Son­der­initia­ti­ve "EI­NEWELT oh­ne Hun­ger" Grü­nes In­no­va­ti­ons­zen­trum Vietnam

Bäuerin auf einem Reisfeld Vietnam
Bäuerin auf einem Reisfeld in Vietnam

Mit rund 45 Millionen Tonnen Ertrag pro Jahr spielt Vietnam in der weltweiten Reisproduktion eine zentrale Rolle. Vor allem das Mekongdelta ist für den Reisanbau und damit für die globale Ernährungssicherung wichtig. Obwohl der Landwirtschaftssektor stetig wächst, ist ein bedeutender Teil der Bäuerinnen und Bauern von den Auswirkungen des Klimawandels und von fluktuierenden Weltmarktpreisen betroffen. Auch der wenig nachhaltige Umgang mit Ressourcen und die Treibhausgasemissionen aus dem Nassreisanbau stellen große Herausforderungen dar. 

Dennoch bietet die Landwirtschaft im Mekongdelta große Chancen für Vietnam. Bereits heute wird dort etwa die Hälfte des nationalen Ernteertrags auf einer Anbaufläche von 4,1 Millionen Hektar gewonnen. Um das Potenzial der Region nutzen zu können, brauchen vor allem Kleinbäuerinnen und Kleinbauern Unterstützung beim Aufbau einer klimagerechten, umweltfreundlichen und nachhaltigen Produktion. Der Schlüssel dazu liegt in der Stärkung agronomischer und betriebswirtschaftlicher Kompetenzen in Betrieben und Kooperativen.

Das Grüne Innovationszentrum Vietnam arbeitet in sechs Provinzen des Deltas daran, das Einkommen, die Beschäftigung und die Qualität der Produkte zu erhöhen und gleichzeitig negative Umweltauswirkungen der Landwirtschaft zu reduzieren. Davon profitieren sowohl Konsumentinnen und Konsumenten als auch die Produzierenden. Durch die Zusammenarbeit mit wichtigen Partnerorganisationen, die Förderung von Kooperativen und die Anwendung bewährter Ansätze zur Weiterbildung und Beratung der Bäuerinnen und Bauern, kann das Grüne Innovationszentrum diese Ziele erreichen.

Was ist in­no­va­tiv?

Klimaschutz durch nachhaltigen Konsum: Produktlabel können Verbraucherinnen und Verbrauchern dabei helfen, einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. So garantiert der vom Grünen Innovationszentrum geförderte Produktionsstandard der Sustainable Rice Platform (SRP) durch sein gleichnamiges Label vor allem die Reduktion von Treibhausgasen um über 60 Prozent als auch die Einhaltung von Sozialstandards.

Rentable Geschäftsmodelle: Kooperativen können durch genossenschaftliche Geschäftsmodelle mehr verdienen und ihren Mitgliedern effektivere Möglichkeiten bieten, mehr Einkommen zu erzielen. Investitionen in die Mechanisierung, etwa durch kleine Mähdrescher, und die Vermittlung hochwertiger Betriebsmittel sind besonders lukrativ, erhöhen die Produktqualität und somit die Wettbewerbsfähigkeit der Bäuerinnen und Bauern.

Schulungen im Mekongdelta: Der Ansatz der Farmer Business Schools (FBS) hat sich auch in Vietnam bewährt. Die Lehrinhalte der FBS werden speziell an die Bedürfnisse der Reisbäuerinnen und -bauern angepasst, um ihnen die Teilhabe an zertifizierter Produktion nach dem SRP-Standard zu ermöglichen. Dieser Standard bürgt für die Anwendung umweltfreundlicher und gewinnbringender Techniken und legt zugleich ein Augenmerk auf die Sicherheit und Gesundheit der Akteure.

Un­se­re Zie­le

  • Produktivitäts- und Einkommenssteigerung in 20.000 kleinbäuerlichen Haushalten der Reis- und Mango-Wertschöpfungskette
  • 12.000 kleinbäuerliche Haushalte wenden Lösungskonzepte an, um den negativen Auswirkungen des Klimawandels zu begegnen
  • Mehr Beschäftigungsmöglichkeiten, vor allem für Jugendliche und Frauen 

We­ge zum Er­folg: Effiziente Ressourcennutzung für eine saubere Umwelt

Bevor der frisch geerntete Rohreis weiterverarbeitet werden kann, muss er getrocknet werden. Um die Hitze für die Trocknung zu erzeugen, werden die Spelzen der Reiskörner in einfachen Heizöfen verbrannt. Diese Praxis führt jedoch zu hohen Gas- und Partikelemissionen, die nicht nur die Luft verschmutzen, sondern auch den Duft und Geschmack von Duftreis beeinträchtigen.

Das Grüne Innovationszentrum in Vietnam und seine Partner haben effizientere und umweltfreundlichere Wege zur Trocknung von Rohreis eingeführt und verbreitet: Der Einsatz moderner Spelzenbrenner bietet eine Lösung für das Problem. Durch eine effizientere Verbrennung der Spelzen gelangen weniger luftverschmutzende Partikel in die Luft und die Qualitätseinbußen des getrockneten Rohreises sind weitaus geringer. Zusätzlich kann aus der Asche der Reisspelzen wertvolles biogenes Silizium gewonnen werden – ein begehrter Rohstoff und eine zusätzliche Einnahmequelle für Reismüllerinnen und -müller. So lassen sich Umweltschutz und einkommenssteigernde Maßnahmen problemlos und gewinnbringend vereinen.


Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Flagge von Vietnam

Stand: 20.06.2022