Forscher im Labor des Africa Rice Center in Benin

Sonderinitiative “EINEWELT ohne Hunger” Grünes Innovationszentrum Benin

Die Mehrheit der Landbevölkerung in Benin lebt in großer Armut. Die Bäuerinnen und Bauern pflanzen zwar Grundnahrungsmittel wie Mais und Maniok an, doch der Verdienst der Bauern ist nur gering. Hinzu kommt, dass die Ernteerträge stetig zurückgehen, weil die Ackerböden auslaugen.

Ein weiteres Problem ist, dass die Aufzucht bei Schafen, Ziegen und Hühnern nicht gut gelingt. Durch bessere Haltungssysteme kann die Verlustrate bei den Jungtieren verringert werden und das Einkommen der Bauern steigen. Bessere Einkommensperspektiven kann auch der Anbau von Reis und Soja bieten. Das Grüne Innovationszentrum in Benin konzentriert sich auf die Nutzung der Potenziale von Reis, Soja und Geflügel.

Benin: Reisernte mit dem Mähdrescher

Benin: Reisernte mit dem Mähdrescher

Benin: Reisernte mit dem Mähdrescher

Was ist innovativ?

Coaching in Betriebswirtschaft: Alle zwei Wochen besuchen Business Coaches kleine Unternehmen im ländlichen Raum. Sie bieten Unterricht in Betriebswirtschaft an: Unternehmensführung, Buchhaltung, Aufstellung von Geschäftsplänen, Entwicklung von Zukunftsvisionen. So expandieren die Firmen und es entstehen neue Arbeitsplätze. Bisher konnten so etwa 2.500 Unternehmen unterstützt werden.

Lokale Zertifizierungen: Mit Bio-Soja lässt sich gutes Geld verdienen. Mit lokalen Unternehmen entsteht ein System zur Zertifizierung, das auf dem Prinzip der Selbstkontrolle beruht. Somit wissen die Kunden immer, wann beispielsweise Sojamilch oder -käse Bioqualität haben.

Aus Soja wird Tofu: Besonders finanzschwache Bäuerinnen und Bauern erhalten eine umfassende Beratung. Sie erlernen neue Anbautechniken und verbessern ihren Zugang zum Markt. Mehr noch: Anstatt die Sojaernte direkt zu verkaufen, wird diese von den Kleinbäuerinnen und Kleinbauern neuerdings weiterverarbeitet – etwa zu Tofu.

Unsere Ziele

  • Steigerung von Produktivität und Einkommen bei insgesamt 81.000 kleinbäuerlichen Betrieben um 30 Prozent (Soja, Reis und Geflügel)
  • 1.800 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 100.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Bislang ernten die Reisbäuerinnen und -bauern in Benin nur zwei bis drei Tonnen Reis pro Hektar. Indem sie die Pflanzen weniger dicht aneinandersetzen, an Boden und Klima angepasstes Saatgut verwenden, den organischen Dünger ihrer Nutztiere verwenden und ihre Pflanzen kontinuierlich bewässern, können sie die Erträge auf bis zu fünf Tonnen pro Hektar steigern. Das afrikanische Reisforschungsinstitut Africa Rice Center und das Grüne Innovationszentrum vermitteln Tausenden Bäuerinnen und Bauern die neuen Anbaumethoden („System of Rice Intensification“).

Das Grüne Innovationszentrum in Benin arbeitet eng mit zwei weiteren Projekten der Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ zusammen: einem Vorhaben zur Ernährungssicherung und Resilienzsteigerung (Stärkung der Widerstandskraft) sowie einem Vorhaben zum Bodenschutz.

Alle drei Projekte kooperieren eng mit dem Africa Rice Center (Externer Link) und dem internationalen Agrarforschungsinstitut IITA (Externer Link) (International Institute of Tropical Agriculture). So wird die Unterstützung verschiedener internationaler Geber zusammengeführt. Mit diesen Mitteln werden Agrarberaterinnen und -berater fortgebildet und Produktionsgemeinschaften sowie Kleinbäuerinnen und -bauern beraten, wie sie sich besser organisieren und ihre Arbeit effizienter gestalten können.


Flagge von Benin
Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Bauernfarm in Ishiara, Kenia.

Stand: 20.06.2022