtathletik-Laufbahn

Uganda Benachteiligte Kinder und Jugendliche durch Leichtathletik unterstützen Interner Link

In Uganda liegt der Schwerpunkt im Bereich Sport für Entwicklung auf Leichtathletik. Während des Sports vermitteln die Trainerinnen und Trainer den Kindern und Jugendlichen auch Lebenskompetenzen und Gesundheitsinformationen und stärken ihre Fähigkeit zum sozialen Zusammenhalt

Syrische Mädchen spielen Fußball in einem Flüchtlingslager in Jordanien.

Jordanien und Irak Den sozialen Zusammenhalt fördern Interner Link

Im Irak und in Jordanien bieten lokale Organisationen mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit sportliche Aktivitäten für Flüchtlinge, Vertriebene und Einheimische an. Dadurch wird der soziale Zusammenhalt verbessert.

Fußballplatz in Lateinamerika

Kolumbien Friedensentwicklung und Gewaltprävention durch Sport Interner Link

Die kolumbianische Regierung nutzt Sport für Entwicklung intensiv als Instrument der Friedens- und Versöhnungsarbeit. Darauf aufbauend hat das BMZ gemeinsam mit der kolumbianischen Regierung und Nichtregierungsorganisationen Sportangebote entwickelt, die zur Stärkung der Demokratie und der Zivilgesellschaft beitragen.

Durch Sport bauen Kinder und Jugendliche in den Baumwoll-Anbauregionen in Indien soziale Beziehungen auf und werden für den Schutz der Umwelt sensibilisiert.

Nachhaltigkeit im Profisport Vom Feld in den Fanshop Interner Link

Von der Stadienbewirtschaftung bis zur Beschaffung von Sporttextilien – das Engagement des deutschen Profisports für mehr Nachhaltigkeit hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Das BMZ nutzt vor allem die gesellschaftliche Popularität des Fußballs, um wichtige Nachhaltigkeitsthemen noch stärker ins öffentliche Bewusstsein zu rücken.

Bolzplatz in Afrika

Senegal Beschäftigungsperspektiven fördern Interner Link

In Senegal herrscht eine hohe Jugendarbeitslosigkeit. Gleichzeitig fehlen vielen jungen Menschen grundlegende Fähigkeiten, die auf dem Arbeitsmarkt gefordert sind. Der Ansatz „Sport für Entwicklung“ trägt dazu bei, den jungen Menschen persönliche, soziale, methodische und professionelle Schlüsselkompetenzen zu vermitteln und so ihre Zukunftschancen zu verbessern.

Kooperation mit Organisationen und Verbänden

Das BMZ arbeitet mit einer großen Anzahl von nationalen und internationalen Regierungs- und Nichtregierungsorganisationen (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) (NROs) sowie mit Einrichtungen der Privatwirtschaft zusammen, die Sport zur persönlichen und beruflichen Förderung von Jugendlichen einsetzen.

Zu den Partnern zählen:

Darüber hinaus beteiligt sich das BMZ aktiv am internationalen politischen Diskurs zu Sport für Entwicklung. Unter anderem ist Deutschland in diversen Arbeitsgruppen und Gremien vertreten, zum Beispiel im Sportkomitee der UNESCO (CIGEPS), der Open Ended Working Group des Commonwealth-Sekretariats und in der Coalition for Sustainable Development through Sport (Externer Link).

Um dem Thema in der deutschen Öffentlichkeit ein Gesicht zu geben, hat das BMZ gemeinsam mit seinen Partnern DOSB und DFB die Fecht-Olympiasiegerin und -Weltmeisterin Britta Heidemann sowie die ehemaligen Mitglieder der Fußballnationalmannschaften Nia Künzer und Gerald Asamoah zu Botschafterinnen und Botschaftern für „Sport für Entwicklung“ ernannt.

Stand: 18.01.2023