Kleinbauer in Äthiopien beim Dreschen seines Weizens

Sonderinitiative „EINEWELT ohne Hunger“ Grünes Innovationszentrum Äthiopien

Fast ein Drittel der äthiopischen Bevölkerung ist unterernährt. Dabei müsste niemand hungern: Die natürlichen Voraussetzungen, um ausreichend Nahrung für alle anzubauen, sind in Äthiopien vorhanden. Doch krankheitsanfälliges Saatgut, das Bearbeiten der Flächen mit einfachsten Geräten und die Getreideernte per Hand sorgen dafür, dass die Bäuerinnen und Bauern am Ende nur einen Bruchteil der eigentlich möglichen Ernte einfahren können. Beim Anbau von Weizen und Ackerbohnen soll sich das nun ändern.

Was ist innovativ?

Moderne Technik für höhere Erträge: Wird das Feld mit dem Ochsenpflug bearbeitet, sprießt das Unkraut in kürzester Zeit wieder hervor, weil der Boden nicht gewendet wird. Das Unkraut aber raubt den Kulturpflanzen Licht, Wasser und Nährstoffe. Moderne Scharpflüge dagegen wenden den Boden und graben das ungeliebte Kraut unter. So kann zum Beispiel Weizen besser wachsen.

Sich mit eigenen Augen überzeugen: 520 kleinbäuerliche Modellbetriebe arbeiten auf der einen Hälfte ihres Ackers nach traditionellen Methoden. Auf der anderen Hälfte nutzen sie verschiedene Innovationen – von hochwertigem Saatgut über moderne Landmaschinen bis hin zur verbesserten Lagerung der Ernteprodukte. Mit eigenen Augen können sie sich auf den Demonstrationsflächen davon überzeugen, dass die Erträge steigen.

Alles aus einer Hand: Oft fehlt es nicht nur an Saatgut, Dünge- und Pflanzenschutzmitteln, sondern auch an fachlicher und kompetenter Beratung. Bäuerinnen und Bauern finden in einem Farm Service Center beides. Das Fachpersonal kennt für jedes Problem die passende Lösung und stellt sicher, dass die verkauften Betriebsmittel richtig und sicher eingesetzt werden.

Unsere Ziele

  • Steigerung von Produktivität und Einkommen bei insgesamt 275.000 kleinbäuerlichen Betrieben um 25 Prozent (Weizen), 30 Prozent (Hülsenfrüchte) und 100 Prozent (Honig)
  • 2.500 neue Arbeitsplätze
  • Aus- und Fortbildungen für 350.000 Kleinbäuerinnen und Kleinbauern

Wege zum Erfolg

Viele Landwirte mieten bisher keine modernen landwirtschaftlichen Geräte. Auf den Feldern der 500 Modellbetriebe können sich die Landwirte nun davon überzeugen, dass sich der Einsatz von Landmaschinen lohnt. Die Nachfrage nach Pflügen, Erntemaschinen oder Mähdreschern steigt und damit auch das Angebot an Unternehmen, die diese Maschinen vermieten – auch in abgelegenen Gebieten. Das Resultat: bessere Ernten, mehr Arbeitsplätze, mehr Einkommen.

Bisher kaufen rund 90 Prozent der Landwirte kein zertifiziertes Saatgut, sondern verwenden einen Teil ihrer letzten Ernte für die nächste Aussaat. Dieses traditionelle Vorgehen hat den Nachteil, dass auch minderwertiges Saatgut immer wieder vermehrt wird. Dadurch bleiben die Erträge hinter den Möglichkeiten zurück und es besteht auch das Risiko, dass sich bestimmte Pflanzenkrankheiten leichter ausbreiten.

Gemeinsam mit dem staatlichen Institut für Saatgutzucht und -vermehrung (Kulumsa Agricultural Research Center) arbeitet das Grüne Innovationszentrum an besserer Saatgutproduktion und -bereitstellung. Partner wie bäuerliche Genossenschaften und die lokalen „Farmer Service Centers“ trainieren die Bäuerinnen und Bauern in guter landwirtschaftlicher Praxis und unterstützen deren Zugang zu verbessertem Saatgut sowie Pflanzenschutz- und Düngemitteln.


Flagge von Äthiopien
Bauern in Nigeria dreschen Reis.
Eine Frau zeigt das Ergebnis nach dem Stampfen von Hirse auf einer kleinen Farm in Ishiara, Kenia.

Stand: 20.06.2022