Frauen in Mali waschen Mangos und bereiten sie für die Weiterverarbeitung vor.

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ Grünes Innovationszentrum Mali

Drei Viertel der malischen Bevölkerung arbeiten in der Landwirtschaft, mehr als 50 Prozent sind Analphabeten. Die meisten Bäuerinnen und Bauern bearbeiten ihre Äcker per Hand und viele haben keine Möglichkeit, ihre Pflanzungen effektiv zu bewässern. Auch fehlt vielen Landwirtinnen und -wirten das Wissen, wie sie mehr aus ihren Böden herausholen können.

Das hat zur Folge, dass sie nur einen Bruchteil dessen an Kartoffeln, Gemüse, Reis oder Mangos ernten, was möglich wäre. Durch mangelhafte Lagerung verdirbt darüber hinaus ein Teil der Ernte. Mit Beratung, modernen Maschinen und grundlegenden Schulungen geht das Grüne Innovationszentrum in Mali diese Herausforderungen an.

Was ist innovativ?

Frische aus dem Kühlraum: Ein Stirlingmotor, der sowohl mit Diesel als auch mit Solarenergie betrieben werden kann, liefert die Energie für ein Kühlaggregat. Es kühlt die Lagerräume so weit herunter, dass Mangos und Kartoffeln dort lange frisch bleiben. Auf diese Weise können die Bäuerinnen und Bauern ihre Erzeugnisse noch einige Wochen nach der Erntesaison verkaufen und höhere Preise erzielen.

Betriebswirtschaftslehre für Anfänger: Bestimmte Grundlagen der Betriebsführung sind vielen Bäuerinnen und Bauern in Mali fremd. Als Folge können sie in eine Schuldenspirale geraten. Über das Grüne Innovationszentrum werden Expertinnen und Experten ausgebildet. Diese vermitteln den Kleinbäuerinnen und -bauern, wie sie ihr Geschäft erfolgreicher führen können.

Grund- und Fachwissen erwerben: In Partnerschaft mit dem Deutschen Volkshochschulverband organisiert das Grüne Innovationszentrum sogenannte funktionale Alphabetisierungskurse für mehr als 600 Bäuerinnen und Bauern. Dabei lernen diese – neben dem Lesen und Schreiben – gleichzeitig auch viel über Anbau, Pflege, Ernte und Lagerung von Reis, Mangos und Kartoffeln.

Zertifizierter Mangoanbau: Bauerngruppen lernen im Grünen Innovationszentrum, wie sie Mangos nach einem internationalen Standard, auch in Bioqualität, anbauen können. Das erhöht die Einkommen spürbar.

Unsere Ziele

  • Steigerung von Produktivität und Einkommen bei insgesamt 90.000 kleinbäuerlichen Betrieben um 25 Prozent (Kartoffel), 30 Prozent (Mango) und 35 Prozent (Reis)
  • 3.200 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 150.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Abdoulaye Berthe ist zufrieden mit seiner Ernte. Früher hat er mit seinen Mangos nur wenig verdient, heute exportiert er sie gewinnbringend nach Europa. Damit ist der Familienvater noch eine Ausnahme: Rund 10 Millionen Mangobäume gibt es in Mali – doch nur ein Bruchteil der Früchte gelangt in den Export. Abdoulaye Berthe hat bei einer Weiterbildung des Grünen Innovationszentrums gelernt, wie er durch zertifizierte Anbaumethoden höhere Erträge erzielen kann.

Mit einem Hektar Mangoplantage kann Berthe heute bis zu 600 Euro verdienen. Er verrät wie: „Es kommt auf die Pflege der Bäume an. Bevor ich neue Pflanzen setze, pflüge ich den Boden. Auch die größeren Bäume brauchen regelmäßig Wasser, Pflanzenschutz, und ich muss sie richtig beschneiden.“ Der engagierte Mangobauer verdient inzwischen in einer guten Saison 3.800 Euro. In Zukunft könnte er sogar mehr als das Doppelte erreichen.

Neben Abdoulaye Berthe sollen künftig weitere 530 Mangobauern Fortbildungen erhalten.


Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Farm in Ishiara, Kenia.
Flagge von Mali

Stand: 20.06.2022