Grünes Innovationszentrum Nigeria: Workshop, bei dem Trainerinnen und Trainer unter anderem lernen, wie groß der Abstand zwischen Maispflanzen sein sollte, damit sie optimal gedeihen können.

Sonderinitiative “EINEWELT ohne Hunger” Grünes Innovationszentrum Nigeria

Die Bäuerinnen und Bauern in Nigeria produzieren hauptsächlich Reis, Mais, Kartoffeln und Maniok. Doch ihre Betriebe sind klein und die Erträge der Felder gering. Deshalb muss das Land Nahrung importieren. Allein für Reis gibt der Staat pro Jahr etwa vier Milliarden US-Dollar aus. Dabei könnte in Nigeria gutes Geld mit Landwirtschaft verdient werden, wenn moderne Techniken angewandt würden. Dazu gehören unter anderem der Einsatz von hochwertigem Saatgut, eine angepasste Düngung sowie eine gute Bodenbearbeitung und eine sachgerechte Lagerung der Erzeugnisse.

In Nigeria steigt auch die Nachfrage nach verarbeiteten Nahrungsmitteln – besonders in den Städten. Hier bieten sich ebenfalls Chancen für steigende Einkommen in der Landwirtschaft und neue Arbeitsplätze in der Agrarindustrie. Damit sie diese Chancen besser nutzen können, unterstützt das Grüne Innovationszentrum in Nigeria Bäuerinnen und Bauern sowie weiterverarbeitende Betriebe in acht von 36 Bundesstaaten.

Was ist innovativ?

Fortbildungen im Dorf: Wer unternehmerisch denkt, ist erfolgreicher. Über 130.000 Kleinbäuerinnen und -bauern haben in der Farmer Business School Kenntnisse in betriebswirtschaftlichen Grundlagen erhalten. Unter anderem haben sie gelernt, Investitionen zu planen sowie über Ausgaben und Einnahmen Buch zu führen.

Schulterschluss mit der Forschung: Landwirtschaftliche Institute forschen zum Einsatz von Saatgut, Anbautechniken, Dünge- oder Pflanzenschutzmitteln. Die Erkenntnisse werden vom Grünen Innovationszentrum gesammelt und mit den Partnern aufbereitet. Auf diese Weise werden den Bäuerinnen und Bauern Techniken vermittelt, die sowohl gewinnbringend als auch umweltfreundlich sind.

Medien-Mix für moderne Landwirtschaft: Um möglichst viele Bäuerinnen und Bauern zu erreichen, nutzt das Grüne Innovationszentrum Apps, 3D-Animationen sowie partizipative Radioprogramme um Informationen zu vermitteln.

Unsere Ziele

  • Steigerung von Produktivität und Einkommen bei insgesamt 170.000 kleinbäuerlichen Betrieben um 22 Prozent (Reis und Mais) sowie 30 Prozent Produktivität und 18 Prozent Einkommen (Kartoffel und Maniok)
  • 1.000 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 250.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Nigeria ist fast dreimal so groß wie Deutschland und hat mehr als doppelt so viele Einwohner. Die meisten von ihnen leben auf dem Land. Um sie zu erreichen, nutzt das Grüne Innovationszentrum Informations- und Kommunikationstechnologien: Radiogeräte sind für fast alle Kleinbäuerinnen und -bauern erschwinglich und leicht zugänglich. Durch die Ausgestaltung interaktiver und partizipativer Radioprogramme ermöglicht das Grüne Innovationszentrum die Verbreitung von Trainingsinhalten, sogar über die Zielgruppe und Projektregionen hinaus.

So werden rund 400.000 Bäuerinnen und Bauern erreicht. Mit seinen technischen und unternehmerischen Präsenz-Schulungen hat das Projekt darüber hinaus bereits weit über 200.000 Menschen erreicht.


Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia.
Flagge von Nigeria

Stand: 20.06.2022