Fund for responding to Loss and Damage (FRLD)
Der Auftrag des FRLD ist es, besonders vulnerable Entwicklungsländer beim Umgang mit klimawandelbedingten Verlusten und Schäden zu unterstützen. Dazu gehören ökonomische Folgen wie zerstörte Infrastruktur oder Ernteausfälle ebenso wie nicht-ökonomischen Verluste – etwa von Heimat, Gesundheit oder Kultur. Berücksichtigt werden sowohl Extremwetterereignisse als auch schleichende Veränderungen infolge des Klimawandels.
Aufbau und Startphase
Bemerkenswert ist das Tempo des Aufbaus: Zwischen dem Gründungsbeschluss der COP27 im November 2022 und der ersten Ausschreibung für Finanzierungsanträge auf der COP30 im November 2025 lagen drei Jahre. Damit ist der FRLD der bislang am schnellsten aufgebaute multilaterale Klimafonds.
Der FRLD wird für eine Erprobungszeit von vier Jahren als Finanzintermediärfonds treuhänderisch von der Weltbank verwaltet und verfügt seit 2024 über ein unabhängiges Sekretariat. Das Board hat seinen Sitz auf den Philippinen und ihm gehören 26 Mitglieder an, die sich auf 12 Sitze aus Industrie- und 14 Sitze aus Entwicklungsländern aufteilen. Auch Deutschland hält einen Sitz, der durch das BMZ wahrgenommen wird.
Für den Start hat das Board die „Barbados Implementation Modalities“ (BIM) beschlossen. In dieser Pilotphase werden erste Maßnahmen finanziert und Erfahrungen für die langfristige Arbeitsweise gesammelt. Im Rahmen dessen sind mindestens 50 Prozent der Mittel für die sogenannten am wenigsten entwickelten Länder (LDCs) und kleine Inselentwicklungsstaaten (SIDS) reserviert. Die ersten Förderentscheidungen werden im Dezember 2026 fallen.
Der Fonds ist Teil einer breiteren Unterstützungslandschaft im Bereich Verluste und Schäden: Innerhalb des Übereinkommens von Paris und der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC) operieren auch das Exekutivkomitee des Internationalen Warschauer Mechanismus (WIM ExCom) (Externer Link) als politisch-fachlicher Rahmen und das Santiago-Netzwerk (SN) (Externer Link) für technische Unterstützung zum Umgang mit Verlusten und Schäden. In der weiteren Ausgestaltung soll die Zusammenarbeit innerhalb der Unterstützungslandschaft unter dem Pariser Klimaabkommen und UNFCCC gestärkt werden, um bestmögliche Unterstützung für vulnerable Länder bereitzustellen. Dazu zählt unter anderem der vom BMZ mitinitiierten Globale Schutzschirm gegen Klimarisiken, der darauf abzielt, besonders vulnerable Länder und Menschen durch vorausschauend aufgebaute Finanzierungsinstrumente (pre-arranged finance) gegen Klimarisiken abzusichern.
Ein Fonds mit neuem Ansatz
Die langfristige Arbeitsweise des FRLD befindet sich noch in der Ausgestaltung. Er soll einen neuen, ländergeführten und länderverantwortlichen Ansatz verfolgen: Partnerländer ermitteln ihre Risiken und Bedarfe, ggf. mit Unterstützung des Santiago-Netzwerks, und werden vom FRLD dabei unterstützt, nationale Resilienz- und Reaktionssysteme aufzubauen. Zugang erhalten Länder über direkte Budgethilfe oder in Kooperation mit Organisationen, die bereits beim Anpassungsfonds, bei der Globalen Umweltfazilität (GEF) oder beim Grünen Klimafonds (GCF) akkreditiert sind. In seiner laufenden Pilotphase vergibt der Fonds seine Mittel vorrangig als Zuschüsse, soll künftig aber ein breiteres Spektrum an Finanzierungsinstrumenten nutzen.
Deutscher Beitrag
Die richtungsweisenden Beschlüsse der COP27 zur Gründung des Fonds gehen maßgeblich auf deutsche Bemühungen zurück. Im Board agiert Deutschland als Brückenbauer zwischen Industrie- und Entwicklungsländern. Auf der COP28 kündigte Deutschland gemeinsam mit den Vereinigten Arabischen Emiraten eine Zusage von jeweils 100 Millionen US-Dollar an und mobilisierte somit erstmals die Mittel eines Golfstaats, was ein Novum für die multilateralen Klimafonds darstellt. Das unterstreicht, dass dieser neue Fonds sich auf eine breite und diverse Beitragsbasis verlassen können soll. Der deutsche Beitrag stammt aus dem BMZ-Haushalt und ist bereits vollständig ausgezahlt. Insgesamt haben 27 Geber dem Fonds 822 Millionen US-Dollar zugesagt.