Weizenfeld im Norden der Mongolei

Hilfsmaßnahmen koordinieren Die Globale Allianz gegen Hunger und Armut

Der russische Angriffskrieg auf die Ukraine hat die durch den Klimawandel und die Corona-Pandemie ohnehin angespannte Lage auf den globalen Agrarmärkten dramatisch verschärft. Rund 30 Prozent der weltweiten Weizenexporte und 20 Prozent der Maisexporte stammten bisher aus Russland und der Ukraine. Russland ist zudem ein wichtiger Exporteur von Dünger. Viele Länder aus Afrika und dem Nahen Osten sind von diesen Lieferungen abhängig. Doch die Ausfuhr stockte. Die Preise stiegen. Steigende Energiekosten verschärften die Situation. Es drohte die schlimmste Hungersnot seit dem Zweiten Weltkrieg.

Das Bündnis für globale Ernährungssicherheit sollte dafür sorgen, dass die Hilfe dort ankommt, wo sie am dringendsten benötigt wird. Dazu unterstützte es die Globale Krisenreaktionsgruppe für Ernährung, Energie und Finanzen (Externer Link)der Vereinten Nationen und koordiniert Hilfsmaßnahmen im Bereich der Ernährungssicherung.

In der 2,5-jährigen Laufzeit wurden wichtige Werkzeuge entwickelt, wie Pläne zur Identifizierung drohender Ernährungskrisen in 25 Ländern und das Global Food and Nutrition Security Dashboard, das Daten von über 40 Organisationen in einer interaktiven Karte öffentlich zugänglich macht. Diese Werkzeuge werden nun aktiv in den Dienst von internationaler Initiativen wie G7 und G20 gestellt.

Mais in einer Schale

Neues Dashboard zur Koordination des weltweiten Einsatzes für Ernährungssicherheit Interner Link

Das Global Food and Nutrition Security Dashboard steht im Dienst der G7 und G20. Seit Auslafen der Global Alliance for Food Security im Oktober 2024, wird es von der unter brasilianischer G20-Präsidentschaft gegründeten Global Alliance against Hunger and Poverty in Wert gesetzt (sinnvoll weitergenutzt). Damit wurde es um zusätzliche Indikatoren, insbesondere im Bereich der sozialen Sicherung, erweitert.

Das Bündnis wurde als temporäres Format konzipiert und wurde am 7. Oktober 2024 auf der Hamburg Sustainability Conference in seiner bisherigen Form abgeschlossen.

Beginn Globale Allianz gegen Hunger und Armut

Im Anschluss an die Beendigung trat Deutschland als erstes G20-Land der Globalen Allianz gegen Hunger und Armut bei. Einer Initiative der brasilianischen G20-Präsidentschaft. Damit unterstreicht Deutschland seinen Anspruch, die Fortschritte bei den globalen Entwicklungszielen, insbesondere SDG 1 und SDG 2, maßgeblich voranzubringen. In die Allianz bringt Deutschland zwei zentrale Politikansätze ein: die Förderung nachhaltiger Landwirtschaft, etwa durch agrarökologische Konzepte, sowie den Ausbau sozialer Sicherungssysteme.

Deutschland schätzt Brasiliens Rolle als Brückenbauer und beteiligt sich aktiv an der Gestaltung und der Umsetzung der Aktivitäten der Globalen Allianz. Deutschland ist auch im zentralen politische Unterstützungsgremium der Allianz, dem Board of Champions, vertreten.

Die unmittelbare Wirksamkeit der Allianz soll unter anderem über sogenannte Fast-Track-Programme in Partnerländern demonstriert werden. Außerdem wird das unter GAFS entwickelte Dashboard in der globalen Allianz um zusätzliche Indikatoren, unter anderem zur sozialen Sicherung, erweitert.

Cover: Berlin Ministerial Conference "Uniting for Global Food Security" | Conclusions by the Chairs

Berlin Ministerial ConferenceUniting for Global Food Security“ on 24 June 2022

Conclusions by the Chairs

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 06/2022 | Dateigröße 659 KB, Seiten 3 Seiten
Titelblatt: Gemeinsam für globale Ernährungssicherheit

Gemeinsam für globale Ernährungssicherheit

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 05/2022 | Dateigröße 706 KB
cover chairs summary food security

Chair’s Summary – „Response to Multiple Crises on the African Continent – focusing on Food Security

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 05/2022 | Dateigröße 126 KB, Seiten 5 Seiten

Schwerpunkte der Arbeit des Bündnisses

  • Beratungsangebote und Informationsaustausch zu den aktuellen Entwicklungen auf dem Weltmarkt für Getreide, Saatgut, Düngemittel und andere Agrarprodukte
  • Koordinierung von Finanzierungen und Unterstützung
  • Wissenschaftliche Vorausschau zur Abschätzung der weiteren Entwicklung der Krise

Neben der Globalen Krisenreaktionsgruppe der Vereinten Nationen, der Weltbank, den G7-Staaten und der EU-Kommission gehören weitere gleichgesinnte Regierungen, die Afrikanische Union, das UN-Welternährungsprogramm (WFP), die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen)) und der Internationale Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung (IFAD) zu den Unterstützern.

Das Bündnis ist auch für die Privatwirtschaft und zivilgesellschaftliche (Lexikon-Eintrag zum Begriff aufrufen) Organisationen offen.

30 %

Anstieg der Preise für Weizen und Mais seit Anfang 2022

Zwischen

713 und 757 Millionen

Menschen hatten 2023 nicht genug zu essen

Mehr als

294 Millionen

Menschen waren 2024 von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen

Um rund

190 Millionen

ist die Zahl der Menschen, die von akuter Ernährungsunsicherheit betroffen sind, von 2016 bis 2024 angestiegen

1 US-Dollar

Investition in Widerstandsfähigkeit von Gesellschaften reduziert künftige humanitäre Hilfe um 4 US-Dollar

60 %

der Menschen, die Hunger leiden, leben in Konfliktregionen

Deutsches Engagement Zusätzliche Mittel zur Bewältigung der Ernährungskrise

Sachstand: Die globale Ernährungssituation nach Russlands Ausstieg aus dem Getreide-Schwarzmeerabkommen

Sachstand: Die globale Ernährungssituation nach Russlands Ausstieg aus dem Getreide-Schwarzmeerabkommen

Dateityp PDF | Sachstandsdatum 07/2023 | Dateigröße 407 KB, Seiten 4 Seiten

Deutschland engagiert sich gegen Hunger und Mangelernährung. Die Bundesrepublik ist der zweitgrößte Geber von humanitärer Hilfe und für das Welternährungsprogramm.

Das Bundesentwicklungsministerium hat in den vergangenen Jahren jährlich rund zwei Milliarden Euro in Ernährungssicherung und ländliche Entwicklung investiert.

Deutschland hat frühzeitig die Initiative ergriffen und bereits zu Beginn des Jahres zusätzliche 430 Millionen Euro zur Bekämpfung der weltweiten Ernährungskrise zugesagt, um die am stärksten betroffenen Länder rechtzeitig und wirksam zu unterstützen.

Unter der deutschen Präsidentschaft haben die G7 auf ihrem Gipfel Ende Juni 2022 weitere umfangreiche Finanzhilfen angekündigt: Gemeinsam werden sie zusätzliche 4,5 Milliarden Dollar bereitstellen, um unter anderem die Allianz für globale Ernährungssicherheit zu unterstützen, wobei Deutschland insgesamt 880 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln beisteuert.

Das BMZ setzt diese zusätzlichen Mittel ein für:

Blick auf einen Wassergraben im Flüchtlingslagers Kutupalong, Cox Bazar in Bangladesch

Strukturbildende Übergangshilfe Interner Link

Um die Widerstandsfähigkeit von Menschen zu stärken, die von Krisen betroffen oder bedroht sind, stellt Deutschland zusätzliche 588 Millionen Euro für strukturbildende Übergangshilfe zur Verfügung. Das Geld wird zum Beispiel für den Aufbau sozialer Sicherungssysteme, für Ernährungssicherung und für Basisdienstleistungen im Gesundheits- und Bildungsbereich eingesetzt.

Eine Frau in Togo erntet Salat. Sie trägt ein Kleinkind auf dem Rücken.

Sonderinitiative „Transformation der Agrar- und Ernährungssysteme“ Interner Link

Für Maßnahmen dieser Sonderinitiative stehen über das bisherige Budget hinaus zusätzlich 250 Millionen Euro zur Verfügung. Ziel ist, die landwirtschaftliche Produktion zu sichern, den Agrarhandel aufrechtzuerhalten und die Armuts- und Hungerrisiken zu reduzieren. Die Maßnahmen konzentrieren sich vor allem auf Afrika, den Nahen Osten und Länder, die von den aktuellen Preissteigerungen für Nahrungsmittel besonders betroffen sind.

Lagerhaus für Lebensmittel des UN-Welternährungsprogramms (WFP) in Beirut, Libanon: Logo des WFP auf dem Rücken einer Mitarbeiterin oder eines Mitarbeiters

UN-Welternährungsprogramm Interner Link

Deutschland erhöht als Reaktion auf die aktuell drohende Hungerkrise den deutschen Grundbeitrag zum Welternährungsprogramm (WFP) um 42 Millionen Euro. Mit diesen zusätzlichen Mitteln kann das WFP laufende Aktivitäten zur Ernährungssicherung und Basisversorgung in Krisenländern fortsetzen.

Weitere Arbeitsbereiche des deutschen Engagements für globale Ernährungssicherheit

Marktstand in Mekelle, Äthiopien, mit Zwiebeln, Tomaten und Kartoffeln, die zum Kauf angeboten werden. Im Hintergrund steht eine Waage mit zwei leeren Waagschalen.
Züchtung von Weizen im Gewächshaus des Agrarforschungsinstitutes CIMMYT in Texcoco, Mexiko
Detailaufnahme: Tröpfchen-Bewässerung von Jungpflanzen
Gemüse auf dem Kandal-Markt in Phnom Penh, Kambodscha
Junge Maispflanze in einem Forschungslabor
Drei Fischer mit Fischernetz in Bangladesch