Baobab – die Frucht des Affenbrotbaums – eignet sich unter anderem zur Zubereitung von Säften und Saucen. Als Öl findet es sich immer öfter in Kosmetikprodukten wieder. In Mosambik organisieren meistens Frauen die Ernte.

Sonderinitiative “EINEWELT ohne Hunger” Grünes Innovationszentrum Mosambik

Mosambik zählt zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Erde. Auch das Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre konnte die Situation der verarmten Bevölkerung nicht wesentlich verbessern. Dabei ist das Entwicklungspotenzial besonders in der Landwirtschaft enorm: Nur etwa 15 Prozent der für den Ackerbau geeigneten Flächen werden landwirtschaftlich genutzt und die Hektarerträge sind meist gering. Dennoch leben rund 70 Prozent der Menschen von der Landwirtschaft, die meisten von ihnen betreiben Subsistenzwirtschaft, produzieren also nur für den Eigenbedarf.

Durch innovative Techniken und eine effizientere Vernetzung der Akteure sollen die Wertschöpfungsketten Straucherbse und Baobab gefördert und damit deren Erträge verbessert werden. Um dieses Ziel zu erreichen, wird derzeit in Mosambik ein Grünes Innovationszentrum aufgebaut.

Was ist innovativ?

Exportschlager Baobab: In Kooperation mit der Firma Baobab Products Mozambique (BPM) baut das Grüne Innovationszentrum ein Netz von Zulieferern aus. 5.000 Baobab-Sammlerinnen haben so erstmals einen gesicherten Absatz. Und BPM erobert mit Baobabpulver und anderen Produkten den internationalen Markt.

Stabilität statt Monokultur: Wer nicht nur ein einziges Produkt anbaut, ist von einer schlechten Ernte weniger betroffen. Das Grüne Innovationszentrum macht sich deshalb für Diversifizierung im Anbau stark. Mehr noch: Neue Formen der Vermarktung und innovative Geschäftsmodelle sorgen dafür, dass kleinbäuerliche Betriebe breiter aufgestellt sind – gerade in wirtschaftlich schlechten Zeiten ist dies besonders wertvoll.

Unsere Ziele

Durch Innovationen im Agrarsektor werden in den ausgewählten Projektregionen die Einkommen kleinbäuerlicher Unternehmen erhöht und Arbeitsplätze geschaffen. Außerdem wird die Ernährungssicherheit verbessert.

Wir wollen:

  • Steigerung von Produktivität und Einkommen bei insgesamt 30.000 kleinbäuerlichen Betrieben um 30 Prozent (Straucherbse) und 30 Prozent Einkommen (Baobab)
  • 100 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 50.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Straucherbse und Reis haben in Mosambik Tradition und Baobab zudem ein erhebliches Potenzial, internationale Märkte zu erschließen. Gleichzeitig kann die lokale Vermarktung zur Ernährungssicherung beitragen. Das Grüne Innovationszentrum vernetzt in beiden Wertschöpfungsketten Zulieferer, Landwirtinnen und -wirte, weiterverarbeitende Betriebe und Forschungseinrichtungen. So entstehen stabile Wirtschaftszweige.

Das Innovationszentrum fördert außerdem die Einrichtung von Demonstrationsfeldern. Sogenannte „Lead Farmer“ bekommen praktische und betriebswirtschaftliche Schulungen zu Innovationen, die sie dann innerhalb ihrer Organisationen weitervermitteln. Ein „Training of trainer“-Ansatz, bei dem Ausbildende und Multiplikatoren weitergebildet werden, stellt sicher, dass die Innovationen mehr Menschen erreichen. Über inklusive Geschäftsmodelle mit bestehenden Unternehmen werden Kleinbäuerinnen und -bauern und ihre Organisationen nachhaltig in Lieferketten eingebunden.


Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia.
Flagge von Mosambik

Stand: 20.06.2022